Glaswände aus Brandschutzglas für eine neue Firmenzentrale in Stuttgart

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Sicher im visuellen Freiraum

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Weil die bislang genutzten Räumlichkeiten an ihre Grenzen stießen, ließ das Unternehmen AEB eine neue Firmenzentrale errichten. In der Architektur des Neubaus sollte sich die offene Unternehmenskultur widerspiegeln – in Form von lichtdurchfluteten, transparenten, offenen Räumen. Um gleichzeitig die strengen brandschutztechnischen Auflagen zu erfüllen, kamen Glaswände und -türen aus Brandschutzglas zum Einsatz.

Anforderung:

Erfüllung von Brandschutzvorgaben bei gleichzeitigem Erhalt von Offenheit und Transparenz

Lösung:

Rahmenlose Ganzglaswände und -türen als Brandschutzverglasung


Günter Siegler | vs

Auf einer Nettogrundfläche von rund 9 000 m2 sollte eine hochflexible Arbeitswelt entstehen, in der sich die über 400 Mitarbeiter des Stuttgarter Logistik- und Außenwirtschaftssoftware-Unternehmens rundum wohlfühlen, so die Vision – mit einem Open-Space-Konzept, das Kommunikation, Zusammenarbeit und Kreativität der Teams fördert, sowie mit kleinteiligeren Rückzugsräumen, die das konzentrierte Arbeiten möglich machen.

Nach einer Wettbewerbsausschreibung erhielt das Stuttgarter Architekturbüro Riehle + Assoziierte den Zuschlag für dieses herausfordernde Projekt.

Strukturelle Offenheit

„Das AEB-Headquarter versteht sich als Beitrag zur aktuellen Architekturdiskussion über Arbeitswelten und nimmt Haltung zur Fragestellung ein, wie wir heute arbeiten wollen“, beschreiben die Architekten Hannes Riehle und Maximilian Köth das Ziel des Entwurfs.

Herz des fünfgeschossigen Gebäudekomplexes ist ein großzügiges, 21 m hohes Atrium. Im Erdgeschoss gelangt man von hier aus in die Kantine. Außerdem befinden sich auf dieser Ebene Konferenzräume und ein Sportbereich.

In den vier Obergeschossen sind Großraumbüros mit flexiblen Arbeitsplätzen und Think-Tanks als Rückzugsoasen untergebracht. Erschlossen werden sie u.a. durch umlaufende Flure, die zum Atrium hin offen sind und sich z.T. balkonartig „aufweiten“. Hier können sich die Mitarbeiter zum Gespräch und interaktiven Arbeiten zusammenfinden und die dort angesiedelten Teeküchen sowie Bibliotheken aufsuchen.

Riehle: „So können verschiedene Raumkategorien geschaffen werden, die das Angebot unterschiedlicher Arbeitsformen möglich machen.“

Herausforderung Brandschutz

Die Brandschutzanforderungen der Baubehörde drohten das Konzept der offenen und transparenten Räume zunächst ins Wanken zu bringen. Denn gefordert wurde die brandschutztechnische Abtrennung des Atriums von den Büroräumen – und das über alle fünf Geschosse hinweg.

Durch die lufträumliche Verbindung der verschiedenen Ebenen über das Atrium musste die brandschutztechnische F90-Anforderung, die ansonsten für die Decke gilt, quasi in die Vertikale „geklappt“ werden. Die Lösung: Brandschutzvorrichtungen, die als Wände und Türen den Atriumumgang sicher von den Arbeitsbereichen und sonstigen Räumen abtrennen und die Geschosse in unterschiedliche Brandschutzeinheiten unterteilen.

Für die Planer stellte sich jedoch die Frage, ob sich damit ihre Vision von Offenheit, Transparenz und visuellem Freiraum noch in der gewünschten Ästhetik umsetzen ließe.

Ganzglaswände aus Brandschutzglas als sichere Lösung

Das Architekturbüro dachte um und fand schließlich eine Lösung: Ganzglaswände aus Brandschutzglas von Promat in flächenbündiger Optik. Diese lassen trotz der hohen Anforderungen an den Brandschutz Offenheit und Transparenz in der Gestaltung zu.

„Das Besondere an den Lösungen ist, dass sie komplett rahmenlos erhältlich und in sehr großer Fläche einsetzbar sind“, so Architekt Hannes Riehle. „Das ist einzigartig, auch was die rahmenlosen Brandschutztüren anbetrifft, die es so bislang noch nicht gab. Dank der beeindruckenden Transparenz erkennt man mit dem bloßen Auge gar nicht, dass es sich um Brandschutzglas handelt. So lassen sich die Brandschutzauflagen umsetzen, ohne dass die Filigranität des offenen Bürokonzepts leidet.“

Die F1-Ganzglaswände von Promat sind brandschutztechnisch geprüft und allgemein bauaufsichtlich zugelassen. Aufgebaut sind sie mehrschichtig – mit zwei Glasscheiben und einem Brandschutzgel dazwischen, welches das Glas darüber hinaus UV-beständig macht.

