Anforderungen an Brandriegel

Balkone als Brandsperre

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Brandriegel unterbrechen umlaufend die Fassade und verhindern eine geschossübergreifende Brandweiterleitung in der Dämmebene. Für typische Wärmebrücken wie Balkone sind überdies thermische Belange einzuplanen. Tragende Wärmedämmelemente sollten also Wärme- und Brandschutz gleichermaßen gewährleisten.

Anforderung:

Für Balkone als Wärmebrücken gelten Brandriegelanforderungen und thermische Belange

Lösung:

Tragende Wärmedämmelemente mit Brand- und Wärmeschutz gleichermaßen


Dipl.-Ing. Martina Adams,
Schöck Bauteile GmbH | be

Beim Planen und Ausführen von Brandriegeln ist es sinnvoll, bestehende Gebäudestrukturen zu nutzen. Bauliche Unterbrechungen der Fassade, wie z. B. Balkone, Loggien oder Laubengänge, können als Brandriegel fungieren. Sofern Balkone massiv mineralisch sind und die Feuerwiderstandsdauer mit F30 nach DIN 4102–2 bzw. REI 30 nach DIN EN 13501–2 erfüllen, übernehmen sie lokal an den Anschlussstellen als „Fortführung“ der Brandsperre die Funktion der Brandriegel. Der Brandriegel muss dabei seitlich mit einer Höhe von mindestens 20 cm dicht an die Kragplatte anschließen, sodass er linear durchgehend angeordnet und fortgeführt werden kann. Falls der Balkon diese Funktion nicht übernehmen kann, besteht die Möglichkeit, den Brandriegel auf- bzw. abzutreppen, d. h. um den Balkonanschluss herum auszuführen.

Vorschriften und Richtlinien

Gemäß dem DIBt Merkblatt WDVS vom 18. Juni 2015 (Bauministerkonferenz) müssen Brandriegel folgende Eigenschaften erfüllen:

  • Höhe ≥ 200 mm
  • Nichtbrennbare Mineralwolle-Lamellenstreifen der Klasse A1 oder A2-s1, d0 nach DIN EN 13501–1, mit Schmelzpunkt von mindestens 1000°C und Rohdichte zwischen 60–100 kg/m³
  • Vollflächig mit mineralischem Klebemörtel angeklebt und mit WDVS-Dübel angedübelt (mit zugelassenen Produkten).

Darüber hinaus können Brandriegel aus anderen Materialien, wie z. B. aus PUR / PIR eingesetzt werden, sofern sie über eine eigene Zulassung verfügen und die aufgeführten Kriterien erfüllen.

Des Weiteren müssen gemäß DIBt Merkblatt zusätzliche Brandriegel angeordnet werden, die horizontal komplett um die Fassade umlaufen:

  • max. 90 cm über OK-Gelände
  • entlang Decke 1. OG, max. 3 m über OK-Gelände
  • entlang Decke 3. OG, max. 8 m über OK-Gelände
  • max. 1 m unterhalb angrenzender brennbarer Bauteile, z. B. Dächer.

Weitere Brandriegel werden je nach Gebäudeklasse gemäß Empfehlungen des VDPM (Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.) ausgeführt. Dabei können sie alle zwei Geschosse umlaufend oder über Öffnungen und Sturze (Fenster, Türen etc.) geplant werden.

Tragende Wärmedämmelemente
als Brandsperre

Wenn die Balkone thermisch entkoppelt sind, dann werden die Anforderungen der Brandriegel mit REI30 auch an die tragenden Wärmedämmelemente, wie z. B. Schöck Isokorb, gestellt. Dabei gibt es drei Möglichkeiten, wie die Funktion der Brandsperre baupraktisch bei den tragenden Wärmedämmelementen erfüllt werden kann:

  • Sie wird durch den nachgewiesenen Feuerwiderstand (mindestens feuerhemmend, F30 nach DIN 4102–2 bzw. REI30 nach DIN EN 13501–2) gewährleistet.
  • Der Brandriegel wird durchgängig „abgetreppt“ und unterhalb des Wärmedämmelementes fortgeführt.
  • Das Produkt wird mit einer bauseits unterseitigen Brandschutzplatte (nichtbrennbar, Dicke mindestens 10 mm) oder ähnlichem mineralischem Material geschützt.
  • Das Produkt ist in eine nichtbrennbare Fassade oder Fassade mit mindestens Brandschutz EI30 so eingebettet, dass es allseitig vor direkter Beflammung geschützt ist.

