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Farbe vitalisiert

Wohnsiedlung in Frankfurt Ginnheim
Farbe vitalisiert

Statt in Braun und Beige, wie vom Bauträger ursprünglich gedacht, entstand das Wohnsiedlungsprojekt in Frankfurt Ginnheim in frischer Farbgestaltung. Mit der Gesamtplanung wurde das Architekturbüro Eble aus Tübingen beauftragt, das mit seinem konsequent ökologischen, an Mensch und Natur ausgerichteten Wohnungsbau bekannt geworden ist.

Für die Siedlung „Am Mühlgarten“ in Frankfurt Ginnheim entwickelten die Architekten eine offene Bebauung aus neun Gebäudekomplexen, die sich um zwei private, aber nicht abgegrenzte Wohnhöfe gruppieren. Vier 3– bzw. 4-geschossige Einzelbaukörper sowie drei Ost-West orientierte, ebenfalls 3– und 4-geschossige Zeilen begrenzen die Innenhöfe, die im Süden von 2-geschossigen Doppelhäusern flankiert werden.
Die Höhenstaffelung der Gebäude dient einer optimalen Belichtung und der passiven Nutzung der Sonnenenergie. Die Neubauten fügen sich in Größe und Dachform wie selbstverständlich in den Bestand ein, behaupten aber dennoch ihre eigenständige, solarorientierte Architektursprache.
Neben dem ökologischen Ansatz bewerteten die Architekten besonders auch den sozialen Aspekt hoch; gemeinschaftliche Bereiche durch Höfe, Wege, Plätze sowie Spielplätze, halbgemeinschaftliche Gebäudevorzonen und Gartenbereiche fördern die Kommunikation zwischen den Bewohnern. Joachim Eble versteht Architektur als „Organismus“, als „Lebensraum“, in dem Funktion und Baugestalt eine harmonische Synthese eingehen, mit und für die Menschen, die sie bewohnen.
Die Kombination verschiedener, ökologisch wirksamer Entwurfselemente bedingt die Ökologie des Projekts: Sparsame Erschließung, aktive und passive Solarnutzung, Regenwassernutzung, baubiologisch sinnvolle Materialien und Konstruktionen sowie ein wirksames Energiekonzept, das verschiedene Energiequellen zur Wärmeversorgung integriert.
Außenraum
Die Hofräume sind vom Charakter her unterschiedlich gestaltet, wichtiges und verbindendes Element ist das Wasser. Eine Wasseranlage zieht sich wie ein Bachverlauf durch das gesamte Gelände und stimuliert die Sinne optisch, haptisch und akustisch.
Weiteres wichtiges Thema ist die farbige Gestaltung der Baukörper und damit auch der Außenräume. Der ganzheitliche Architekturansatz schließt Farbe als wichtiger Funktionsträger mit ein. Die Aussage der Architektur wird interpretiert und bereichert, Innen- wie Außenräume werden durch Farbe erst zu Lebensräumen.
Barbara Eble-Graebener, bundesweit tätige Farbgestalterin, entwickelte für das Bauvorhaben das von der Stadt vertraglich vorgeschriebene Farbkonzept. Mit ihrem Studio „lasuveda“ bearbeitet die Künstlerin seit Jahrzehnten sowohl Projekte ihres Mannes als auch eigenständige Sanierungsvorhaben und Neubauten.
In ihrer Leitidee vitalisiert sie Städtebau- und Architekturprojekte durch farbkünstlerische Gestaltung. Stets wiederkehrende Elemente sind lasierte Wandflächen, deren Farbigkeiten sich auf die Parameter Ort, Ausrichtung, Klima und Lichtverhältnisse beziehen.
„Farben beleben, stützen und stabilisieren soziale Prozesse. Interessant ist die anregende Wirkung des lasierenden Farbauftrags in Bezug auf die Wahrnehmung der Menschen. Die durchscheinenden Farbüberlagerungen bieten Erholung und sanfte Anregung zugleich, fast wie ein Spaziergang in intakter Natur. Die transparente Lasur überlagert die dichte Wirkung der Wände; der Bildgrund, die Wand tritt zurück, die Farbe an und für sich tritt in den Vordergrund. Farbe wird zur Energieträgerin und gestaltet die Wechselbeziehung zwischen Mensch, Architektur, Natur und Raum als einen dynamischen Prozess“, beschreibt Barbara Eble-Graebener den Charakter einer lasierten Wandgestaltung.
Stimulierende Polarität
Ziel des Farbkonzepts war es einerseits, die große städtebauliche Enge der Bebauung durch die farbige Gestaltung zu weiten, andererseits wollte man den Höfen einen wohnlichen Charakter geben und sie öffnen.
Die Wohnhausreihe „Am Weimarfloß“ bildet die nördliche Begrenzung der sonnigen Innenhöfe. Diese Fassaden werden bereichert durch die Kontrastfarbe Blau, die zusammen mit der warmen gelb-orangen Grundfarbstimmung ein harmonisches und dennoch lebendiges Gesamtbild erzeugen. Die blaue Lasur assoziiert Frische, Wasser, Himmel und verstärkt durch den Kontrast die sonnige Wirkung der warmen Farbigkeit der Höfe.
„Unsere Sinnesorganisation ist dann zufrieden, wenn sie in einer feinen Polarität stimuliert wird – zwischen Wärme und Kälte, Licht und Schatten“, formuliert die Farbkünstlerin.
Ganz entscheidend für die Farbwirkung ist neben einem gelungenen Konzept auch die Materialqualität. Im gemeinsamen Gestaltungsprozess konnte das Farbstudio den Bauträger für die hochwertigen mineralischen Farbmittel der Firma Keimfarben gewinnen und einen fachgerechten Materialaufbau der Gebäudefassaden durchsetzen: Auf eingefärbten Putz erfolgte ein Grundanstrich mit Keim Granital und anschließend ein zweifacher Lasurauftrag.
Neben Lichtechtheit und Farbbrillanz vereinen diese Mineralfarben zudem alle bauphysikalischen Anforderungen eines ökologischen Fassadenanstrichs; sie sind hoch wasserdampfdiffusionsfähig, witterungsbeständig und sie bilden keinen Film an der Oberfläche. Überdies sind Keim-Fassaden „patinafähig“, das heißt, sie altern mit Würde und werden auch nach Jahrzehnten nicht unansehnlich.
Weitere Informationen
Grundanstrich bba 519
Lasursystem bba 520
Innenanstriche bba 521
Architekt: Joachim Eble Architektur, Tübingen Farbgestaltung: Barbara Eble-Graebener, lasuveda, Atelier für Farb- gestaltung, Tübingen
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