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Radon: Ist Homeoffice im Keller gefährlich?

Strahlenschutz
Radon: Ist Homeoffice im Keller gefährlich?

PSE-Darstellung von Radon
Radon ist ein Edelgas, das farblos, geruchslos und geschmacklos ist, sich nicht bindet und über Risse und Spalten aus der Erde in die Atemluft entweicht. Bild: michaklootwijk/stock.adobe.com

„Homeoffice im Keller? Lieber nicht“ oder „Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor Homeoffice im Keller“ – diese und ähnliche Schlagzeilen gingen kürzlich durch die Medien. Gemeint war damit eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch angereichertes Radon in Kellerräumen. Doch: Was ist dran an der Warnung?

Fakt ist: Das Einatmen von Radon zählt neben dem Rauchen zu den größten Risiken, an Lungenkrebs zu erkranken. Radon ist ein natürliches, im Boden vorkommendes Edelgas, das beim Zerfall von Radium entsteht. Durch undichte Gebäudehüllen kann radonreiche Luft aus dem Untergrund ins Gebäudeinnere gelangen und sich dort anreichern.

In Kellerräumen werden mitunter Radon-Konzentrationen erreicht, die auf Dauer gesundheitsgefährdend sind. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät deshalb jedem, der sein Homeoffice im Keller einrichten will, zuvor die Radonbelastung zu überprüfen.

Dichte Bodenplatte

Keller sind nicht per se Radon-belastet

Michael Gruben, Geschäftsführer von Glatthaar Keller, kritisiert allerdings die mediale Berichterstattung: „Mit der pauschalisierten Meinung, dass Homeoffice im Keller aufgrund hoher Radonbelastung gesundheitsschädlich sei, werden Verbraucher, die dies nutzen und in einen Keller bei ihren Neubauten investiert haben, unnötig und zu Unrecht verunsichert.“

Es fehle in der medialen Aussage eine klare Unterscheidung zwischen Neubauten und Bestandsimmobilien mit einem Alter von 30, 40 oder noch mehr Jahren. Darüber hinaus müsse man konstruktiv unbedingt zwischen einem Mauerwerkskeller und einem Fertigkeller unterscheiden.

„Für den Verbraucher stellen wir daher klar: Kellergeschosse per se als Geschosse mit hoher Strahlenbelastung einzuordnen, ist irreführend“, so Gruben. „Besonders Keller, die als sogenannte Fertigteilkeller mit werkseitig vorgefertigten Elementen erstellt werden, eignen sich aufgrund großformatiger Bauteile und dadurch einem Minimum an Fugen besonders für die Herstellung einer undurchlässigen wannenartigen Konstruktion.“

Abdichtung gegen Radon

Neubaustandard bietet Schutz vor Radon

Ein Homeoffice-Arbeitsplatz im Keller kann laut Michael Gruben dauerhaft genutzt werden, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind:

  • Der Keller entspricht heutigen Neubaustandards und bietet hinsichtlich der Konstruktionen und der verwendeten Materialien gerade in der Kombination mit Lüftungsanlagen eine hochwertige Raumnutzung des Kellergeschosses. Der seit circa 20 Jahren ausgeführte Baustandard gegen die im Erdreich vorhandene Bodenfeuchtigkeit und das im Erdreich vorhandene Wasser bildet für einen Großteil der Häuser einen guten Schutz auch gegen Radon. Kellerabdichtungen bei Fertigkellern in Neubauten werden mit entsprechend langjährig bewährten Produkten ausgeführt.
  • Auch die Rohrdurchführungen durch Außenwände und die Bodenplatte sind mit Systembauteilen ausgeführt.
  • Darüber hinaus werden Keller im Neubau heute als wannenartige, wasserundurchlässige und konvektiv dichte Konstruktion erstellt, die somit eine hohe Undurchlässigkeit gegen Feuchtigkeit, Wasser und auch Radon aus dem Erdreich mitbringen.

Gruben verweist außerdem darauf, dass lediglich für sogenannte Radonvorsorgegebiete, die durch die Bundesländer festgelegt werden, weitergehende Maßnahmen erforderlich sind, die im Neubaubereich immer individuell geplant und ausgeführt werden müssen. Auch bei Bestandsimmobilien ist eine Radonsanierung möglich.


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