Neubau der Hauptstelle der VR-Bank Ostalb in Aalen

Durch die Bank schallgeschützt

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Das neue Bankgebäude öffnet sich zur Stadt hin und bietet Transparenz durch lange Fensterbänder. Innen ist die Kundenhalle lichtdurchflutet mit viergeschossigem, offenem Atrium. Die Treppenhäuser erforderten einen erhöhten Schallschutz, damit es sich in den angrenzenden Büroräumen angenehm arbeiten lässt. Realisiert wurde das mit Trittschall-Dämmelementen zur Entkopplung von Massivtreppen.

Anforderung:

Prägnante Architektur, energieeffiziente Haustechnik, erhöhter Trittschallschutz

Lösung:

Treppenhausentkopplung durch Trittschall-Dämmelemente


Cornelia Kaltenbach, Schöck Bauteile GmbH | be

Der viergeschossige Neubau besteht aus zwei miteinander verbundenen Gebäudehälften. Geöffnet zur Innenstadt mit Eingangsbereich und Vorplatz, spiegelt sich die Idee der Genossenschaft auch in der Architektur. Lange, teils über Eck laufende Fensterbänder repräsentieren Offenheit und Transparenz. Die lichtdurchflutete Kundenhalle mit ihrem viergeschossigen, offenen Atrium setzt die Idee innen fort. Das Stuttgarter Architekturbüro OHO unter der Leitung von Ursula Hüfftlein-Otto und Maximilian Otto gewann für seinen Entwurf des neuen Bankgebäudes den ersten Preis eines nicht offenen Architekturwettbewerbs. Der Entwurf spiegelt Geschichte und Anforderungen der Bank wieder, denn das neue Gebäude verkörpert in seiner Einheit auch die Fusion zweier Banken: Die VR-Bank Ostalb eG ist im Juli 2017 aus den beiden Genossenschaftsbanken VR-Bank Aalen eG Volksbank Raiffeisenbank und Volksbank Schwäbisch Gmünd eG entstanden. Somit wurde 2017 nicht nur ein neues Gebäude in Betrieb genommen, sondern auch eine neue, gemeinschaftliche Bank, die VR-Bank Ostalb.

Architektonisches Konzept

Der großzügige Vorplatz, der an der Stirnseite in den Eingangsbereich führt, soll den Leitspruch der Volks- und Raiffeisenbanken „Wir machen den Weg frei“ assoziieren. Eine über vier Geschosse verglaste Fassadenfläche verbindet beide Gebäudehälften und bildet zugleich das lichtdurchflutete Atrium im Innenbereich. Die Offenheit setzt sich innen fort. Filigrane Querstege verbinden die beiden Gebäudehälften in den Obergeschossen des Atriums für eine großzügige, transparente Wirkung des Luftraums.

Im Erdgeschoss ist der Hauptkundenbereich mit Automaten, Empfangstheke, Hauptkasse und Gebäudemanagement untergebracht. Die oberen Geschosse erschließen sich über insgesamt drei Treppenhäuser bzw. -anlagen, die in ihrer filigranen Bauweise die offene Wirkung des Eingangsbereichs unterstützen. In den oberen Etagen stehen Schulungs- und Konferenzräume zur internen Weiterbildung zur Verfügung. Zudem sorgen ein Mitarbeiter-Kasino und ein Fitnessraum für Wohlfühl-Atmosphäre. Ein großer Veranstaltungsraum und eine umlaufende Dachterrasse im vierten Obergeschoss ergänzen das großzügige Raumangebot für Events.

Nachhaltig

Das Gebäude wird mit Fernwärme beheizt. Eine Photovoltaikanlage versorgt die Bank zusätzlich mit eigenem Strom. Die Betonkernaktivierung in den Decken nutzt die thermische Masse des Betons durch den Einbau von Rohrleitungen für Heiz- und Kühlwasser. Die Strahlungswärme der Flächen sorgt für besondere Behaglichkeit. Ergänzt wird das Konzept durch eine aktive Lüftung und ökologische Baustoffe. Eine Stromtankstelle für elektrisch betriebene Fahrzeuge schafft die nötige, nachhaltige Mobilität.

