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Kalksandstein: Vorteile beim Schallschutznachweis nutzen

Kalksandstein: Vorteile beim Schallschutznachweis nutzen
Ganzheitlich und differenzierter

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Die hohe Rohdichte von Kalksandstein ermöglicht einen zeitgemäßen Schallschutz mit vergleichsweise geringen Wanddicken. Zusätzliche Verbesserungen lassen sich durch Berücksichtigung der Stoßstelleneigenschaften sowie Optimierung von Anschlussdetails erreichen. Die funktionsgetrennte KS-Außenwand kommt dabei ohne Konflikt zwischen Wärme- und Schalldämmung aus.

Peter Theissing

Die 2016 praktisch völlig neu erarbeitete Normenreihe DIN 4109 hat nicht grundsätzlich zu einer Verschärfung der Anforderungen an den Lärm- und Ruheschutz geführt. Der Schallschutz im Hochbau wird jetzt jedoch ganzheitlich betrachtet und muss deutlich differenzierter als bisher nachgewiesen werden. Der rechnerische Schallschutznachweis dürfte daher künftig fast ausschließlich mit Hilfe von Software geführt werden, zum Beispiel mit dem KS-Schallschutzrechner, dessen Grundlage das neue europäische Rechenverfahren ist. Was vielleicht wie ein Mehraufwand klingt, bietet bei näherer Betrachtung in der Planung und Baupraxis eher zusätzliche Chancen. Denn die schallschutztechnischen Vorteile bestimmter Materialien und Bauweisen können im zukünftigen rechnerischen Nachweis stärker berücksichtigt werden. Die Nutzung von Software erlaubt zudem einen einfachen und schnellen Vergleich verschiedener Varianten sowie ein zielgenaues Optimieren der schallschutzgerechten Ausführung aller Bau- und Anschlussdetails.

Dieser Gedanke des präzisen Optimierens einzelner Funktionen entspricht genau der Idee der funktionsgetrennten Außenwand aus Kalksandstein und äußerer Wärmedämmung.

Die grundlegenden Funktionen werden dabei mit einer jeweils eigenen Bauteilschicht erfüllt, sodass Verbesserungen beim Schallschutz des tragenden KS-Mauerwerks keinen schwächenden Einfluss auf den Wärmeschutz der Konstruktion haben und umgekehrt.

Die bewährten Schallschutz-Vorteile von Kalksandstein können sozusagen ohne Nebenwirkungen ausgereizt werden. Für die Nutzung des KS-Schallschutzrechners müssen die Eingangskenngrößen und die grundsätzlichen bauakustischen Zusammenhänge bekannt sein, damit die Vorteile eines Materials wie Kalksandstein ausgenutzt werden können.

Alle Eingangsgrößen normativ geregelt

Ein wichtiger Parameter für den Luftschallschutz von Wänden ist nach wie vor ihre möglichst hohe flächenbezogene Masse, die bei Kalksandstein durch die hohen Rohdichten – je nach Format und regionaler Verfügbarkeit zwischen 1,4 bis 2,2 kg/dm3 – als Basiskriterium für einen guten Schallschutz gegeben ist. Die Schallschutz-Anforderungen können mit vergleichsweise geringen Wanddicken erfüllt werden, sodass ein Plus an nutzbarer Wohnfläche entsteht.

Funktionsgetrennte KS-Außenwände mit einer separaten Wärmedämmschicht weisen deutlich höhere Direktschalldämm-Maße auf als monolithische Außenwände, die mit geringerer Rohdichte den Kompromiss zwischen Wärme- und Schallschutz in ein und derselben Funktionsschicht darstellen müssen. Die Funktionstrennung bei Kalksandsteinaußenwänden wirkt sich damit positiv sowohl auf den Schutz gegen Außenlärm als auch – wegen der reduzierten Flankenübertragung – auf den Schallschutz zwischen Wohnungen aus.

