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Geräumig licht bei großer Spannweite

Erweiterung einer Vor- und Primarschule in Frankfurt am Main
Geräumig licht bei großer Spannweite

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Lichtdurchflutet und leicht sollte der Erweiterungsbau der Europäischen Schule in Frankfurt sein. So entwarf das Architekturbüro NKBAK einen dreigeschossigen Neubau in zeitsparender Holzmodulbauweise. Die großzügigen Klassenzimmer wurden mit kompakt dimensionierten freitragenden Unterzügen aus BauBuche realisiert.

Offiziell ist der Bau als temporäre Erweiterung des bestehenden Schulareals gedacht. Weil die beliebte Schule im Nordwesten Frankfurts dringend neue Flächen benötigte, stand für Planung und Realisierung nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Neubau für 550 Kinder zwischen vier bis acht Jahren wurde daher in Modulbauweise und größtenteils als Holzbau ausgeführt. Nach kurzer Bauzeit von drei Monaten konnten die neuen Räume im Frühjahr 2015 übergeben werden.

Hinter dem Entwurf „steht die Idee eines lichten und leichten Schulgebäudes, das die innere Nutzung nicht verbirgt, sondern Offenheit ausstrahlt“ schreiben die Architekten Nicole Kerstin Berganski und Andreas Krawczyk über den von ihnen geplanten Bau.
Auch durch sein edles Äußeres überzeugt das Gebäude: Die mit Trapezblechen aus glänzendem Aluminium verkleideten Außenwände wechseln sich mit vollflächig verglasten Fassaden ab, hinter denen sich die Klassenräume und Erschließungsflächen befinden. Der Grundriss arbeitet geschickt mit den begrenzten Möglichkeiten, die der Modulbau naturgemäß mit sich bringt. Die drei Gebäuderiegel haben die Planer zueinander versetzt bzw. im 90°-Winkel angeordnet. So werden lange Flure vermieden, gleichzeitig entstehen differenzierte Innen- und Außenräume. Durch die beiden Einbuchtungen im Baukörper werden die Eingänge akzentuiert.
Die vertikale Erschließung im Gebäude erfolgt über drei Treppenhäuser, die durch ihre prägnante Farbgebung – grün, gelb und pink! – eine Orientierung für die Kinder bieten. Im Haupttreppenhaus ist ein Aufzug integriert, was zur Barrierefreiheit beiträgt. Der zentrale Flur ist neben den Klassenräumen ein Begegnungsraum für die Kinder und bietet unterschiedliche Ausblicke in die Umgebung. Auch die Klassenräume sind durch ihre vollverglasten Fassaden zum Außenraum hin orientiert und dadurch natürlich belichtet.
Der Neubau umfasst zehn Klassenräume (plus Nebenräume) für die Vorschule sowie sieben Klassenräume für die Primarschule. Dazu stehen Bereiche für Lehrer und Erzieher sowie Arbeits- und Mehrzweckräume zur Verfügung. Im Erdgeschoss befinden sich ein „Bewegungsraum“ und eine Aufwärmküche mit Speisesaal.
Neun Meter Spannweite: Freitragende Unterzüge aus Furnierschichtholz
Auf Grundlage des Architekten-Entwurfs von NKBAK entwickelten die Ingenieure der Firma Kaufmann Bausysteme in Vorarlberg (Österreich) das passende Holzbau-Modulsystem für den Schulneubau. Eine Herausforderung stellte die Realisierung der Klassenzimmer dar: Bis zu 9 m betragen die Spannweiten der lichtdurchfluteten, fast quadratischen Räume.
Bei der Planung der Holzbau-Module spielt der Transport eine wichtige Rolle: Da die vorgefertigten Bauteile per LKW auf die Baustelle transportiert werden, entspricht die Breite eines Moduls in etwa der Breite der LKW-Ladefläche. Auf der Baustelle wurden die Module schließlich mit Hilfe eines Autokrans montiert: Aus drei Modulen wurde so beispielsweise jeweils ein Klassenzimmer zusammengebaut.
Die beiden äußeren Module bestehen dabei aus jeweils einer Brettsperrholz-Wand und einem freispannenden Unterzug. Über dem mittleren Modul spannen sich über bis zu 9 m lediglich zwei freitragende Unterzüge, die die Deckenlasten aufnehmen. Um dieses Tragwerk zu realisieren, wurden Holzträger aus BauBuche von Pollmeier eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Festigkeit sind die Träger aus dem industriell hergestellten Furnierschichtholz speziell für schlanke Konstruktionen mit großen Spannweiten bestens geeignet. Mit BauBuche können Bauteile – im Vergleich zu Nadelholz – bei gleicher Belastung deutlich „schlanker“ ausgeführt werden.
Durch den Einsatz der Unterzüge aus BauBuche war es möglich, die erforderliche Breite der Klassenzimmer zu erzielen und gleichzeitig die Höhe der Deckenkonstruktion gering zu halten.
Der Neubau erhielt den Holzbaupreis Hessen 2015. Den (geteilten) 1. Preis begründete die Jury mit der Eleganz des dreigeschossigen Holzbaus. Der glänzende Überzug aus Aluminium sei ein hervorragender Wetterschutz. Die Verwendung von Buchenfurnierschichtholz als neues Konstruktionsmaterial und der hohe Grad der Vorfertigung waren Kriterien für die Prämierung.
Planung:
Architekten Nicole Kerstin Berganski
und Andreas Krawczyk, NKBAK, Frankfurt am Main
Projektleitung:
Hochbauamt Frankfurt
Tragwerkplanung:
Bollinger + Grohmann GmbH, Frankfurt
Fachplanung HLSE:
Hochbauamt Frankfurt
Brandschutz:
Ingenieurbüro Wagner Zeitter, Wiesbaden


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