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Denkmal auf neuestem Stand

Sanierung einer Apotheke in Brixen
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Das historische Gebäude mit Apotheke und Museum wurde umfassend saniert, entkernt und neu unterkellert – alles mit dem Segen des Denkmalschutzes. Das Tüpfelchen auf dem i ist die moderne Haustechnik mit einer Zentrale, die Beleuchtung, Jalousien, Heizung, Lüftung, Tür- und Schließsystem sowie Musik ganz nach Bedarf steuert.

In der Brixener Altstadt steht die traditionsreiche Apotheke Peer. Bereits 1602 wurde in dem Bürgerhaus die erste Stadtapotheke gegründet, seit 1787 ist sie im Besitz der Apothekerfamilie Peer, die sie inzwischen in siebter Generation führt. Im Obergeschoss befindet sich das Pharmaziemuseum Brixen, das eine Brücke schlägt zwischen Geschichte und Gegenwart – mit historischem Bestand an Einrichtung, Präparaten und Geräten sowie modernen Wechselausstellungen. Den Spagat zwischen denkmalgeschützter Substanz und zeitgemäßer Architektur meisterte das Architekturbüro Fuchs und Peer bei der umfassenden Sanierung.

Das Stadthaus Peer hat als eins der am besten erhaltenen und dokumentierten Gebäude im historischen Kern Brixens eine hohe Wertigkeit beim Denkmalamt. Im Lauf der Zeit wurden immer wieder Umbauten realisiert. Mit Übergabe an die junge, siebte Generation wurde das Architekturbüro Fuchs und Peer mit einer Studie beauftragt, die untersuchte, wie eine umfassende, aber behutsame Sanierung großzügige und offene Verkaufsräume ermöglichen kann. Im Lauf der Jahrhunderte hatte sich der kleine Gassenverkauf mit großen Magazinen und Laboren gewandelt – die Verkaufsflächen wurden Stück für Stück erweitert. Jetzt sollte die gesamte Struktur überdacht und für den modernen Apothekenbetrieb optimiert werden.
„Ursprünglich wollten wir das Erdgeschoss zur Straße hin komplett öffnen, aber das ging aus Denkmalschutzgründen nicht. Daher haben wir jetzt einen ehemaligen Innenhof, der nur als zusätzliche Lagerfläche genutzt wurde, als Lichthof mit einbezogen. Unter einem großen Glasdach, das sich über die gesamte Hoffläche erstreckt, befindet sich heute das Herz der Apotheke: der persönliche Verkauf“, berichtet Architekt Karlheinz Peer.
Der charakteristische Innenhof wird wieder sichtbar, ebenso eine überraschende Tiefe des Gebäudes: Man kommt in die Apotheke, geht tiefer hinein und steht plötzlich in einem lichtdurchfluteten Raum, in einer Kubatur, die man von der Straßenseite aus nicht erahnt.
Erster Ansatzpunkt für großzügigere Flächen war, das Lager in Kellerräumen unterzubringen. Da es bis dato keine Unterkellerung gab, musste diese in einer gewaltigen Baumaßnahme erst realisiert werden. Der Keller sollte unter dem neuen Lichthof entstehen. Dazu mussten auch die Nachbargebäude einbezogen und abgefangen werden, die statisch komplexe Berechnung übernahm das Ingenieurteam Bergmeister. „Die Unterfangung der Bestandsgebäude mit alter Substanz war eine Herausforderung: Zunächst wurde das Gebäude unterfangen und dann einseitig geschalt in eine wasserdichte Betonwanne einbetoniert, um das Grundwasser abzufangen“, erklärt Karlheinz Peer, „das war sehr aufwändig, hat aber wunderbar funktioniert.“
Vollautomatisch
Im Keller ist ein vollautomatisiertes Warenlager mit präziser Logistik entstanden: Dieses versorgt die Kassen, den Postversand und den 24-Stunden-Gassenautomaten mit Ware. Per Rohrpost und mit Hilfe von Förderbändern landen die gewünschten Medikamente genau dort, wo sie verkauft werden. Markant sind die Gewölbe der Verkaufsräume, die Einrichtung ordnet sich mit ihrer einfachen Geometrie unter, die sonderangefertigten Regale beleuchten mit integrierten LED-Lichtbändern die angebotene Ware – eine Gemeinschaftsarbeit der Architekten und Elektro Graber.
Insbesondere die Sanierung der Fassade hat das Denkmalamt mit Argusaugen beobachtet: Diese komplett zu öffnen war nicht möglich, aber gemeinsam wurden Lösungen gefunden. So wird einerseits ein moderner reibungsloser Betrieb ermöglicht und andererseits der Bestand erhalten bzw. seine Feinheiten sogar deutlicher hervorgehoben als bisher. So wurde viel zur Entkernung des Gebäudes beigetragen, das in den 60er und 70er Jahren stark verbaut worden war – ganz im Sinne des Denkmalamts. Der Hauseingang wurde neu gestaltet, der alte Putz in Absprache mit dem Denkmalamt in Zartgrün erneuert. Dabei wurde Rücksicht genommen auf das Straßenbild und den Rhythmus der Öffnungen der umgebenden Häuser. Störendes wie Hinweisschilder an der Fassade wurden vermieden. Nur das schmiedeeiserne Apothekenschild blieb erhalten. Ein Anbau aus den 70er Jahren nach hinten durfte abgebrochen und neu errichtet werden. „Wir mussten nur in den Umrissen des ehemaligen Zubaus bleiben, sonst hatten wir freie Hand und haben uns zusammen mit den Bauherren für zwei Baukörper in Kontrast zum verspielten Altbau entschieden; in Sichtbeton und in sehr geradliniger, geometrischer Kubatur“, berichtet Karlheinz Peer.
