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Technisch auf neuestem Stand

Mehrbereichslöschanlage für explosionsgefährdete Bereiche
Technisch auf neuestem Stand

Die Produktionsstätte hochwertiger Spezialfolien erfordert zeitgemäßen Brandschutz für explosionsgefährdete Zonen. Bild:Siemens
Michael Kiefer, Siemens Building Technologies, Reg. Südwest / be

Wo lackiert, metallisiert und laminiert wird, sind Brandmelde- und Löschsysteme wegen der eingesetzten Lösungsmittel besonders gefordert. Das deutsche Werk der Dunmore GmbH verfügt hier mit einer neuen Mehrbereichslöschanlage über eine Lösung auf dem neuesten Stand der Technik.
Das deutsche Werk in Freiburg ist ein auf die Oberflächenveredlung spezialisiertes Unternehmen, das bahnförmige Materialien lackiert, metallisiert und laminiert. Das Ergebnis dieser Veredlungsschritte sind Folien für sehr spezielle Nischenanwendungen wie Produkte für die Raumfahrtindustrie, Pharmazie, Lebensmittelindustrie und für Sonnenschutz sowie für Stahl- und Aluminium-Materialien. Dabei werden sowohl lösemittelhaltige Lacksysteme als auch wässerige Systeme verwendet.
Explosionsgefährdete Zone
Das Herzstück der Produktion sind zwei Lackauftragswerke mit den dazugehörenden Trocknerbereichen. Das Areal ist als explosionsgefährdete Zone ausgewiesen, denn durch die eingesetzten Lösemittel ist die Brandlast besonders hoch. Das Ziel eines wirkungsvollen Brandschutzes besteht hier nicht nur darin, einen beginnenden Brand im absoluten Frühstadium zu erkennen, sondern ein eventuelles Feuer durch sofortige Löschung erst gar nicht entstehen zu lassen.
Entsprechend stellen die Sach- und Gebäudeversicherungsunternehmen für explosionsgefährdete Bereiche („Ex-Bereiche“) ganz besondere Anforderungen an die einzusetzende Technik. Diese Anforderungen orientieren sich jeweils an den aktuellsten Lösungen. Für Unternehmen wie Dunmore bedeutet dies auf der einen Seite die Gewissheit, brandschutztechnisch immer auf dem neuesten Stand zu sein, auf der anderen Seite einen kontinuierlichen Modernisierungsdruck.
So rüstete Siemens bereits 2004 in einem ersten Schritt das komplette Werk mit einer flächendeckenden Brandmeldeanlage, bestehend aus einer Sigmasys-C-Brandmelderzentrale und 200 automatischen sowie nichtautomatischen Meldern in Sigmaloop-Technik aus. Die Aufschaltung erfolgte direkt auf die Berufsfeuerwehr Freiburg.
Im zweiten Schritt erfolgte nun der Austausch der bestehenden, aber nicht mehr vorschriftenkonformen CO2-Löschanlage für die beiden Auftragswerke und diverse Lackbehälter gegen eine Löschanlage auf dem aktuellen Stand der Technik.
Stimmiges Gesamtkonzept
Siemens überzeugte die Auftraggeber dabei durch ein stimmiges Gesamtkonzept: Der elektrische Teil der Löschanlage, einer Sinorix-Cerexen-Mehrbereichslösch-anlage mit dem Löschmittel CO2, besteht aus einer Löschsteuerzentrale X100 mit Sigmasys-M-Modul. Da auch das Brandmeldesystem mit Sigmasys-Technik arbeitet, konnten Lösch- und Brandmeldeanlage problemlos miteinander vernetzt werden. Dadurch werden am Bedienfeld der Brandmelderzentrale SIGMASYS C die Alarmmeldungen beider Anlagen an einem zentralen Ort für die Feuerwehr angezeigt, zumal dort auch die Einsatzdateikarten für die Meldergruppen beider Anlagen deponiert sind.
In Abstimmung mit dem Sachversicherer wurden drei Löschbereiche festgelegt: Einer umfasst die beiden Auftragswerke mit den dazugehörenden Trocknerbereichen und Abluftsystemen, ein zweiter die Lackansetzerei und ein weiterer die Lösemitteldestillationsanlage. Die CO2-Vorratsmenge beträgt insgesamt 1 750 kg. Diese Menge wird in 35 Flaschen zu je 50 kg bevorratet. Die Flaschenbatterie ist in einem eigenen, feuerbeständig abgetrennten Raum untergebracht.
Da die Produktionsbereiche nur mit funktionsfähiger Löschanlage betrieben werden dürfen, steht zusätzlich ein kompletter Satz Reserveflaschen bereit, um den Produktionsablauf nach einer Löschung nur so kurz wie möglich unterbrechen zu müssen. Aufgrund der unterschiedlichen Löschmittelmengen für die drei Löschbereiche wurde die Gesamtflaschenanzahl in drei Batteriegruppen unterteilt. Die Löschgasverteilung übernehmen insgesamt fünf Hochdruck-Bereichsventile, die über die entsprechenden Rohrleitungssysteme und spezielle Löschdüsen das Löschmedium an den jeweiligen Brandherd leiten. Alle drei Löschbereiche sind aufgrund des Umgangs mit Lösemitteln als explosionsgefährdete Zonen definiert. Daher wurden alle elektrischen Geräte entsprechend den Richtlinien für Ex-Bereiche ausgelegt.
Die Installation der Branddetektion und der CO2-Löschanlage musste aus betrieblichen Gründen parallel zur bestehenden Löschanlage aufgebaut werden. Ein Großteil der Arbeiten in den Produktionsbereichen konnte nur an sechs genau vorbestimmten Wochenendterminen während des Betriebsstillstandes durchgeführt werden. Nach Fertigstellung der Installationsarbeiten wurde die neue CO2-Löschanlage in Betrieb genommen und im Anschluss daran die bisherige Löschanlage deaktiviert. Inzwischen ist die Gesamtanlage von einem VdS-Sachverständigen mit Teilflutung aller Löschbereiche ohne Beanstandungen abgenommen worden. Die zukünftige Betreuung dieser komplexen Anlage übernimmt Siemens im Rahmen eines Wartungsvertrags.
Fazit
Die Produktion hochwertiger Spezialfolien konfrontiert die Verantwortlichen im Freiburger Werk der Dunmore Europe GmbH mit den kontinuierlich steigenden Anforderungen an den Brandschutz in Ex-Bereichen. Die aktuelle Lösung von Siemens verknüpft Brandmeldetechnik und eine Mehrbereichslöschanlage mit Löschmittel CO2 zu einem einheitlich bedienbaren Gesamtkonzept. Da das Unternehmen in näherer Zukunft eine Erweiterung der Produktion plant, ist die Löschanlage schon jetzt auf eine mögliche Vergrößerung um einen vierten Löschbereich ausgelegt.
Weitere Informationen
Brandmeldetechnik bba 537
Löschanlage bba 538
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