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Sieger beim ersten Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design gekürt

Nachhaltiger Konsum
Sieger beim ersten Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design gekürt

Die Gewinner des ersten Deutschen Nachhaltigkeitspreises Design stehen fest. Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages wurden gestern Abend die Preise verliehen – rein online.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Design orientiert sich an den Zielen der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und zeigt Konsumenten, welche Produkte sie mit gutem Gewissen kaufen können.

„Das neue Siegel des DNP Design wird dazu beitragen, mehr Transparenz in den Dschungel der Konsumwelt zu bringen“, erklärt Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Nachhaltiges Design sei gefragter denn je – und durch die Corona-Pandemie habe es einen starken Impuls für ein Re-Design von Produkten und Geschäftsmodellen gegeben. „Design für Nachhaltigkeit ist das Gebot für den Neustart aus der Krise“, so Stefan Schulze-Hausmann.

Hohe Qualität, große Bandbreite

„Die Bandbreite ebenso wie die Qualität der Nominierten hat uns als Jury sehr beeindruckt“, sagt Jurymitglied und Cradle-toCradle-Erfinder Prof. Dr. Michael Braungart. „Das, was wir gesehen und ausgezeichnet haben, macht wirklich Mut. Die Ideen und auch konkret geschaffene Grundlagen, wie unsere Welt in vielseitiger Weise nachhaltiger werden kann, sind da.“

Die ausgezeichneten Produkte und Lösungen sind zehn Bedürfnisfeldern zugeordnet und stammen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Neben Möbeln, Fahrzeugen und Kleidung wurden u.a. diverse Kreislaufsysteme ebenso wie überraschende Projekte ausgezeichnet.

26 Ikonen, 53 Vorreiter und 25 Zukunftsvisionen wurden vorab von der Expertenjury in den Kreis der Finalisten gewählt. Dahinter stehen Start-ups ebenso wie international agierende Großkonzerne, visionäre Projekte von Studierenden neben Designklassikern. Nun wurden in der letzten Runde die Sieger gekürt.

Die Sieger beim Nachhaltigkeitspreis Design |  Kategorie „Bau“

  • Paulina Grebenstein – urban:eden lab (Visionen)
  • Günter und Finkbeiner Gesellschaft von Architekten – Woodscaper (Visionen)
  • SolteQ Europe – Solardachziegel (Vorreiter)
  • Sonnen GmbH – sonnenBatterie (Vorreiter)
  • Wikkelhouse – Sustainable building/House made of cardboard (Vorreiter)
Radweg und Fußgängerbereich mit Regenwassermanagement
Vision: urban eden lab von Paulina Grebenstein. Bild: Paulina Grebenstein

Vision: urban eden lab von Paulina Grebenstein

Extreme Trockenheit und Starkregen sind auch bei uns in Europa keine Seltenheit mehr. urban:eden lab bietet innovative Klimaanpassungssysteme für den urbanen Raum in Form eines dezentralen Regenwassermanagements. Das verspricht eine Entlastung des Abwassersystems, gewährleistet den Schutz der Gewässer sowie die Versorgung grün-blauer Infrastruktur.

Das Regenwasser wird mithilfe von Filtersystemen aufbereitet und vor Ort in Urban und Floating Wetlands durch Evapotranspiration zur Kühlung der Stadt verwendet. Flutwasser-Radwege vernetzen die verschiedenen Systeme, versickern Regenwasser durch Drain-Beton und leiten bei Starkregen das Regenwasser direkt in die schwimmenden Filteranlagen in den Gewässern, um Mischwasserüberläufe zu verhindern. Schwimmende Stege machen die nun sauberen, urbanen Gewässer als Erholungsraum zugänglich und schaffen überall in der Stadt Flussbäder.

Ergänzt wird das Konzept durch Maßnahmen zur Luftaufbereitung, Retention und Solarreflexion. Das Resultat ist eine umfassende Verbesserung der Lebensqualität im urbanen Raum. Ein komplex durchdachtes System, das angesichts des Klimawandels besonders bei der Neuplanung von Städten und Stadtteilen für frische Impulse sorgen könnte.

nachhaltiges Holzhochhaus, prämiert beim Nachhaltigkeitspreis Design
Vision: Woodscaper von Günter und Finkbeiner Gesellschaft von Architekten. Bild: Günter und Finkbeiner

Vision: Woodscaper von Günter und Finkbeiner Gesellschaft von Architekten

Günter und Finkbeiner Architekten beweisen mit Woodscaper, wie der Bau von Hochhäusern mit bis zu 20 Geschossen nicht nur ohne CO2-intensiven Beton, sondern auch schadstofffrei und praktisch ohne Abfall funktionieren kann.

