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Rohdecken mit mehr Sicherheit

Trockenunterböden
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Besonderer Vorteil von Trockenestrichen ist, dass schon mit recht geringen Aufbauhöhen eine deutliche Erhöhung des Brandschutzes erreicht werden kann. Über den Brandschutz hinaus können mit Trockenestrichen auch Schallschutz bzw. Wärmedämmung einer Fußbodenkonstruktion deutlich verbessert werden. Durch das relativ geringe Gewicht ergeben sich in den meisten Fällen keine statischen Probleme.

Anforderung:

Zeitgemäßes, wirtschaftliches Bauen: Brandschutztechnische Standards mit Trockenunterböden

Lösung:

Trockenunterböden mit Estrich-Elementen und Ausgleichsschüttung:
F60, F90 und F120


Dipl. Wirtsch.-Ing., Dipl.-Ing. Markus Möllenbeck | be

Der Brandschutz nimmt in heutiger Zeit einen immer höheren Stellenwert ein. In den bauaufsichtlichen Regelungen, z. B. in der Musterbauordnung [MBO], sind die allgemeinen Schutzziele festgelegt. Dabei kommt dem Personenschutz mit der höchste Stellenwert zu. Um einen adäquaten Brandschutz sicherzustellen, wurde auf Basis zahlreicher brandschutztechnischer Prüfungen in Verbindung mit Trockenunterböden eine Grundlage zur brandschutztechnischen Verbesserung von Rohdecken geschaffen. Unter praxisgerechter Betrachtungsweise ist damit im Rahmen eines Allgemeinen Bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses [ABP] ein Dokument erstellt worden, das eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten bietet. Dabei lag der Fokus vor allem darauf, bauliche Brandschutzlösungen für die verschiedensten baulichen Gegebenheiten sowohl im Neubau als auch in der Renovierung bzw. Modernisierung zu bieten.

Durch Einsatz von Trockenunterbodensystemen wurden die unterschiedlichsten Aufbauten brandschutztechnisch klassifiziert. Einstufungen von F60 bis F120 sind realisierbar. Schon durch einzelne Trockenunterböden auf entsprechenden Rohdeckentypen kann mit nur 30 mm Elementdicke ein Feuerwiderstand von 90 Minuten bei Beanspruchung der Deckenoberseite erreicht werden.

Die baulichen Gegebenheiten sowie Anforderungen sind in der Regel nicht ausschließlich auf ein Leistungsmerkmal wie den baulichen Brandschutz ausgerichtet. Vielmehr kommt es darauf an, durch Kombinationsmöglichkeiten mit ergänzenden Materialien – wie durch spezial getrocknetes Porenbetongranulat als Ausgleichsschüttung (Niveauausgleich), Wabendämmsystemen (Deckenbeschwerung) bzw. Plattenmaterialien – neben dem Brandschutz auch die Verbesserung der schalldämmtechnischen Eigenschaften zu optimieren.

Rohdecken für Trockenunterböden

Bei der Verlegung von Trockenunterböden ist grundsätzlich zu beachten, dass eine vollflächige Auflage und ein tragfähiger trockener Untergrund erforderlich sind. In diesem Zusammenhang müssen in jedem Fall die Verlegerichtlinien der Hersteller beachtet werden.

Für die brandschutztechnische Verbesserung des tragfähigen Untergrundes (Rohdecke) durch Trockenunterböden stehen für die brandschutztechnische Einstufung fünf Deckentypen zur Verfügung:

  • Massivdecken
  • Holzbalkendecken mit oberer Beplankung
  • Holzbalkendecken mit tragfähigem Einschub [niveaugleich oder abgesetzt]
  • Stahltrapezprofile
  • Stahlträgerdecken.

Zu berücksichtigen ist, dass bei der Dimensionierung der Materialdicken (Beplankung/Schalung) die Mindestanforderungen unter brandschutztechnischen Gesichtspunkten aufgeführt werden. Die Materialdicken sind zudem unter statischen Aspekten zu betrachten, da die Tragfähigkeit des Bodenaufbaues sichergestellt sein muss und eine entsprechende Dimensionierung erforderlich ist. Die Klassifizierung eines Gesamtdeckenaufbaus bei Beflammung der Deckenoberseite ist mit der Verlegung von fertigen Trockenunterbodenelementen sowie auch in Verbindung mit System- beziehungsweise Kombinationsaufbauten möglich.

Holzbalkendecke

Um beispielsweise bei einer Holzbalkendecke mit oberer Beplankung aus Rauspundschalung bzw. Holzwerkstoffplatte einen Feuerwiderstandsklasse von F60 zu erreichen, ist ein zusätzliches 20 mm dickes Trockenunterbodenelement wie das fermacell Estrich-Element 2E11 ( 2 x 10 mm Gipsfaser-Platten) ausreichend. Da in Verbindung mit Holzbalkendecken in der Regel auch Anforderungen an den Schallschutz zu berücksichtigen sind, bieten sich hier bereits werkseitig mit 10 mm Holzfaser-Dämmplatte oder alternativ mit 10 mm Mineralfaser kaschierte Trockenunterbodenelemente an.

Diese Elemente gewähren bei einer Gesamtdicke von 30 mm eine Feuerwiderstandsklasse von F90. Bedingt durch diese geringe Elementdicke der Trockenunterböden ist es möglich geworden, den oftmals geforderten niedrigen Gesamtfußbodenaufbauhöhen zu entsprechen.