Das bewertete Schalldämm-Maß von Wänden wird nicht mehr nach dem Prinzip der früher geltenden Tabelle 1 der alten DIN 4109 von 1989 ermittelt. Stattdessen gibt es materialspezifische Massekurven für den rechnerischen Schallschutznachweis, die für Kalksandstein auf der Basis umfangreicher messtechnischer Untersuchungen in DIN 4109-32 vollständig normativ geregelt sind. Dadurch lässt sich das Direktschalldämm-Maß für Kalksandsteinwände in allen gängigen Wanddicken und Rohdichten ohne zusätzliche bauakustische Prüfungen, bauaufsichtliche Zulassungen oder europäisch technische Bewertungen ermitteln.

Optimierte Stoßstellen
gegen Flankenübertragung

Aus den hinterlegten flächenbezogenen Massen von Kalksandstein sowie der konstruktiven und geometrischen Gestaltung der Bauteilanschlüsse ermittelt die Software die Stoßstellendämm-Maße, die die zweite wichtige Eingangsgröße im neuen Schallschutznachweis bilden. Etwas verkürzt gesagt beschreiben diese Parameter, wie stark der Körperschall bei der Weiterleitung von einem Bauteil zum anderen gedämmt wird. Funktionsgetrennte KS-Außenwände haben vergleichsweise hohe Stoßstellendämm-Maße. Sie weisen aufgrund ihres homogenen Aufbaus und der hohen Rohdichte sowohl vertikal als auch horizontal eine geringe flankierende Schallübertragung auf.

Dies ist neben der Direktschalldämmung des trennenden Bauteils eine wesentliche Grundlage für den guten Schallschutz zwischen Wohnungen.

Speziell die Stoßstellen zwischen der Außenwand und den daran „anstoßenden“ Wohnungstrennwänden bieten weiteres Optimierungspotenzial, das sich mit Hilfe des KS-Schallschutzrechners durch Variantenvergleiche aufzeigen und nutzen lässt. So kann z. B. die flankierende Schallübertragung dadurch minimiert werden, dass statt des stumpfen Stoßes die Trennwände vollständig durch die Außenwand hindurchgeführt und bei besonders hohen Anforderungen eventuell zusätzlich ein- oder beidseitig entkoppelt werden. Aufgrund der funktionsgetrennten Bauweise kommt es mit dieser Maßnahme bei KS-Außenwänden nicht zu einer Schwächung des Wärmeschutzes. Wärmebrücken werden vermieden, weil die Wärmedämmung an jeder Stelle gleich stark bleibt.

Bauweisen

Die im Hinblick auf den Schallschutz vollständig normativ geregelten Bauteilkenngrößen für Kalksandstein erhöhen die Planungssicherheit, weil sich der Anwender bei jeder qualifizierten Schallschutzsoftware sicher sein kann, dass diese Eingangskenngrößen nach Norm hinterlegt sind. Sonderparameter aus bauakustischen Prüfungen, bauaufsichtlichen Zulassungen oder europäisch technischen Bewertungen, wie sie bei anderen Materialien unter Umständen angegeben werden, sind grundsätzlich besonders zu überprüfen und zu berücksichtigen.

Die Schallschutznachweis-Ergebnisse gelten außerdem bei Kalksandstein wegen des homogenen Materials bei gleicher Rohdichte für alle handelsüblichen Steinformate. Speziell mit großformatigen Kalksandsteinen hoher Rohdichte (1,8 bis 2,2 kg/dm3) können Wohnungstrennwände mit ausgezeichneter Direktschalldämmung besonders wirtschaftlich realisiert werden.

Neben der Freiheit der Formate lassen sich außerdem die Potenziale der verschiedenen KS Produktfamilien KS-Original, KS-Plus oder KS-Quadro nutzen. Der gute Schallschutz mit Kalksandstein ist also nicht nur ohne Beeinträchtigung des Wärmeschutzes planbar, er bewahrt auch alle Möglichkeiten einer kostensparenden und intelligenten Ausführung mit großformatigen Elementen oder kompletten Wandbausätzen bis hin zum rasterbasierten oder seriellen Bauen.



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