Ihr Woodscaper ist das erste modular umnutzbare, zirkuläre, klima- und ressourcenpositive Gebäudeprinzip für einfaches, schadstofffreies Bauen aus nachwachsenden und gut verfügbaren Rohstoffen wie Holz und Stroh. Durch das Schließen von Stoffkreisläufen verhindert dieses Gebäudeprinzip Müll fast gänzlich und lässt zugleich das Volumen CO2-speichernder Ressourcen anwachsen.

Bemerkenswert ist, dass der Bau so intelligent geplant wurde, dass im Prinzip sogar auf ein Gerüst verzichtet werden kann. Ein beeindruckendes, ganzheitliches Konzept, das nicht zuletzt auch durch den Verzicht auf Beton eine drastische Reduktion von Abfällen und CO2 bewirkt und ein positives Signal in die Baubranche sendet.

Solardachziegel
Vorreiter: Solardachziegel von SolteQ Europe. Bild: SolteQ Europe

Vorreiter: Solardachziegel von SolteQ Europe

Viele Hausbesitzer würden gerne Sonnenenergie zur Erzeugung von Strom und Wärme nutzen, scheuen sich aber, ihr Dach mit hässlichen Solaranlagen zu „verschandeln“.

Die ästhetischen Solardachziegel von SolteQ greifen nicht in die Architektur des Gebäudes ein, sind zudem robust und sturmfest und daher die von vielen erhoffte Lösung. Es ist auch gleichzeitig eine Solarthermie-Anlage, die den Heizungsbedarf nicht über den erzeugten Strom deckt, sondern durch zusätzliche thermische Energie in Kombination mit einer hocheffizienten Wärmepumpe. Und das E-Auto wird auch mit aufgeladen.

Das SolteQ-Solardach ist ein System, das sich auf diese Weise auch über die Heiz-Energie Gedanken macht und für eine saubere, CO2-freie Heizungs-Energieerzeugung sorgt. Eine spannende Lösung, mit der die Entscheidung, auf Solarenergie umzusteigen deutlich erleichtert wird.

Innenraum mit Stromspeicher
Vorreiter: sonnenBatterie von Sonnen GmbH. Bild: Sonnen GmbH

Vorreiter: sonnenBatterie von Sonnen GmbH

Die sonnenBatterie speichert den tagsüber erzeugten Solarstrom und stellt ihn rund um die Uhr zur Verfügung. So kann der Anteil der Selbstversorgung mit Strom steigen und die Haushalte werden unabhängiger von konventionellen Energieversorgern und Strompreisen.

Dabei geht Sonnen noch einen entscheidenden Schritt weiter. Denn das Unternehmen ist zurzeit das einzige in Deutschland, das Stromspeicher von Haushalten zu einem virtuell vernetzten Kraftwerk verbinden kann.

Schon heute helfen tausende sonnenBatterien gemeinsam, das öffentliche Stromnetz zu stabilisieren und Schwankungen auszugleichen. Überschüssiger Ökostrom, den die Stromleitungen nicht transportieren können, kann gezielt gespeichert werden und geht nicht verloren.

Ein interessantes Produkt, das den Eintritt in ein neues Energiezeitalter ermöglicht. Die sonnenBatterie verwendet kobaltfreie und besonders langlebige Akkus und schont dadurch Ressourcen.

Haus aus Pappe von Wikkelhouse, , prämiert beim Nachhaltigkeitspreis Design
Vorreiter: Haus aus Pappe von Wikkelhouse. Foto: Wikkelhouse

Vorreiter: Haus aus Pappe von Wikkelhouse

Ein stabiles, wetterfestes Haus aus Pappe? Wikkelhouse macht das möglich. Und das nicht nur formschön und modern, sondern auch umweltfreundlich. Insgesamt 24 Lagen hochwertiger Pappe werden um eine rotierende ikonische Hausform gewickelt und mit umweltfreundlichem Kleber zu einer robusten Sandwichstruktur mit optimalen klimatischen und Isolationseigenschaften verleimt. So entstehen einzelne Segmente, die zur gewünschten Größe des Hauses zusammengefügt werden.

Die angenehm warm und wohnlich wirkende Innenverkleidung besteht aus Holz. Das Wikkelhouse ist zu 100 Prozent recycelbar und laut Hersteller im Vergleich zu konventionellen Häusern dreimal umweltfreundlicher. Zugleich ist es mit nur 500 kg pro Segment so leicht, dass es ohne Fundament auskommt.

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