Neben der Fassaden- und Perimeterdämmung sollte auch die Sockelzone im Fokus stehen

Gedämmte Übergänge

Neben der Fassaden- und Perimeterdämmung sollte auch die Sockelzone im Fokus stehen
Für optimalen Schutz des Sockels im WDV-System sollte der Feuchteschutz mind. 5 cm über der fertigen Geländeoberkante abschließen. Bild und Zeichnungen: Baumit
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Zur energetischen Effizienz eines Gebäudes tragen gedämmte Außenwände erheblich bei. Neben der Fassaden- und Perimeterdämmung sollte auch die Sockelzone im Fokus stehen. Sowohl im Neubau als auch im Bestand ist für einen dauerhaft schadensfreien Sockelbereich im Anschluss an ein WDV-System eine frühzeitige und detaillierte Planung unerlässlich.

Susanne Rietzler| jb

Bei einem Neubau ist die Sockeldämmung üblicherweise fest eingeplant. Bei vielen Bestandsgebäuden ist diese aber noch nicht vorhanden. Im Rahmen einer energetischen Sanierung in Form eines WDVS empfiehlt es sich, den Sockel in Altbauten ebenfalls zu dämmen. Um Sockelschäden zu vermeiden, müssen im Vorfeld alle Abläufe und Aufgaben der verschiedenen Gewerke geplant und koordiniert werden.
Planung und Materialauswahl
Grundlegend gilt, dass alle eingesetzten Baustoffe gegen die im Sockelbereich auftretende Feuchtebelastung beständig sein müssen. Üblicherweise kommen im Spritzwasserbereich speziell dafür zugelassene Sockel- und Perimeter-Dämmplatten aus XPS oder EPS-Hartschaum zum Einsatz. Der Spritzwasserbereich definiert die Fassadenfläche, die oberhalb des Geländeverlaufs, von Terrassenbelägen o. ä. bis zu einer Höhe von ca. 300 mm vorliegt. Die Spritzwasserzone zeichnet sich dadurch aus, dass sie zusätzlich zum Niederschlag durch horizontal auf den Bodenbelag auftreffendes Wasser belastet wird. Wird der Putz unter die Geländeoberkante (GOK) geführt, muss dieser vollständig vor Feuchtigkeit geschützt werden. Hierfür werden oft mineralische flexible Dichtungsschlämmen als Feuchteschutz eingesetzt. Dieser Feuchtigkeitsschutz ist nicht gleichzusetzen mit der Bauwerksabdichtung, die nach DIN 18195 [1] auf den Rohbauwänden muss vor Beginn der Dämmarbeiten vorhanden sein. Um das System optimal schützen zu können, sollte der Feuchteschutz mindestens 50 mm über der fertigen GOK abschließen. Damit dies sichergestellt werden kann, muss die Festlegung der exakten unteren Sockellinie vor Ausführungsbeginn geplant sein. Der sichtbare Übergang der Putzabdichtung zum Oberputz ist technisch notwendig und handwerklich nicht vermeidbar. Über den unteren Putzabschluss muss eine Überlappung von mindestens 50 mm auf den Untergrund (z. B. die unverputzte Perimeter -Dämmplatte, Bauwerksabdichtung) gegeben sein.
Zusätzlich ist das Niederschlagswasser durch konstruktive Maßnahmen, beispielsweise durch einen Spritzschutzstreifen, von der Fassade wegzuleiten. Der Spritzschutzstreifen sollte eine Mindestbreite von ca. 300 mm aufweisen. Pflasterbeläge sind mit entsprechendem Gefälle vom Gebäude weg auszubilden. Wichtig ist hierbei, dass der Belag nicht direkt am Gebäude anschließt, damit anfallendes Regenwasser versickern kann und auftretende Bewegungen das System nicht beschädigen.
Anschlussebenen
Grob unterscheiden kann man den unteren Abschluss in drei Fälle:
  • Dämmplatten bei geringer Erdeinbindung
  • direkter Anschluss an die vorhandene Perimeterdämmung
  • Abschluss oberhalb des Geländes.
Bei Erdeinbindung wird empfohlen, die Dämmplatten im unteren Bereich schräg abzuschließen und ebenfalls vollständig abzudichten. Bei direktem Anschluss an die Perimeterdämmung wird die Sockeldämmplatte oberhalb der vorhandenen Perimeter-Dämmplatte eingebaut. Um Beschädigungen der Abdichtung entgegenzuwirken, muss diese geschützt werden, z. B. mit einer Noppenbahn.
Bei meist bestehenden, unveränderbaren Belägen wird der Sockelabschluss des Wärmedämm-Verbundsystems oberhalb des Geländes ausgeführt.
Hierbei ist ein Mindestabstand zwischen Belag und Sockelprofil von 20 mm notwendig. Dieser Sicherheitsabstand ermöglicht Bewegungen des Belags, ohne dass das System Schaden davon trägt.
Ebenfalls ist darauf zu achten, dass das Gewebe nicht offen stehen bleibt, da die einzelnen Fasern kapillarisch Feuchtigkeit nach oben ziehen, was zu Abplatzungen und Schäden des Sockelbereichs führen kann.
Der Übergang des Sockels zur Fassadenfläche wird in unterschiedlicher Form ausgebildet. So ist ein bündiger Sockelanschluss insbesondere bei Neubauten sehr beliebt, da hier die Fassadenfläche oftmals nicht unterbrochen werden soll. Ein klassisch rückspringender Sockel wird häufig durch einen Strukturunterschied und/oder einen anderen Farbton von der Gesamtfläche abgehoben.
Um Beschädigungen durch Außeneinwirkung im Sichtbereich entgegenzuwirken, können auch gesonderte Maßnahmen ausgeführt werden, die für einen stabilen und widerstandsfähigen Sockelbereich sorgen. So kann sowohl der Einsatz von speziellen Wandschutzplatten als auch ein zementfreier Aufbau erfolgen. Eine zementfreie Armierungsmasse unter einem pastösen Oberputz ist robuster als ein mineralischer Aufbau. Vor allem dann, wenn die Armierungsputzlage doppelt ausgeführt wird. Je nach Systemanbieter und Gesamtaufbau des Wärmedämm-Verbundsystems können so bis zu 110 J erreicht werden.

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