Mit tragfähigem Einschub

Bei der Ausführung „Holzbalkendecke mit tragfähigem Einschub“ kommen bei Altbausanierungen Forderungen nach geringen Gesamtaufbauhöhen auf. Dabei ist der Bestand bei z. B. Türen oder die Vorgabe, nicht wesentlich an Raumhöhe zu verlieren, ein Kriterium, das erfüllt werden muss. Ergänzend ist in jedem Fall die statische Auslastung der Gesamtdeckenkonstruktionen zu berücksichtigen. Bedingt durch das niedrige Gewicht – ein 30 mm Element wiegt zwischen 25 und 26 kg/m²– kann mit dem Einsatz von Trockenunterbodenelementen bzgl. zusätzlicher Lasten diesen Anforderungen entsprochen werden.

In der Vergangenheit wurden bevorzugt Einschubdecken erstellt, bei denen der Einschub auf Lattungen aufgelagert und z.B. mit Lehm- oder Schlackefüllungen beschwert wurde. Im Sanierungsfall dieser Deckenkonstruktionen wird oft die alte obere Dielung/Beplankung (z. B. Rauspundbretter) entfernt und somit der Einschub freigelegt. Um nicht an Raumhöhe zu verlieren, wird häufig eine direkte Verlegung von Trockenunterbodensystemen auf den freigelegten Einschub gewünscht. Verschiedene Systemvarianten bieten entsprechende Möglichkeiten zur fachgerechten Ausführung von brandschutztechnischen Verbesserungen. Hierbei sind jedoch zwei Punkte in jedem Fall zu berücksichtigen:

  • Die entfernte obere Beplankung diente i.d.R. als statisch aussteifende Scheibe für die Deckenkonstruktion. Deshalb muss auch auf statische Eigenschaften und Anforderungen des Gesamtdeckenaufbaues geachtet werden.
  • Soll bei Modernisierung aufgrund minimiertem Gesamtfußbodenaufbaus mit Einschub gearbeitet werden, kann mit niveaugleichem Einschub ausgeführt werden. Dabei muss sichergestellt werden, dass eine vollständige Lastübernahme auch vom gesamten Deckenoberaufbau her gewährleistet ist. Als Folge ist der Einschub meist entsprechend zu dimensionieren.

Ausgleichsschüttungen

Bei der Ausführung sind die Verlegehinweise der Hersteller von Trockenunterböden zu beachten. Um Unebenheiten zu egalisieren, stehen Ausgleichsschüttgüter zur Verfügung. Ausgleichsschüttungen (z. B. spezial getrocknetes Porenbetongranulat) bieten eine zusätzliche Verbesserung der Brandschutzqualität. Mit Mindestschütthöhe von ≥ 10 mm ist eine Überschüttung der freigelegten Deckenbalken vorgegeben, die einzuhalten ist.

Diese Überschüttung ist erforderlich, da so die verkrallende Wirkung des Granulates wegen Kornabstimmung [Korngröße 0,2 – 4 mm] sichergestellt wird, was beim Gesamtbodenaufbau den Anforderungen der späteren Nutzung in Bezug auf die Tragfähigkeit entspricht.

Für die Klassifizierung F90 bei Beflammung der Deckenoberseite stehen bei Holzbalkendecken 30 mm dicke Trockenunterböden mit entsprechender Kaschierung (Holzfaser-Dämmplatte oder Mineralwolle) zur Verfügung. So lassen sich bei Einschubdecken durch Trockenschüttung in Verbindung mit Trockenunterböden zum einen Unebenheiten in der Gesamtdeckenkonstruktion egalisieren und zum anderen einen niedrigen Gesamtdeckenaufbau erstellen.

Insbesondere im Bereich der Modernisierungen von Altbaudecken sind oft infolge von Unebenheiten beim Niveauausgleich Höhen auszugleichen, die über die Möglichkeiten von Ausgleichsschüttungen hinausgehen. Hier bieten sich Produkte an, die als gebundene Schüttung, wie z.B. die fermacell Gebundene Schüttung, Anwendung finden. Die gebundene Schüttung besteht aus einem recycelten Schaumkunststoff in Korngröße von 2 – 8 mm und einem zementären Bindemittel. Sie kann in Aufbauhöhen von 30 mm bis über 500 mm sowie in einzelnen Schichten bis zu 2 000 mm aufgebaut werden.

Für Altbaudecken ist sie durch das geringe Gewicht und die gute Wärmedämmung besonders geeignet. Da das Anmachwasser vollständig für den Abbindeprozess des zementären Bindemittels benötigt wird, kann der Bauablauf zeitlich verkürzt angesetzt werden. Im Vergleich zu konventionellen Systemen ist die gebundene Schüttung nach ca. sechs Stunden bereits begehbar. Unter brandschutztechnischer Betrachtung trägt die gebundene Schüttung maßgeblich zur Ertüchtigung des Gesamtsystemaufbaus bei. So werden dann in Verbindung mit Trockenunterböden Feuerwiderstandsklassifizierung von bis zu 120 Minuten realisierbar.


Trockenunterböden decken Fußbodenlösungen für privaten Hausbau über mehrgeschossigen Wohnbau bis hin zum Nichtwohnbau wie Krankenhaus-, Büro-/Verwaltungs- oder Schulbau ab. Sie bieten neben vielfältigen Einsatzbereichen einen zusätzlichen effizienten Brandschutz auf höchstem Niveau. Dadurch tragen sie zu einem gesteigerten Sicherheitsbefinden bei.


Mehr zum Thema

  • Trockenestriche

www.hier.pro/trockenestrich-im-bbaFokus



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