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„Leicht“ ertüchtigt

Sanierung eines Bürohochhauses in Berlin-Wilmersdorf
„Leicht“ ertüchtigt

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Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Komplettsanierung des Hochhauses am Hohenzollerndamm betraf die brandschutztechnische Ertüchtigung: Mineralfaserspritzputz K2 musste entfernt und anschließend Geschossdecken und Tragwerk mit neuen Brandschutzsystemen ausgestattet werden. Zum Einsatz kam nichtbrennbare Steinwolle.

Dr. Sälzer Pressedienst | jo

Errichtet wurde das Hochhaus am Hohenzollerndamm in den Jahren 1974 bis 1977 und wie in vielen Gebäuden aus dieser Zeit vertraute man beim Brandschutz auf ein aus heutiger Sicht unzureichendes Material. Viele Stahlträger und -stützen waren mit Mineralfaserspritzputz K2 bekleidet. Wenn auch hermetisch von den Innenräumen abgeschottet, war diese Art des Brandschutzes nicht mehr zeitgemäß, vieles auch nicht ausreichend und sollte nun gegen unbedenkliche Systeme ausgetauscht und ergänzt werden. In Zahlen ausgedrückt bedeutete das die Neubekleidung von rund 60 000 m2 zu isolierender Fläche unter Geschossdecken und am Tragwerk.
Ausgangssituation
Die Deckenkonstruktionen bestanden aus Trapezblechprofilen mit einer Schicht aus Aufbeton, in dem mittig zur Rissbewehrung eine Betonstahlmatte eingebracht war, die aber nicht die notwendige Brandschutzqualität aufwies. Die Bekleidung musste so gewählt werden, dass diese Konstruktion sowohl bei einer Brandbeanspruchung von der Deckenunterseite als auch von der Deckenoberseite in die Feuerwiderstandsklasse F 90 nach DIN 4102–2 : 1977–09 eingestuft werden kann.
Zu berücksichtigen waren dabei Abweichungen im Konstruktionsaufbau der Decken: In 14 Geschossdecken finden sich Trapezblechdecken (Steghöhe = 70 mm) ohne brandschutztechnische Qualitäten, in den restlichen acht Decken sind Holoribdecken (Steghöhe ≥ 50 mm) mit brandschutztechnischer F 90-Qualität verbaut. Die Sicken aller Profile sind vollständig mit Beton verfüllt, der Aufbeton weist auf allen Flächen eine Dicke von mehr als 50 mm auf.
Geschossdecken
Auf Basis einer gutachterlichen Stellungnahme des beteiligten Brandschutzsachverständigenbüros IBB GmbH wurde für die brandschutztechnische Ertüchtigung der Geschossdecken (Trapezblechdecken) eine unterseitige Bekleidung mit 30 mm dicken „Conlit Steelprotect Boards“ von Rockwool gewählt. Diese druckfesten Steinwolleplatten sind nichtbrennbar (Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 Teil 1) und mit einem Flächengewicht von ca. 4,8 kg/m2 (bei der verarbeiteten Dicke von 30 mm) sehr leicht, was das Handling auf der Baustelle vereinfacht. Mit den „Conlit Steelprotect Boards“ wurde zude relativ wenig Masse neu eingebracht, was bei der Filigranbauweise mit Trapezblechdecken von Bedeutung ist.
Die Stoßfugen der 2 000 x 1 200 mm großen Platten wurden mit dem „Conlit Fix“ Systemkleber vollflächig miteinander verklebt. Die Befestigung an den Trapezblechdecken erfolgte mit Setzbolzen in einem Raster von 450 x 500 mm, wobei ein Randabstand zum Plattenlängsrand von ca. 100 mm eingehalten wurde. Die Festigkeit der Setzbolzen wurde vor Ort durch Auszugsversuche bestätigt. Die Anbindung von Abhängern für Installationen und die Unterdecken erfolgt nach dem Gutachten direkt an den Trägerprofilen.
Eine Aufdopplung der Bekleidung an den Abhängebereichen und das Auftragen einer Brandschutzbeschichtung sorgen im Brandfall für zusätzlichen Schutz.
Stahlunterzüge
Auch die brandschutztechnische Bekleidung der tragenden und aussteifenden Stahlbauteile wurde gemäß ABP P-SAC-02 III-664 mit den „Conlit Steelprotect Boards“ realisiert. Die Dimensionierung der kastenförmigen Bekleidung richtete sich nach den U/A-Werten der Stahlträger und -stützen. Bei den großen Unterzügen mit Profilhöhen ab 400 mm wurden die als erstes eingebrachten Knaggen durch eine Hinterlegung mit „Conlit Steelprotect Board“ Streifen zusätzlich verstärkt. Die flächigen Bekleidungen wurden anschließend wieder mit den Knaggen und Stößen mit „Conlit Fix“ verklebt und mit Stahlklammern fixiert. Auch die Kreuzungspunkte der Träger wurden auf diese Weise kastenförmig bekleidet. Die Flexibilität der Platten und ihr leichter Zuschnitt halfen dabei, auch kleine Anschlussdetails in angemessener Zeit herstellen zu können.
Um die Wärmeeinleitung über nicht klassifizierte Stahlbauteile zu reduzieren, wurden diese auf einer Länge von 30 cm ebenfalls mit den Brandschutzplatten bekleidet.
Planung: gmp Generalplanungsgesellschaft mbH, Berlin Brandschutzsachverständige: IBB GmbH – Ingenieurbüro für Brandschutz von Bauarten, Groß Schwülper


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