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Grenzenlos einsetzbar

Für Europa: Nichtbrennbare Gipsfaser-Platte
Grenzenlos einsetzbar

Durch das Zusammenwachsen der europäischen Märkte werden einheitliche Anforderungen an Produkte und Verfahren notwendig. Eine neue Gipsfaserplatte wird in die höchste europäische Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501–1 als nichtbrennbar eingestuft und ermöglicht europaweiten Einsatz.

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Markus Möllenbeck, Produktmanager Fermacell | be

Seit langem werden viele Gesetze und Verordnungen über das europäische Parlament und die europäischen Institutionen verabschiedet. Die Definitionen von europaweit einheitlichen Anforderungen an Produkte und Verfahren sorgen für direkte Vergleichbarkeit und gewährleisten freien Handel innerhalb des europäischen Binnenmarktes. Vielfach gehen diese Anpassungen mehr oder weniger sang- und klanglos über die Bühne – teilweise sind sie jedoch mit erheblichen Konsequenzen für die nationalen Märkte verbunden.
Das zeigt sich sehr deutlich etwa im baulichen Brandschutz. Hier führt die europäische Harmonisierung der Brandschutzprüfungen und der Brandschutzklassifizierungen in Kombination mit neuen europäischen Prüfverfahren zu einer erheblichen Verschärfung der nationalen Anforderungen an Baustoffe und Bauteile.
Früher wurden in den einzelnen Ländern Europas die Brandschutzeigenschaften von Baustoffen und Bauteilen nach nationalen Prüfanforderungen nachgewiesen – in Deutschland waren hier die DIN 4102 und ihre zugehörigen Teilnormen maßgebend – und entsprechend national zugelassen. Zukünftig wird europaweit ausschließlich nach europäischen Prüf- sowie Klassifizierungsnormen geprüft und klassifiziert, um anschließend national die Verwendung zu regeln. Dabei führt die europäische Harmonisierung zur Verschärfung der Prüfbedingungen. Bedingt durch die Tatsache, dass europaweit einheitliche bzw. vergleichbare Prüfergebnisse generiert werden sollten, ist insbesondere aufgrund der unterschiedlichsten Prüfofengeometrien und Prüfofenbefeuerungen eine neue Temperaturerfassung und somit -steuerung definiert worden. Hieraus resultiert eine Verschärfung der Prüfbedingungen mit deutlich erhöhten Anforderungen an Baustoffe und Bauteile.
Im Ergebnis können Bauteile, die bislang aufgrund von nationalen Regelungen eingesetzt wurden, nicht mehr so angewendet werden wie früher. Systeme wie Decken, Wände oder Schachtwände verlieren bei einer Prüfung nach europäischen Standards ihre nationalen Nachweise, weil sie die verschärften Bauteilanforderungen nicht erfüllen.
Verschärfte Anforderungen
Gleichzeitig gibt es infolge der europäischen Harmonisierung eine neue Definition der Baustoff-Klassifizierung. Wie national in Deutschland wird auch auf europäischer Ebene zwischen einem ‚brennbaren’ und ‚nichtbrennbaren’ Bereich unterschieden. Dabei ist der Kategorie ‚nichtbrennbar’ die Klasse A1 und A2 zugewiesen, die Klasse ‚brennbar’ wird in die fünf Stufen B, C, D, E und F unterteilt.
Die nichtbrennbaren Klassen unterscheiden sich grundlegend dadurch, dass es sich bei den A2 Baustoffen um nichtbrennbare Materialen handelt, die über einen definierten geringen Anteil organischer Bestandteile verfügen. Im wesentlichen wird beim Nachweis der Baustoffklassen auf unterschiedliche Prüfverfahren zurückgegriffen. Für die Klasse A1 gilt hierbei u.a. ein Ofentest (EN ISO 1716), bei dem ein Leistungsmerkmal dadurch definiert ist, dass während der Prüfdauer von 30 Sekunden eine Entflammung von 0 Sekunden auftreten darf. Dieses schließt auch eventuell auftretende Pyrolysegase ein, die sich nicht entzünden dürfen.