Vernetzt gesteuert
Im Zuge der Sanierung und des Umbaus wollte der Bauherr, Apotheker Dr. Florian Peer, auch die Haustechnik und Elektroinstallation auf den neuesten Stand der Technik bringen. Die Planung der Gebäudetechnik mit Heizung, Lüftung und Starkstromanlage übernahm das Ingenieurteam Bergmeister, das zudem auch die Bauleitung und Tragwerksplanung verantwortete. Ein KNX/EIB System sollte alle relevanten technischen Komponenten miteinander verbinden. Im Detail ausgearbeitet, installiert und programmiert hat die intelligente Elektroinstallation die Firma Elektro Graber.
„Wir haben Beleuchtung, Jalousiesteuerung, Heizung, Lüftung, Videoüberwachung, Türkommunikation, Musik, Schließsystem und vieles mehr eingebunden“, berichtet Werner Graber. „Die Steuerzentrale dahinter ist ein Gira HomeServer. Bei ihm laufen alle Informationen zusammen, werden ausgewertet und die entsprechenden Befehle an die einzelnen Aktoren gesandt.“ So melden insgesamt zwölf Gira CO2Sensoren den Kohlendioxidgehalt der Luft. Wird ein definierter Wert überschritten, schaltet sich automatisch im entsprechenden Bereich die Lüftungsanlage ein. Ähnlich wird mit Feuchtigkeitssensoren und Luftbefeuchtern verfahren.
Zudem sind verschiedene Beleuchtungsszenen hinterlegt – bei geöffneter Apotheke, bei geschlossenem Verkauf, aber Anwesenheit von Mitarbeitern, beim Not- oder Bereitschaftsdienst oder zum Putzen. Diese Szenen lassen sich mit einem Tastendruck auf Gira Tastsensoren im Schalterdesign E2 Anthrazit hinter der Kasse aktivieren, über Gira Tastsensoren in Reinweiß glänzend an den Mitarbeiter-Ausgängen, über das Gira Interface auf zentralem Touchdisplay bzw. übers Smartphone des Inhabers Dr. Peer auch von unterwegs aus. Wird es morgens langsam heller, dimmen die Leuchten bedarfsgerecht herunter. Für Energieeffizienz sorgen auch die Gira Automatikschalter: In weniger frequentierten Bereichen schalten sie das Licht nur dann ein, wenn jemand anwesend ist.
„Wir planen bereits seit vielen Jahren mit Gira“, berichtet Architekt Karlheinz Peer, „aufgrund der klaren Linien und des puristischen Designs passten die Schalter hier auch bestens in die reduzierte Innenraumgestaltung.“
Kommen morgens die ersten Mitarbeiter, schalten sie die gewünschte Beleuchtungsszene ein, die Hintergrundmusik startet, die PCs fahren automatisch hoch, das obligatorische Warten auf die Technik entfällt. Die Eingangstür lässt sich bequem vom Touchdisplay aus öffnen, Heizung und Lüftung sind dank eines Zeitprogramms bereits auf Betriebstemperatur. Beheizt wird das Gebäude über Fußboden- und Wandheizungen, die ans Fernwärmenetz angeschlossen und in das KNX/EIB System eingebunden sind. Angepasst an die Öffnungszeiten regeln diese auf definierte Temperaturen – im Sommer sorgt ein Kühlaggregat für angenehme Frische.
Die Gira Türkommunikation mit Videofunktion ist über ein IP-Gateway integriert. Das Bild des Klingelnden wird so nicht nur auf dem Touchdisplay angezeigt, sondern auch auf Smartphone, PC oder iPad. Eine praktische Funktion bei Notfällen oder während der Bereitschaftsdienste. Der diensthabende Apotheker kann so hinten in den Personalräumen bereits das Anliegen erfragen und benötigte Medikamente gleich mit nach vorne an die Tür bringen. Klingeln tagsüber Lieferanten, wird dies direkt an die Telefone der Mitarbeiter im Back-Office weitergeleitet, der Verkauf wird nicht gestört.
Über ein Sonos Multiroom System wird Hintergrundmusik in verschiedenen Zonen in der Apotheke eingespielt, von zentralen Audioquellen aus. Im Besprechungsraum startet die Multimediatechnik ebenfalls auf Knopfdruck: Der Beamer schaltet sich ein, die Leinwand fährt runter, die Audioanlage wird aktiviert, ebenso der DVD Player, die Jalousien fahren ein Stück herunter und das Licht wird gedimmt.
„Mit der Vernetzung können wir zudem ein Plus an Sicherheit gewährleisten“, erklärt Werner Graber, „wichtige Störmeldungen, beispielsweise der Heizung, Lüftung, des automatischen Lagers, der Brandmelde- oder der Alarmanlage werden sofort via Telefon an Dr. Peer übermittelt.“
Die Alarmanlage ist mit dem Schließsystem gekoppelt; wird ein Alarm ausgelöst, schaltet sich in allen Räumen das Licht ein. Zudem werden sämtliche Störmeldungen, Temperatur- und Feuchtigkeitswerte in einem Archiv gelistet, sie lassen sich auswerten und visualisieren.


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