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Brandschutzkonzept mit integrierter RWA-Schnittstellenlösung

Neubau eines Mischhochhauses in Frankfurt am Main
Sichere Schnittstellenlösung

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Der Mix aus Wohnungen, Geschäften, Büros und Fitness-Studio machte für das Frankfurter TurmCarrée ein objektspezifisches Brandschutzkonzept erforderlich. Analog zur hochwertigen Ausstattung wählte man eine systemintegrierte Sicherheitstechnik. Die über zentrale Haustechnik gesteuerten RWA-Systeme passen sich durch profilintegrierte Antriebe optisch nahtlos ins Fassadenbild ein.

Mit dem TurmCarrée am Eschenheimer Tor erhielt einer der vitalsten Plätze Frankfurts eine architektonische Landmarke, die durch ihre Nutzungsvielfalt gekennzeichnet ist. Die vier Bereiche Arbeiten, Wohnen, Shopping und Fitness/Wellness beleben das TurmCarrée rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Dabei stellt die durchdachte optische und räumliche Trennung von Büro-, Wohn- und Gewerbeflächen die erwünschte Orientierung wie auch Diskretion für die nicht öffentlichen Bereiche her. Dies gelingt über separate Eingangsbereiche und Erschließungszonen, Variation in der Fassadengestaltung und separate Anordnung der einzelnen Funktionsflächen.

In Anlehnung an die Bestandsbebauung aus der Nachkriegszeit erhielt die Fassade einen hellen Naturstein aus Muschelkalk. Das Fassadenbild des 6-geschossigen Neubaus gliedert sich in einen zweigeschossigen Sockelbereich mit Arkade, vier Obergeschosse und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss. Die großflächigen, bodentiefen Fenster – System Schüco AWS 75.SI – sind mit Dreischeiben-Isolierverglasung und außen liegendem Sonnenschutz ausgestattet.

Der Gebäudeabschnitt mit Wohnnutzung – an der ruhigeren Hofseite gelegen – ist als eigenständiger Baukörper mit heller Putzoberfläche gestaltet. Der Eingang zu den Wohnungen sowie die Einfahrt zur Tiefgarage sind in den Sockelbereich eingeschnitten. Die raumhohen Lichtöffnungen in den OG wurden mit Öffnungsflügeln und verglasten Brüstungselementen ausgestattet.

Brandschutzkonzept mit integrierter RWA-Schnittstellenlösung

Das Brandschutzgutachten für das TurmCarrée wurde vom Ingenieurbüro HHP Berlin erstellt. Darin legten die Gutacher die für größere gewerbliche Nutzungsbereiche notwendigen Brand- und Rauchschutzmaßnahmen verbindlich fest. Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG) übernehmen bei annehmbaren Brandszenarien die Aufgabe, Flucht- und Rettungswege über die „natürliche“ Zu- und Abströmbewegung der Luft rauchfrei zu halten. Die Flächengröße der zur Entrauchung notwendigen Öffnungen wurde im Gutachten abhängig von der Einbausituation bemessen und festgelegt. Aus gestalterischer Sicht war es wünschenswert, die notwendigen RWA möglichst unauffällig als geregelt öffenbare Fensterflächen in die filigrane Ansicht der verglasten Pfosten-Riegelfassaden zu integrieren. Daher fanden bereits im Planungsstadium Gespräche zwischen Architekten und dem Fassadenbauer Haga-Metallbau statt. Technische Unterstützung erhielt der Verarbeiter durch einen Fachberater Gebäudeautomation von Schüco, der alle Detailinformationen über die jeweils benötigten RWA-Komponenten sowie deren Verkabelung und Schnittstellen lieferte.

Flächenänderungen beeinflussten RWA-Konfiguration

Die Komplettlösung, die später eine problemlose Anbindung der RWA an die zentrale Gebäudesteuerung und Meldetechnik ermöglichte, bewies in der fortgeschrittenen Bauphase weitere Vorteile. Im Zuge der Vermarktung der Gewerbeflächen hatten sich Verschiebungen bei der Flächenaufteilung der Mieten, besondere Ausstattungswünsche der Mieter sowie Änderungen im Bereich der Türtechnik ergeben. Diese Modifikationen beeinflussten Ausstattung und Dimensionierung der RWA, was sich auch auf die bereits begonnene Fassadenfertigung auswirkte. Zudem galt es, im laufenden Projekt eine baubehördliche Zustimmung für übergroße RWA zu erwirken. Trotz dieser besonderen Umstände gelang es, die technisch anspruchsvollen Bauteile zeitgleich mit der Fassadenmontage fertigzustellen und fristgerechten Bauablauf zu gewährleisten.

Besondere Anforderungen mit Einfluss auf die RWA-Systemausführung bestanden auch beim Schallschutz. In Teilbereichen der Fassaden galt es deutlich erhöhte Schallschutzanforderungen umzusetzen. Extra angefertigte Musterelemente in Originalgröße hatten im Vorfeld der Realisierung im Schüco Schallschutz-Prüfstand ein umfangreiches Testprogramm zur Optimierung der Konstruktion und Glasauswahl durchlaufen. Gegenstand der Tests waren unterschiedliche Modifikationen mit gestaffelten Schallschutzanforderungen sowie die Sonderlösung von schallschutzoptimierten Fensterelementen mit integrierten Überströmungs-Dauerlüftern.

In die innen liegenden Fassaden der Nutzungseinheiten des TurmCarrées wurden insgesamt 17 Schüco TipTronic SimplySmart RWA integriert.

Aufgrund ihrer verdeckt in den Profilen liegenden mechatronischen Beschlägen ist den Öffnungselementen ihre Sonderfunktion als RWA-Fläche nicht anzusehen.

Weitere Fassaden-Teilbereiche auf der Rückseite des Gebäudes wurden mit einzelnen RWA-Fensterelementen von Schüco ausgestattet, die zum Teil schlanke aufliegende Riegelantriebe erhielten. Jede gewerbliche Nutzungseinheit bildet einen eigenen Rauchabschnitt und fasst die darin enthaltenen RWA mit eigenen Steuerzentralen, RWA-Bedienstellen und Tastern für die manuelle Lüftung zu autonomen Funktionseinheiten zusammen.

Architekten:

KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt/Main

www.ksp-architekten.de

Projektpartner:

Kolb+Partner, Dieburg

KSP Consult gp, Frankfurt/Main

KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt/Main

Brandschutzkonzept:

HHP Berlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin

https://www.hhpberlin.de/

An der Schüco RWA-Zentrale laufen die Informationen sämtlicher Komponenten des NRWG-Systems zusammen wie Rauchmelder, Wind- und Regenmelder, Temperatursensor, Feuchtesensor, Bedientaster, RWA-Bedienstelle, TipTronic-Antriebe, Aufgesetzte Antriebe.
Bild: Schüco International KG


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