Das Gebäude mit einer Netto-Grundfläche von 5 725 m² ist in Stahlbetonbauweise mit WDVS ausgeführt. Rund 300 Handwerker aus 40 Gewerken – fast ausschließlich aus der Region – haben hier bis November 2017 gearbeitet. „4 000 m³ Beton und 770 t Stahl haben wir insgesamt für das Gebäude verbaut“, erklärt Projektleiter Andreas Mayer von der Franz Traub GmbH & Co. KG, die für den gesamten Rohbau verantwortlich war. Der klassische Stahlbetonbau gründet mit einer Bodenplatte auf Pfählen, um die Lasten in tiefere, tragfähigere Bodenschichten abzutragen.

Schallschutz mit System

„Der Architekt hatte im Vorfeld sehr viel Wert auf eine erhöhte Trittschalldämmung nach DIN 4109 Beiblatt 2:1989–11 gelegt, um in den anliegenden Büros und Besprechungsräumen die nötige angenehme Atmosphäre zu gewährleisten“, sagt Mayer. „Die Fachplaner kamen so schnell auf das Tronsole System von Schöck“. Die Trittschall-Dämmelemente berücksichtigen alle Anschlüsse in einem Treppenhaus. Wesentlicher Bestandteil der Schöck Tronsole ist das Elastomerlager Elodur. Es ermöglicht eine sehr gute Schalldämmung bei geringer Einfederung. Die akustischen Kennwerte der Tronsole Typen sind nach DIN 7396 geprüft.

Standardmäßig werden mit diesem System bei Treppen die erhöhten Anforderungen nach Beiblatt 2, entsprechend der Schallschutzstufe II der VDI 4100, erfüllt sowie auch die DEGA-Klasse B, teilweise sogar SSt III bzw. Klasse A. Dank kurzer Einbauzeiten und einbauoptimierten Produkten lässt sich der Einbau von trittschallgedämmten Treppen einfach und schnell in wenigen Schritten ausführen. „Die Einbaumeister von Schöck standen uns hier mit Rat und Tat zur Seite und zeigten uns direkt auf der Baustelle, wie die Trittschall-Dämmelemente fachgerecht eingesetzt werden“, berichtet Mayer.

Treppen

Alle Treppen im Gebäude bestehen aus Betonfertigteilen und konnten maßgenau im Fertigteilwerk hergestellt werden. Das Haupttreppenhaus auf der Stirnseite Richtung Bahnhofstraße ist über insgesamt fünf Stockwerke als gerade laufende Podesttreppe ausgeführt. Jedes Podest ist mit je drei Trittschalldämmelementen vom Tronsole Typ Z-V und einem Typ Z-VH+VH von der Wand akustisch entkoppelt. Das Wandelement Tronsole Typ Z-V nimmt die positive Querkraft auf, die beiden Elastomerlager befinden sich unten im Wandelement der Tronsole.

Tronsole Typ Z-VH-VH nimmt sowohl positive und negative Querkräfte als auch Horizontalkräfte auf, die Elastomerlager befinden sich unten, oben und seitlich. Die Treppe für den internen Mitarbeiterbereich, die die Tiefgarage mit dem 4. OG verbindet, besteht ebenfalls aus geraden Läufen mit Zwischenpodesten. Auch diese Treppe wurde in ähnlicher Weise entkoppelt. Die Besonderheit der Treppe ist ihre Treppenform: Eine sogenannte Faltwerktreppe, die auch in der Ansicht von unten jede einzelne Stufe, jede Faltung, in ihrer Ausprägung zeigt.