Da Balkone klassische Wärmebrücken sind, müssen neben den Brandriegelanforderungen auch thermische Belange planerisch berücksichtigt werden. Einige Anbieter von tragenden Wärmedämmelementen haben sich darauf eingestellt und Brandschutzertüchtigungen an ihren Produkten vorgenommen, ohne dabei die primäre Funktion des Wärmeschutzes zu vernachlässigen.

Schöck Isokorb besteht aus einem Zweikomponenten-System, das die bauphysikalischen Funktionen Wärmeschutz und Brandschutz getrennt ausführt, um beides optimal zu gewährleisten. Alle Komponenten sind bauphysikalisch für die Vermeidung von Wärmebrücken optimiert. Der Wärmeschutz wird über den Dämmkörper aus Neopor gewährleistet. Eine obere und eine untere Brandschutzplatte, die aus nichtbrennbaren Materialien besteht, schützt die tragenden Komponenten vor direkter Beflammung und gewährleistet die Feuerwiderstandsdauer (R) und Hitzebeständigkeit (I). Seitliche Quellbänder oder überstehende Brandschutzplatten sorgen für die Rauchdichtigkeit (E). Die Brandschutzvariante wurde durch bauaufsichtliche Zulassungsprüfungen mehrfach geprüft und hat nach EN 13501 die maximale Brandschutzklassifizierung REI120 erreicht.

Wenn der Isokorb innerhalb einer Brandriegelebene eingesetzt wird, muss er nicht automatisch in Brandschutzausführung eingeplant werden. Sowohl die Zulassung als auch das WDVS Kompendium bieten Möglichkeiten, wie man bauseits das Gesamtsystem mit Balkonen und Fassade auf ein Brandschutzniveau von REI30 ertüchtigen kann.

Einsatz bei nichtbrennbaren Fassaden

Schöck Isokorb in Brandschutzausführung darf bei nichtbrennbaren Fassaden eingesetzt werden. Ein Gutachten der MFPA Leipzig bestätigt dies aufgrund der hohen Feuerwiderstandsdauer von REI120 und dem allseitigen Schutz vor direkter Beflammung durch Brandschutzplatten. Ein Brandlastvergleich mit anderen Bauprodukten, die in nichtbrennbaren Fassaden eingesetzt werden dürfen, hat ergeben, dass die Brandlast des Isokorb wesentlich geringer ausfällt. Dies rührt daher, da alle tragenden Komponenten aus nichtbrennbaren Materialien bestehen; die Brandlast resultiert im Wesentlichen aus dem Dämmanteil Neopor.


Vorschriften und Richtlinien für Brandriegel

Gemäß DIBt Merkblatt WDVS vom 18. Juni 2015 (Bauministerkonferenz) müssen Brandriegel
folgende Eigenschaften erfüllen:

  • Höhe ≥ 200 mm
  • Nichtbrennbare Mineralwolle-Lamellenstreifen der Klasse A1 oder A2-s1, d0 nach DIN EN 13501–1, mit Schmelzpunkt von mindestens 1 000°C und Rohdichte zwischen 60 – 100 kg/m³
  • Vollflächig mit mineralischem Klebemörtel angeklebt und mit WDVS-Dübel angedübelt (mit zugelassenen Produkten).

Die Technische Systeminformation WDVS und Brandschutz (Kompendium) des VDPM nennt zahlreiche Ausführungsbeispiele und Anwendungssituationen für Brandriegel. Insbesondere werden Empfehlungen für thermisch getrennte Balkone ausgesprochen. Neu ist die Festlegung der Feuerwiderstandsdauer nach DIN EN 13501–2 mit REI30 (nach DIN 4102–2 mit F30).


Mehr zum Thema

  • Brandschutz Online-Tool

www.hier.pro/bba-0518-brandschutztool

  • bba-online Dossier Brandschutz

www.hier.pro/bba-dossier-brandschutz



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