Dabei kommen die Glaswände ganz ohne glasteilende Profile aus, benötigen also weder Zwischenpfosten zur statischen Aussteifung noch Abdeckungen der vertikalen Glasstöße. Die riegellose Ausführung, die lediglich mit Silikonfugen an den vertikalen Glaskanten versehen ist, sorgt für eine gleichmäßige Lichtdurchflutung der angrenzenden Räume. Da allein das Erdgeschoss eine Deckenhöhe von über 3,50 m aufweist, waren Glasflächen in einer sehr großformatigen Abmessung notwendig. Daher fiel die Wahl auf das sehr stabile Verbundsicherheitsglas.

Rahmenloses Ganzglastür-System

570 m2 Glaswände wurden in den vier Obergeschossen verbaut, zudem kamen 90 m2 Glasfläche im Erdgeschoss zum Einsatz. Bei den Türen entschieden sich die Architekten gemeinsam mit dem Bauherrn für eine neuartige Lösung, die erstmals im AEB-Bürogebäude eingesetzt wurde: das laut Hersteller erste rahmenlose Ganzglastür-System der Welt.

Im Gegensatz zu anderen marktgängigen Systemen benötigt es keine umlaufenden Profilkonstruktionen wie Pfosten-Riegel mehr, besteht also lediglich aus rahmenlosen Glastürblättern in ein- oder zweiflügeligen Ausführungen, die sich nahtlos in die Ganzglaswände einfügen. Um die Optik der Türen im gesamten Gebäude einheitlich zu halten, lieferte der Hersteller zudem einige F0-Türen aus „normalem“ Glas, die in denjenigen Räumen eingesetzt wurden, wo kein zusätzlicher Brandschutz nötig war.

„Der Umfang an verbautem Glas war nahezu einzigartig und eine große Herausforderung für die Planung, die Logistik, die Vorbereitung und die Montage – zumal die Scheiben eine enorme Größe und ein immenses Gewicht aufweisen“, erklärt Detlef Temmen von der Lindner Group, verantwortlich u.a. für den Einbau der Systeme.

Durch die enge und gute Zusammenarbeit zwischen Architekt, Verarbeiter und Systemberater Promat wurden die bis zu 260 kg wiegenden Glaskolosse aber sicher verbaut und alle damit verbundenen Anforderungen gut gelöst. „Promat hat alles nach unseren Wünschen baustellenfertig geliefert und alle Fragen schnell und individuell geklärt“, so Temmen.

Schallschutz inklusive

Ein weiterer Mehrwert: Die Brandschutzverglasung von Promat liefert die Schalldämmung gleich mit. Diese wäre ohnehin notwendig gewesen, um die Arbeitsbereiche vor Lärmausbreitung aus dem offenen Atrium zu schützen und „Klappergeräusche“ aus der Kantine nicht nach außen dringen zu lassen.

„Das ist ein großer Vorteil, Brandschutz und Schallschutz mit einem Produkt gleichzeitig abzudecken“, so Architekt Riehle. „Und zudem sind die Ganzglaswände auch noch absturzsichernd.“


Bauherr: AEB GmbH

Architekten: Riehle + Assoziierte, Stuttgart
www.riehle-architekten.de

Verarbeiter: Lindner Group

NRF: 9 000 m2

Kosten: 32 Mio. Euro

Standort: Stuttgart-Möhringen


Architekten Hannes Riehle und Maximilian Köth: „Das AEB-Headquarter versteht sich als Beitrag zur aktuellen Architekturdiskussion über Arbeitswelten und nimmt Haltung zur Fragestellung ein, wie wir heute arbeiten wollen.“


Architekt Hannes Riehle: „Das Besondere an den [Brandschutzglas-] Lösungen ist, dass sie komplett rahmenlos erhältlich und in sehr großer Fläche einsetzbar sind.“


Architekt Hannes Riehle: „Dank der beeindruckenden Transparenz erkennt man mit dem bloßen Auge gar nicht, dass es sich um Brandschutzglas handelt. So lassen sich die Brandschutzauflagen umsetzen, ohne dass die Filigranität des offenen Bürokonzepts leidet.“


Detlef Temmen, Lindner Group: „Der Umfang an verbautem Glas war nahezu einzigartig und eine große Herausforderung für die Planung, die Logistik, die Vorbereitung und die Montage – zumal die Scheiben eine enorme Größe und ein immenses Gewicht aufweisen.“


F- und G-Verglasungen

Die DIN 4102–13 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen unterscheidet bei Brandschutzverglasungen zwischen G-Verglasungen und F-Verglasungen.

Während Brandschutzverglasungen der Feuerwiderstandsklasse G dazu bestimmt sind, nur die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern, müssen Verglasungen der Feuerwiderstandsklasse F überdies den Durchtritt der Wärmestrahlung unterbinden. G-Verglasungen sollen diesen lediglich „behindern“.

Weiterer Unterschied: F-Verglasungen zählen zu den Bauteilen, die als „feuerhemmend“ (F 30-B) bzw. „feuerbeständig“ (F 90-AB) klassifiziert werden. G-Verglasungen (z.B. G 30, G 90) hingegen dürfen nur als „gegen Feuer widerstandsfähige Verglasungen“ bezeichnet werden.


Mehr zum Thema

  • bba-Fachbeitrag: Brandschutzglastüren und absturzsichernde Brandschutzverglasungen für ein umgenutztes Kloster

www.hier.pro/bba1018-brandschutzverglasung



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