Drei Typen Trittschall-Dämmelemente

Die Tronsole Typ Z sorgt für akustische Entkopplung zwischen Treppenpodesten und Treppenhauswänden und besteht aus Wandelement und typengeprüftem Tragelement (Schöck Tronsole Typ Z Part T). Das Wandelement besteht aus blauem Außenkasten und weißem Innenkasten, Anschlussrahmen und dem integrierten Elastomerlager Elodur. Der Innenkasten ist vom Außenkasten, der in der Treppenhauswand verbaut ist, entkoppelt. Die Last wird über die eingebauten Elastomerlager übertragen, die die Schallübertragung abmindern, so dass die Treppe akustisch vom Gebäude entkoppelt ist. „Die blauen Kästen der Schöck Tronsole wurden direkt an der gestellten Schalung befestigt und in die Wände eingegossen. Das Podest haben wir vor Ort geschalt, bewehrt und anschließend betoniert“, erklärt Andreas Mayer. Dieses Element sorgt für den statischen Anschluss von Podesten an die Treppenhauswände. Dank exzellenter Trittschalldämmung ist ein schwimmender Estrich auf dem Zwischenpodest nicht mehr notwendig. Dies ermöglicht niedrige Aufbauten und beschleunigt den Bauablauf.

Der Treppenlauf selbst wird zur Wand durch den Einbau der Tronsole Typ L-420 entkoppelt. Im Bereich des Ortbetonpodestes wurden Trittschall-Dämmelemente des Typs L-250 eingebaut. „Wir haben die Seitenflächen vor dem Versetzen der Treppen mit der Tronsole Typ L beklebt. Durch integrierte Klebebandstreifen war das Ankleben an den Fertigteillauf sehr einfach. Den verbleibenden Überstand haben wir 3 cm oberhalb des Stufenverlaufs mit dem Cuttermesser abgeschnitten“, erläutert Andreas Mayer die Montage. Die Tronsole Typ L füllt die Fuge zwischen Treppenläufen bzw. Podesten und Wänden komplett aus und sorgt so dafür, dass durch eindringenden Schmutz keine Schallbrücken entstehen können. Denn nur, wenn alle Fugen zwischen Treppenhauswand und Treppe (Lauf und Podest) frei von Verschmutzungen bleiben, wird die Schalldämmmaßnahme wirksam.

„Die Entkopplung der Treppen zur jeweiligen Bodenplatte bzw. Geschossdecke erfolgte dann mit der Tronsole Typ B. Diesen haben unsere Mitarbeiter mithilfe der zwei Klebebandstreifen an den Auflageflächen des trockenen und staubfreien Fertigtreppenlaufs angeklebt“, so Mayer.


Projekt: VR-Bank Ostalb in Aalen

Architekten: Ursula Hüfftlein-Otto, Maximilian Otto, Sven Wilhelm, OHO Architekten, Stuttgart
www.oho-architekten.de

Bauunternehmen: Projektleiter Andreas Mayer, Franz Traub GmbH & Co. KG, Aalen

BGF: 6 500 m²

BRI: 24 500 m³

Baukosten: 17,6 Mio. Euro


Projektleiter Andreas Mayer: „Der Architekt hatte im Vorfeld sehr viel Wert auf eine erhöhte Trittschalldämmung nach DIN 4109 Beiblatt 2:1989–11 gelegt, um in den anliegenden Büros und Besprechungsräumen die nötige angenehme Atmosphäre zu gewährleisten.“


Die DIN 7396 ist die erste Norm in Europa, die eine Vergleichbarkeit von Trittschall-Dämmelementen ermöglicht und verlässliche Kennwerte für Schallschutznachweise bestimmt. In einem repräsentativen Prüfaufbau werden die Elemente mit Zusatzlasten geprüft, sodass die Schallübertragung mit der Übertragung im Gebäude verglichen werden kann.

Nur, wenn alle Fugen zwischen Treppenhauswand und Treppe (Lauf und Podest) frei von Verschmutzungen bleiben, wird die Schalldämmmaßnahme wirksam.


Mehr zum Thema

  • Schallschutz im bba-Fachbeitrag

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