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Schwimmend saunieren

Neubau eines Thermalbades mit Saunabereich in Bad Ems
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Die wiedereröffnete Emser Therme lockt nicht nur mit Bade-, Fitness- und Wellnessbereich, sondern bietet auch ein besonderes Erlebnis mit der schwimmenden Saunaanlage auf dem Fluss. 4a Architekten entwarfen einen Baukörper, der den schwankenden Wasserspiegel berücksichtigt und zugleich die Anforderungen eines klassischen Hochbaus erfüllt.

Dpl.-Ing. Nikolai Ziegler

Bereits Richard Wagner, Fjodor Dostojewski als auch Johann Wolfgang von Goethe waren in Bad Ems gerne zu Gast. Auf der Achse Paris – Moskau gelegen, entspannte sich auch Europas Adel, darunter Kaiser Wilhelm I., Zar Alexander II., König Georg IV. von England, Königin Amalie von Griechenland sowie auch König Leopold I. von Belgien im heute Rheinland-Pfälzischen Bad Ems, worauf der Beiname „Kaiserbad“ noch immer verweist. Bereits 1971 ging nach alter Tradition an der Viktoriaallee ein Thermalbad in Betrieb, das im Sommer 2011 wegen mangelnder funktionaler sowie technischer Anforderungen rückgebaut werden musste.
Für den Neubau lieferten die in der Planung von Bädern erfahrenen 4a Architekten aus Stuttgart den Entwurf. Neben etlichen Thermal-, Sport- und Freizeitbäder realisierten die Architekten auch die Bodensee Therme Konstanz, die VitaSol Therme in Bad Salzuflen und die Spreewald Therme in Burg.
Inspirierende Umgebung
Für den Neubau der Thermenanlage in Bad Ems lieferte die direkte Umgebung den Architekten Entwurfs-prägende Motive. Ernst Ulrich Tillmanns, Geschäftsführender Gesellschafter der 4a Architekten GmbH und Projektverantwortlicher der Emser Therme, erklärt:
„Bei unseren Entwürfen versuchen wir immer, Konzepte zu entwickeln, die zum jeweiligen Ort passen. Das Grundstück für die Emser Therme liegt direkt an dem Flüsschen Lahn. Hier haben wir mit der Idee des Flusskiesels gespielt, der ans Ufer gespült wurde und dort wie zufällig liegen geblieben ist. Die Fensterausschnitte der Straßenfassade haben eine Kieselform, die Becken erinnern daran, die Nischen in der Betonwand, die Leuchten usw. Wir haben also versucht, dieses Thema durchgängig anzuwenden“.
Realisiert wurde das neue Hauptgebäude folglich aus zwei ineinander verschränkten Baukörpern – einem zweigeschossigen Badetrakt und einem eingeschossigen Saunatrakt. Im Zentrum befindet sich die Badehalle – weiträumig und großzügig gestaltet bildet sie das größte Element. Als markanter Blickfang wurden die Wandungen der Becken, Nassbereiche und raumgliedernden Körper mit 2 x 2 cm großen Glasmosaikfliesen des Herstellers Trend Group S.p.A. gestaltet. In Standardmischung oder nach eigener Zusammenstellung gelten die aus bis zu 78 % aus wiederverwertetes Recyclingglas bestehenden Fliesen als besonders nachhaltig.
Mit markanter Kieselform schieben sich die zwei Baukörper, die Gastronomiebereich und Shop beherbergen, in das Gesamtvolumen der Badehalle. Eine Besonderheit bilden die kieselförmigen Ausschnitte in der Nordfassade. Die asymmetrischen Öffnungen in der mit weißem Aluminiumblech verkleideten Fassade verleihen dem Baukörper auf der innerstädtisch zugewandten Seite ein belebendes Erscheinungsbild, erläutern die Architekten. Ein weiterer dieser „Bau-Steine“ findet sich auf dem Grundstück.
Als besonderes Highlight wurde als letzter Bauabschnitt die unterhalb des Lahn-Wehrs gelegene, auf dem Fluss schwimmende Sauna eröffnet. „Mit den zwei Saunen, einem Ruheraum und einem Sonnendeck bietet die Flusssauna ein ganz ungewöhnliches Erlebnis“, versprechen die Planer. Entsprechend dem Hauptbau ist auch das Ponton nach dem Leitmotiv eines Kieselsteines in weichen Rundungen entworfen.
Schwankender Baugrund
Das auf einem Schwimmkörper aufbauende Raumprogramm, liegt ausschließlich bei einem Wasserstand unter 1,40 m auf vier Fundamenten auf. Die Tragstruktur des Pontons besteht aus einem Raumfachwerk aus Stahl, in die rund 20 rechteckige Auftriebskörper eingeklinkt sind. Zwei gelenkig gelagerte Rundrohre aus Stahl sorgen für eine sichere Verbindung des Ponton mit dem Ufer. Der Zugang erfolgt über einen ebenfalls gelenkig gelagerten Steg.
Als besondere Herausforderung galt es, in dem schwimmenden Bau jegliche Anforderungen des klassischen Hochbaus zu erfüllen. Zum Ufer hin ist die Sauna geschlossen gestaltet, so bleiben die Saunierenden völlig ungestört. Lediglich begleitet vom sanften Rauschen des Flusses genießen die Gäste vollkommene Entspannung auf dem Wasser. Auf 250 m² bietet sie den Gästen durch raumhohe Fenster einen einmaligen Blick auf das Lahntal und die gegenüberliegende Insel Silberau.
Hochwertiger Ausbau
Die Materialauswahl erfolgte in Anlehnung an die Emser Therme: Die Flusssauna ist außen mit Lärchenholz verkleidet während im Innenraum Wandpaneele aus gebürsteter Erle und eine Deckenverkleidung aus Abachiholz, für Wohlfühlatmosphäre sorgen. Den Bodenbelag bilden die anthrazitgefärbten Fliesen Geo 2.0 von Agrob Buchtal. Aufgrund ihrer Oberflächenstruktur erreichen die Fliesen Trittsicherheitswerte R10/A bis R11/B und eignen sich daher besonders für öffentliche Räume und Barfuß-Nassbereichen. Als zusätzliche Maßnahme wurden die Bodenfliesen direkt von Hersteller modifiziert.
Die HT-Veredelung von Agrob Buchtal ist wirksam gegen Bakterien, Schmutz und Gerüche und insbesondere für hygienisch anspruchsvolle Bereiche, wie den Schwimmbadbau geeignet.
Im Bereich Sauna, Pool und Spa als Marktführer bekannt, übernahm Klafs die Realisierung der beiden Saunen. Individuell konzeptioniert wurde eine Aufgusssauna sowie eine Hochtemperatursauna erstellt. Sämtliche Armaturen stammen von der Conti Sanitärarmaturen GmbH. Neben den Schwallbrauseköpfen Conhead, in massiver Messingbauweise, mit Kugelgelenk und Rosette in verchromter Ausführung verbaut, wurden als Duscharmaturen Stachelbrausen eingesetzt. Als Armatur für Kneipp`sche Güsse zum Anschluss an Kalt- und Warmwasser, mit Verbrühungsschutz und integriertem Absperrventil kam die Kneipp-Garnitur Conwell-Comfort-Plus zum Einsatz. Als erste ganzjährig betriebene Flusssauna in Deutschland setzt die Emser Therme den Slogan „Wellness am Fluss“ damit unmittelbar um.
Architekten: 4a Architekten GmbH, Stuttgart Lichtplanung: Ulrike Brandi Licht, Hamburg

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