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Konzept für Kulturschutzgebiet Wagenhalle in Stuttgart vorgestellt

Konzept für das Kulturschutzgebiet Wagenhalle
In Stuttgart soll nachhaltiges Kreativquartier entstehen

Künstler und Kulturschaffende der Wagenhalle sowie des Stadtackers in Stuttgart haben ihr Konzept für eine innovative Entwicklung des Areals vorgestellt.
Künstler und Kulturschaffende der Wagenhalle sowie des Stadtackers in Stuttgart haben ihr Konzept für eine innovative Entwicklung des Areals vorgestellt.

Kunst und experimentelle Architektur treffen im Stuttgarter „Kulturschutzgebiet Wagenhalle“ auf nachhaltige und urbane Gärtnerei. Die Planungen für die zukünftige Gestaltung des Gebiets können nun – nach der Entscheidung im Internationalen Städtebaulichen Wettbewerb Rosenstein – konkreter werden. Künstler und Kulturschaffende der Wagenhalle sowie  des Stadtackers haben ein Arbeitspapier vorgelegt, in dem sie ihr Konzept für eine innovative Entwicklung des Areals präsentieren.

Parallel zum Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik 2019 haben die Künstler und Kulturschaffenden des Kulturschutzgebiets der Stadt Stuttgart und der Internationalen Bauausstellung IBA 2027 ein Arbeitspapier für eine innovative Entwicklung des Wagenhallen-Areals übergeben.

Mit „Transformation C1/C2“ haben der Kunstverein und der Stadtacker eine Broschüre erarbeitet, in welcher sie ihre Vision für eine weitere Entwicklung des Wagenhallen-Quartiers darstellen. Diese baut auf bereits etablierte Strukturen und fördert vorhandene Potenziale – um so ein nachhaltiges Kreativquartier entstehen zu lassen. Damit präsentieren sie ein schlüssiges Konzept und eine Alternative zu den Plänen einer Interimsoper auf diesem Gelände.

Sukzessiver Transformationsprozess

Für die programmatische Entwicklung eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadtquartiers haben sie fünf Bereiche definiert: Kunst, Architektur, Ökologie, Wissenschaft und Bildung. Zusammen mit bestehenden und neuen Projekt- und Kooperationspartnern planen der Kunstverein und der Stadtacker das Areal entlang dieser Themen sukzessive und bedarfsorientiert zu transformieren.

Ziel ist es, sich weiterhin aktiv an der Entwicklung des Rosensteinquartiers zu beteiligen, aufzuzeigen, was auf dem Areal der Wagenhalle über viele Jahre entstanden ist und die sich daraus ergebenden Chancen für Stuttgart und die Region zu betonen. Denn hier kann ein Stadtteil entstehen, in dem schon in naher Zukunft erprobt wird, wie die Stadt von morgen aussehen soll und wie sich das Leben darin gestaltet.

Experimentierfeld für neue Baukultur

Die Belobigung durch die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2018 für das „Kulturschutzgebiet Wagenhalle / Container City“ und die Ergebnisse des Internationalen Städtebaulichen Wettbewerbs Rosenstein zeigen die Bedeutung der jüngsten Entwicklungen auf diesem Gelände. Schon jetzt findet man in der Container City, welche ursprünglich als Ausweichquartier für die Künstler und Kreativen der Wagenhalle geschaffen wurde, außergewöhnliche Architektur und Kunst sowie Produktionsstätten für kreatives Handwerk.

Robin Bischoff: “Das große Interesse der Teilnehmer des Bundeskongresses am Kulturschutzgebiet und die diskutierten Ideen zeigen, dass Stadtentwicklung heute anders funktionieren kann. Wir brauchen dringend mutige Räume, wo wir neue Formen von Arbeiten, Wohnen und Kultur ausprobieren können.“

Stillstand jedoch ist für das Kulturschutzgebiet nicht vorgesehen. Deshalb fordern die Künstler und Kulturschaffenden hier ein Experimentierfeld für neue Baukultur, nachhaltige Stadtentwicklung, üppige Gärten, freie Kunst und schwäbische Kreativität zu schaffen. Denn nur so kann die Wagenhalle als Inkubator für das neue Wagenhallen-Quartier wirksam werden.

Urbane Gärtnerei auf dem Stadtacker

Im Kulturschutzgebiet trifft Kreativität auf nachhaltige und urbane Gärtnerei. Der Stadtacker ist das größte Urban Gardening Projekt der Stadt und das einzige, welches mit Mutterboden arbeitet. Dieses einzigartige Biotop soll weiter wachsen und Teil einer grünen Infrastruktur sowie Forschungsfeld für eine nachhaltige Stadt werden.

Lonni Görlach, Vorstand des Stadtackers: “Es geht heute mehr denn je darum, Stadtentwicklung nicht auf Kosten von Biotopen und Naturräumen zu machen, sondern intelligent Stadt mit grüner und blauer Infrastruktur zusammenzubringen.”

Wie das geht, untersucht gerade ein wissenschaftliches Kooperationsprojekt der TU München (Institute for Green Technologies in Landscape Architecture) mit den Aktiven des Stadtackers. Mit großer Begeisterung wurden deshalb auch die Worte von Oberbürgermeister Fritz Kuhn beim Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik aufgenommen, als er davon sprach, dass Stuttgart, im Gegensatz zu anderen Städten, nicht auf Grünflächen und Äcker baut. Lonni Görlach: “Wir setzen darauf, dass dies auch in Zukunft so bleibt und wir das Aufeinandertreffen von Stadt und Natur neu denken”.

Noch viele offene Fragen

Das Ergebnis des Internationalen Städtebaulichen Wettbewerbs Rosenstein hat dieses Potenzial erkannt, doch bleiben noch viele Fragen offen: Wie soll in der Maker-City gearbeitet und gewohnt werden? Welche Formen innovativer Architektur und nachhaltiger Nutzung sollen das Gebiet prägen? Wie können Synergien zwischen den zukünftigen Anrainern hergestellt werden? All dies sind Themen, mit welchen sich die Kulturschaffenden schon jetzt befassen.

Nicht nur der Städtebauliche Wettbewerb, sondern auch Politik und Verwaltung möchten rund um die Wagenhalle ein kreatives Quartier. Dabei scheinen manche jedoch den enormen Grundstein zu übersehen, welcher hier schon gelegt wurde und welchen es in einem nachhaltigen Planungsprozess weiterzuentwickeln gilt. Die Internationale Bauausstellung 2027 könnte ein geeignetes Instrument und eine große Chance sein, um eine innovative Gestaltung und gesamtgesellschaftliche Nutzbarmachung des Areals zu fördern.

Robin Bischoff: “Gerade schauen wir alle nach Heilbronn zur BUGA und sehen, wie Stadtentwicklung anders gehen kann.” Das Kulturschutzgebiet denkt die dort formulierten Ideen noch weiter: Naturraum trifft auf experimentelle Gebäude, Kunst auf Stadtgesellschaft, Wissensbildung auf konkretes Handeln. Nun gilt es, diese Potenziale aufzugreifen und gemeinsam mit allen Akteuren weiterzuentwickeln. Denn genau das will das Arbeitspapier “Transformation C1/C2”: Eine innovative Entwicklung des Wagenhallen-Quartiers.

Kunstverein Wagenhalle e.V. und Stadtacker Wagenhallen e.V.


Mehr zum Thema

  • Das Arbeitspapier “Transformation C1/C2” können Sie hier herunterladen.
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