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Brandschutzkonzept mit filigranen Brandschutztüren

Umbau der Oberfinanzdirektion zum Luxushotel in Hamburg
Filigran brand- und rauchdicht

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Gutes Brandschutzkonzept gefragt: Die ehemalige Oberfinanzdirektion in Hamburg wurde zum First-Class-Hotel umgebaut. Dazu musste das riesige Gebäude in einzelne Brandabschnitte unterteilt werden. Eine Lösung war gesucht, die den Anforderungen des Denkmalschutzes und dem ästhetischen Empfinden im gehobenen Hotelsektor gleichermaßen entspricht – so wie beispielsweise filigrane Brandschutztüren.

Anforderung:

Umbau zum Hotel erforderte ein Brandschutzkonzept mit umfangreichen Maßnahmen, die optisch nicht stören sollten

Lösung:

Filigrane Brandschutztüren plus Brandschutzverglasung: Tür von Glas umschlossen


Dipl.-Ing. Claudia El Ahwany | be

Im Mai 2019 eröffnete die Frasers-Hospitality-Gruppe, weltweit agierende Luxushotelkette, ihr erstes Haus in Hamburg. Dafür wurde die ehemalige Oberfinanzdirektion am Rödingsmarkt umgebaut. Das denkmalgeschützte Gebäude liegt direkt am Alsterfleet. Es stammt aus dem Jahr 1907 und ist im Stil des Neobarock errichtet worden. Dass es eines der wenigen erhaltenen Vorkriegsgebäude in der Hamburger Altstadt ist, war der Grund, warum das Denkmalschutzamt für die Umbaumaßnahmen strenge Auflagen mit Brandschutzkonzept vorschrieb.

Mehrere Jahre lang hat die Frasers-Gruppe in Zusammenarbeit mit diesem Amt ein Konzept für den Umbau erarbeitet. Das Ergebnis ist beeindruckend. Der Charme des prunkvollen Altbaus spiegelt sich an zahlreichen Stellen wider – wie bei der Eingangshalle, dem Restaurant und den Konferenzräumen. Bei der Innenausstattung orientierten sich die Planer am Stil der 1920er-Jahre, passten ihn aber den heutigen Sehgewohnheiten und Gestaltungsansprüche an. Die imposant wirkenden Räume sind mit leichten verspielten Elementen im Art-déco-Stil möbliert. Ein blasses Samtblau ist die Leitfarbe des ganzen Hauses.

Neuer Komfort in alter Substanz

Insgesamt bietet das Fünf-Sterne-Hotel 154 Zimmer, davon 44 Suiten. Sie sind in sieben Kategorien eingeteilt und im UG, EG und in vier weiteren Stockwerken untergebracht, einige mit Blick auf das Alsterfleet. Kein Zimmer oder keine Suite gleicht der anderen. Inspiriert von Hamburger Altbauwohnungen finden sich in einzelnen Zimmern Stuck und kassettierte Holzmöbel. Alle Suiten und die meisten Zimmer verfügen über eine komplett ausgestattete Küchenzeile und zum Teil über einen Wäschetrockner. Denn neben den normalen Übernachtungsgästen sollen auch Besucher angesprochen werden, die sich für einen längeren Zeitraum einmieten.

Brandschutzkonzept für neue Anforderungen

Eine der größten Herausforderungen war, den Bestand so weit wie möglich zu bewahren und gleichzeitig das Gebäude an die heutigen Anforderungen – zum Beispiel beim Brandschutzkonzept – anzupassen. Wie groß der Einfluss des Denkmalschutzes hierbei war, sieht der Gast beispielsweise an den Steckdosen und den Zimmertüren. Neue Steckdosen durften weder in das historische Parkett noch in die Wände gesetzt werden. Deshalb sind sie in den Zimmern oft in die Betthäupter integriert. Um die alten Türen zu erhalten und dennoch den aktuellen Brandschutzvorschriften gerecht zu werden, bauten die Verantwortlichen hinter den Originaltüren, die aus lasierter Kiefer gefertigt sind, moderne Brand- und Rauchschutztüren ein. Und auch bei den prachtvollen Treppenhäusern – es sind insgesamt vier – gingen sie mit viel Fingerspitzengefühl vor.

Brandschutzkonzept mit Rauch- und Brandschutztüren

In enger Abstimmung zwischen Architekten, Denkmalschutzamt, Bauamt, Feuerwehr, Brandschutzelementhersteller Hoba und den Brandschutzsachverständigen wurde mit einem Brandschutzkonzept erreicht, dass das Gebäude heute den aktuellen Bauvorschriften entspricht. Zum Beispiel hatten die Betreiber die Auflage, das Hotel in unterschiedliche Rauch- und Brandabschnitte zu unterteilen. Beispielsweise musste die Treppenhäuser brandschutztechnisch von den Fluren des Gebäudes getrennt werden. Hierfür war es erforderlich, Rauch- und Brandschutztüren einzubauen. Zudem mussten die Wandöffnungen zum Flur, die mit kunstvoll geschmiedeten Geländern ausgestattet waren und einen direkten Kontakt ins Treppenhaus boten, mithilfe von feuerhemmendem Glas brandsicher (F30) getrennt werden. Darüber hinaus waren weitere Brandschutztüren in die zum Teil 30 m langen Flure einzubauen.