In vielen Ländern führt die Umstellung von der nationalen Baustoffklassifizierung auf das europäische System zu einer Verschärfung der Einsatzmöglichkeiten. So werden europaweit für den Ausbau von öffentlichen Gebäuden zunehmend Baustoffe mit der Baustoffklasse A1 gefordert. Beispielhaft kann hier die Baustoffzuordnung in Italien benannt werden, wo bislang die nationale Baustoffklasse „Class 0“ der höchsten Anforderung entsprach und nun auf das europäische System umgestellt wurde. Dies hat zur Folge, dass Italien für öffentliche Gebäude – insbesondere bei Gebäudeabschnitten der Flucht- und Rettungswege – Baustoffe mit der höchsten Baustoffklasse A1 nach EN13501–1 fordert. Somit finden Produkte, die zuvor der „Class 0“ entsprachen, in diesen Bereichen keine Anwendung, wenn sie nicht der Baustoffklasse A1 entsprechen. Dies betrifft insbesondere im Trockenbau die Gipswerkstoffplatten, die derzeit im Markt sind und der Baustoffklasse A2 zugeordnet werden.
Nichtbrennbare Gipsfaser-Platte
Fermacell hat auf diese veränderte Situation reagiert und seine klassische Gipsfaser-Platte weiterentwickelt. Im Herbst 2011 wurde die neue Brandschutzplatte Firepanel A1 in den Markt eingeführt, die die hohen europäischen Anforderungen erfüllt und so eine sichere Lösung für den baulichen Brandschutz in Europa bietet. Dem Unternehmen ist es damit gelungen, seine Brandschutzkompetenz deutlich auszubauen. Firepanel A1 besitzt alle bekannten Eigenschaften der Fermacell Gipsfaser-Platten, bietet jedoch noch bessere Brandschutzeigenschaften für den Baustoff und das Bauteil.
Die Neuentwicklung wird nach DIN EN 15283–2 gekennzeichnet und ist in die höchste europäische Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501–1 sowie national nach DIN 4102–1 als nichtbrennbar eingestuft. Prüfzeugnisse über Feuerwiderstandsklassen F 60 [EI 60] bis F 120 [EI 120] im Trenn- und Schachtwandbereich sowie im Deckenbereich von nationalen und internationalen Materialprüfanstalten liegen dem Unternehmen vor.
Die Platten werden in den Dicken 10 mm, 12,5 mm und 15 mm in den Markt eingeführt. Ein breites, systemkompatibles Zubehörprogramm aus Fugen-, Fein- und Gipsflächenspachtel, Fugenkleber, Schnellbauschrauben und Gewebeband sowie verschiedenen Werkzeugen ergänzt das System. Erreicht wird die Nichtbrennbarkeit gemäß der höchsten europäischen Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501–1 (national nach DIN 4102–1) durch den Austausch eines bestimmten Anteils von Papierfasern durch nichtbrennbares Material.
Die Investition in eine neue Anlagen-/Produktionstechnik war dabei entscheidend. Wie die klassische Gipsfaser-Platte besteht die Firepanel A1 aus natürlichen Rohstoffen, die unter Zugabe von Wasser und ohne weitere Bindemittel unter hohem Druck zu stabilen Platten gepresst, getrocknet, beidseitig oberflächenhydrophobiert und auf die benötigten Formate zugeschnitten werden. Dabei reagiert das Wasser mit dem Gips und durchdringt und umhüllt die Fasern. Dies sorgt für die hohe Stabilität und ist zudem verantwortlich für die Nichtbrennbarkeit. Entsprechend können die Platten überall dort eingesetzt werden, wo für den baulichen Brandschutz Platten der Baustoffklasse A1 gefordert werden.
Bei den verschiedenen Konstruktionen wie Trenn- oder Schachtwände mit Firepanel A1 ist keine Mineralwolle erforderlich.
Aufgrund ihrer Materialzusammensetzung ist die Fermacell Firepanel A1 gleichzeitig eine Feuerschutz-, Bau- und Feuchtraumplatte mit beidseitig homogenen Platteneigenschaften. Das Fehlen von Leimen schließt jede Geruchsbelästigung aus und erhöht die Diffusionsfähigkeit der homogenen Plattenstruktur. Das eco-Institut hat jetzt nach entsprechender Prüfung die Firepanel A1 zertifiziert und damit bestätigt, dass der Einsatz der neuen Brandschutzplatte Firepanel A1 toxikologisch und ökologisch unbedenklich ist.
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