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Hinter der Fassade steckt eine Holzkonstruktion für eine flexible Nutzung.

Neubau eines Verwaltungsgebäudes in Öpfingen
Mit viel Potenzial

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Die 10 m hohe dreigeschossige Holzkonstruktion eines Verwaltungsgebäudes im schwäbischen Öpfingen ist ein ungewöhnliches Bauwerk und zeigt, wie viel Potenzial im Naturbaustoff Holz steckt. Auch die Fassade spielt mit dem Thema Holz, allerdings ohne selbst daraus zu bestehen.

Eva Mittner | be

Ihr neues Bürogebäude hat die ZimmerMeisterHaus-Manufaktur Gapp Holzbau in Öpfingen (Baden Württemberg) selbst gebaut: An exponierter Stelle auf dem Betriebsgelände des Unternehmens ist das Bauwerk ein besonderer Hingucker geworden. Entwurf und Konzeption stammen vom Planerteam der Hullak Rannow Architekten aus Ulm, die Statik von den Holzbau-Experten von Pirmin Jung Deutschland.
Das dreistöckige Gebäude mit 18 m Länge und 10 m Breite haben die Experten in Holzbauweise in Passivhaus-Technik erstellt – in nur acht Monaten Bauzeit. Gapp Holzbau arbeitet auf einer Produktionsfläche von über 1 750 m² und hat zusätzlich noch einen umfangreichen Lagerbereich auf dem 7 500 m² großen Firmenareal.
Durch den Aufwärtstrend in der Geschäftsentwicklung benötigte man räumlich mehr Platz sowohl für Mitarbeiter als auch für die sich daraus ergebenden Strukturen, die zum einen mehr interne Besprechungen und zum anderen auch Präsentationen für externe Besucher bedeuteten. Die nutzbare Fläche konnte durch den Neubau mehr als verdoppelt werden. Auf rund 400 m² gibt es viel Platz für Technik- und Besprechungsräume und eine große Lobby. Zehn Büroräume mit 16 Arbeitsplätzen befinden sich im 1. und 2. Obergeschoss.
Holzfassade neu interpretiert
Verwendet wurden für den Neubau hauptsächlich heimische Hölzer – ergänzt von vielen weiteren ökologischen Materialien wie zum Beispiel Holzweichfaserdämmung für Wand (Steico flex und Steico special dry) und Dach (Steico roof) sowie Akustikplatten aus Holzwolle für die Decken (Heradesign superfine von Knauf AMF).
Die Bodenplatte besteht aus Stahlbeton, Außenwände und tragende Innenwände sind in Holz-Rahmenbauweise in der firmeneigenen Produktionshalle vorproduziert und montiert worden. Nichttragende Innenwände wurden als Metallständerwände vor Ort, unweit der Produktionshalle, eingezogen – ergänzt durch unterschiedliche Deckensysteme. Hullak Ranow Architekten haben hier das Thema „Holzfassade“ neu interpretiert:
Die geschwungenen Linien, die sich über das gesamte Gebäude erstrecken, ahmen eine natürlich gewachsene Holzmaserung nach. Die Fassade ist eine Kombination aus einer Holz-Rahmenbauweise mit Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Eichenholz (Therm+ System von Raico). Die Glasflächen der Pfosten-Riegel-Fassade bilden dabei einen homogenen Übergang zu der, einer Holzmaserung nachempfundenen, vorgesetzten Plattenfassade aus High Pressure Laminate-Platten (HPL Trespa mit gebogenen Sonderelementen). Die Ecken des Gebäudes sind abgerundet und unterstützen dadurch die organische Form.
Flexible Konstruktionen
Die sichtbaren Pfosten aus Eichenholz sind dreiseitig auf Abbrand bemessen. Sie haben die Aufgabe, die Deckenlasten an der Fassadenebene über die Außenwände abzutragen. Bei der Lastabtragung werden diese unterstützt durch das in Holzbauweise errichtete Treppenhaus sowie zwei weitere Stahlstützen in der Gebäudemitte. Diese Konstruktion lässt sämtliche Möglichkeiten offen für eine flexible Nutzung oder einen eventuellen Umbau in der Zukunft, da aus diesem Grund alle weiteren Innenwände nichttragend konzipiert werden konnten. Im Gebäude wurden drei verschiedene Deckenkonstruktionen eingesetzt, um die vielfältigen Ausführungsmöglichkeiten, die der Holzbau bietet, aufzuzeigen: Vollholzdecke, Holzelementdecke (Ligno Rippe Q3 mit Akustikprofil nature von Lignotrend) und Holzbetonverbundkonstruktion.
Die Holz-Beton-Verbunddecke setzt sich aus unten liegenden, 10 cm dicken Brettschichtholz-Elementen und bauseits hergestellten Ortbetondecken (d = 14 cm) zusammen. Die Schubkräfte zwischen Holz und Beton werden im Wesentlichen über eingefräste Schubkerven übertragen. In den Beton ist neben der erforderlichen Zugbewehrung eine einlagige Schwindbewehrung mit Abstandshaltern auf den Brettschichtholzelementen eingelegt.
Die Oberflächen der Deckenvarianten sind alle akustisch wirksam ausgebildet. Somit ist eine schalltechnisch optimale Raumqualität in allen Büro- und Aufenthaltsbereichen gewährleistet.
Die in der Produktionshalle vorgefertigten Außenwandelemente bestehen im Wesentlichen aus vier Komponenten: der Tragkonstruktion Holz, der Wärmedämmung, der Befestigungskonstruktion für die Verglasung und der Innenverkleidung aus Gipsfaserplatten. Zur Steuerung von Komponenten der technischen Gebäudeausstattung wurden Leitungssysteme in die Wände integriert.
Energetisch ein Vorbild
Das Projekt hat energetisch einiges zu bieten: Die Gebäudehülle ist überdurchschnittlich gut gedämmt und entspricht Passivhausstandard. Mit einer Be- und Entlüftungsanlage sowie einer großformatigen Photovoltaikanlage auf dem Dach, die mehr Strom produziert als in dem Gebäude verbraucht wird, ist man auf dem neuesten Stand der Technik. Beheizt werden die drei Stockwerke mit den Holzabfällen aus der firmeneigenen Produktion.
Planung:
Hullak Rannow Architekten, Ulm


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