Für diese Aufgabe schrieben die Planer einen Wettbewerb aus, den die Tischlerei Repenning aus Rodenbeck für sich entschied. Sie ist ein geschulter langjähriger Hoba-Partner und kennt sich infolgedessen gut im Bereich Brandschutztüren aus. Beispielsweise darf sie im Rahmen eines Lizenzprogrammes gewisse Türen dieses Unternehmens selbst fertigen.

Die Firma Hoba hat sich seit mehr als 25 Jahren auf Brandschutz spezialisiert und entwickelt stets neue Türmodelle und Brandschutzverglasungen, deren Brandverhalten in aufwendigen Prüfverfahren zertifiziert werden. Die Elemente sind vor unbefugtem Nachbau durch gewerbliche Schutzrechte geschützt. So auch eine Besonderheit des Unternehmens: die Tür im freien Glasumfeld. Hier ist der Rahmen von Glas umschlossen. Das Glas und der Boden, in den die Zarge eingebaut ist, nehmen alle anfallenden Lasten auf. Diese Tür ist in ein- oder zweiflügeliger Ausführung erhältlich und verleiht dem Interieur eine elegante Leichtigkeit. Sie passt hervorragend zu den Glaselementen in den Treppenhäusern, die erforderlich waren, um alle Öffnungen brand- und rauchdicht zu gestalten. Um die Tür von den restlichen Glaselementen abzuheben und einen Akzent zu setzen, rahmten die Planer sie durch ein kräftiges Portal ein.

Einbau der Brandschutztüren

Während die Bestandstüren (außer den Zimmertüren) aus robuster gebeizter Eiche mit zum Teil schweren Beschlägen bestehen, sind die Hoba-Türen aus gebeiztem und lackiertem Mahagoni und wirken leicht und filigran. Nichtsdestotrotz haben die Elemente ein Gesamtgewicht von bis zu 1 000 kg. Eine Schwerarbeit für die Mitarbeiter der Tischlerei, denn der Einsatz von Hebemaschinen war nicht möglich. Michael Schlüter, Geschäftsführer der Tischlerei Repenning: „Die historischen Decken der ehemaligen Oberfinanzdirektion sind nicht auf die Zusatzlast eines Hebegerätes ausgelegt. Außerdem waren die Einbauorte schlecht zugänglich. Aus diesem Grund mussten wir die Elemente und Verglasungen mit Rollwagen und von Hand dorthin tragen, wo sie eingebaut wurden. Hierzu waren bis zu vier Mitarbeiter pro Tür erforderlich.“

Er spricht damit eine weitere Besonderheit von Hoba für ein ästhetisches Brandschutzkonzept an: eine spezielle Montageweise, die in den Treppenhäusern – aber auch an anderen Stellen – eindrucksvoll zu sehen ist. Sie basiert darauf, dass in die Wand – bzw. im angesprochenen Fall in die Granitsäulen – ein schmaler Schlitz hergestellt wird, in dem dann das Glas montiert ist. So kann auf sichtbar umlaufende Rahmen etc. verzichtet werden, was der Konstruktion ein äußerst leichtes filigranes Erscheinungsbild verleiht. Ein weiteres Stilmittel, dank dem sich die modernen Brandschutztüren harmonisch in das Gesamterscheinungsbild des edlen historischen Hotels einfügen.


Projekt: Fraser Suites Hamburg

Bauherr: Frasers-Hospitality-Gruppe

Architektur: MPP – Meding Plan + Projekt GmbH, Hamburg
www.mpp.de

Innenarchitektur: JOI Design, Hamburg
www.joi-design.com

Brandschutzplanung: Ingenieurbüro T. Wackermann Gbr, Hamburg
www.wackermann.com

Denkmalschutz: Denkmalschutzamt Hamburg


Architekt Jan-Oliver Meding: „Bei Fraser Suites haben wir so gemeinsam eine Symbiose aus Denkmalschutz, neuen architektonischen Elementen und stilbildendem Interior Design erreicht, die dem außergewöhnlichen Ort und seiner Methamorphose vom historischen Verwaltungsgebäude in ein Luxushotel Rechnung trägt.“

Tischlerei-Geschäftsführer Michael Schlüter: „Was mich persönlich (…) beeindruckt hatte, waren die Größe des Gebäudes und die Arbeiten in den seitlichen Treppenhäusern. Hier haben wir die Türen in die Granitsäulen eingelassen.“


Eine Besonderheit bei Hoba ist die Tür im freien Glasumfeld. Hier ist der Rahmen von Glas umschlossen. Das Glas und der Boden, in den die Zarge eingebaut ist, nehmen alle anfallenden Lasten auf. Diese Tür ist in ein- oder zweiflügeliger Ausführung erhältlich und verleiht dem Interieur eine elegante Leichtigkeit.


Mehr zum Thema

  • Brandschutz als bba-online-Dossier

www.hier.pro/bba_online_Dossier_Brandschutz

  • Denkmalschutz Hamburg

www.hier.pro/Hamburg_Tag_des_offenen-Denkmals

  • Brandschutz im Installationsschacht

https://www.bba-online.de/allgemein/sicherer-brandschutz-installationsschacht/



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