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Papier als Baumaterial

Ausstellung im Papiermuseum Düren
Papier als Baumaterial

Arbeitstisch von oben mit Modellen aus Papier
BAMP! Bauen mit Papier, Arbeitstisch mit Modellen. Bild: Oskar Gerspach-Wolf / FGPG
Ein Haus aus Papier? Gebaut in kürzester Zeit und aus nachwachsenden Rohstoffen? Was heute noch utopisch klingt, könnte bald schon Realität werden. Die Ausstellung »BAMP! Bauen mit Papier« im Papiermuseum Düren zeigt vom 6. März bis 9. Oktober 2022, wie es gehen könnte.

In der Baubranche ist die Verwendung von Papier, abgesehen von einigen Ausnahmen, aktuell noch Zukunftsmusik. Das liegt vor allem an der Feuchtigkeitsempfindlichkeit und der leichten Entflammbarkeit des Werkstoffs. Doch den negativen Aspekten stehen viele positive gegenüber: Hohe Festigkeitseigenschaften bei geringem Eigengewicht, die gute Form- und Modifizierbarkeit und eine einfache chemische Funktionalisierung sind nur einige davon. 

Hinzu kommt die hohe Nachhaltigkeit. Papier und Karton werden aus Zellulosefasern hergestellt, die wiederum aus Holz oder anderem Pflanzenmaterial und damit aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Die Verknappung von Beton, Sand und anderen Baustoffen wird sich in den kommenden Jahren verstärken. Zudem lassen sich die heute verwendeten Baustoffe oftmals nur schwer oder gar nicht recyclen – ganz im Gegensatz zu Papier, dessen Fasern mehrfach in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können. Genau hier könnte das größte Potenzial von Papier liegen. 

Papiermuseum

Herausforderungen und Chancen von Papier als Baustoff

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe »BAMP! Bauen mit Papier« der Technischen Universität Darmstadt beschäftigt sich seit 2017 mit der Frage, wie Papier als nachhaltiges Baumaterial etabliert werden könnte und welche Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten und Chancen damit verbunden sind. 2021 wurden die Ergebnisse bereits in einer Installation auf der Architekturbiennale in Venedig ausgestellt und dort vom »ECC – European Cultural Centre« als bestes Universitätsprojekt ausgezeichnet.

Nun wird das zukunftsweisende Projekt in einer Ausstellung am Papiermuseum Düren gezeigt. Die Ausstellung präsentiert die Forschungsergebnisse des interdisziplinären Teams anhand zahlreicher Modelle und Objekte. Diese verdeutlichen die Eigenschaften des Materials und seine Verarbeitungstechniken und zeigen experimentelle Methoden des Fügens und der Konstruktion, des Verformens und des Ausrüstens. Die Exponate werden in einem eigens für die Ausstellung gefertigten überdimensionalen Regal aus Papierrollen präsentiert.

Begleitprogramm mit Vorträgen und Gesprächsrunden

Donnerstag, 28.4.2022, 19 Uhr

Museumsdialog zur Modellfabrik Papier: Bioökonomie, Rohstoffe und deren Kreislauf

Die Modellfabrik Papier in Düren wird derzeit als Kooperationsprojekt von Hochschuleinrichtungen und Unternehmen gebaut. Hier sollen Verfahren entwickelt werden, mit denen die Papierproduktion klimaneutral umgestaltet werden kann. Die Frage der Klimaneutralität stellt sich allerdings nicht nur in Bezug auf den Energieverbrauch in den konkreten Produktionsprozessen. In der Gesprächsrunde wird es vielmehr um das bioökonomische Zusammenspiel von zukünftig eingesetzten Rohstoffen, deren Eigenschaften, Beschaffung, Verbrauch und Wiederverwertbarkeit gehen. 

Mit Prof. Dr. Markus Biesalski, Technische Universität Darmstadt, Dr. Dirk Mauler, Global Material Development Director, Essity Operation GmbH Mannheim, Prof. Dr. Ulrich Schurr, Sprecher des Bioeconomy Science Centers und Institutsleiter am Forschungszentrum Jülich, Axel Wizemann, Experte für Bioökonomie, Innovation, Strategie und Betrieb, Forschungszentrum Jülich, moderiert von Peter Bekaert, Geschäftsführer Modellfabrik Papier gGmbH.

Donnerstag, 19.5.2022, 19 Uhr

Museumsdialog zur Modellfabrik Papier: Welche Zukunft hat Altpapier als Rohstoff für die Papierindustrie?

Altpapier ist seit Beginn der Papierherstellung im alten China ein wichtiger Rohstoff für die Papierindustrie. Heute sind die Papierkreisläufe sehr eng und Altpapier wird intensiv genutzt. Ein Grund dafür sind die mit der Nutzung von Altpapier verbundenen Energieeinsparungen. Die großen Veränderungen auf dem Papiermarkt durch die geringere Nachfrage nach grafischen Papieren und die starke Zunahme von Verpackungspapieren und vielfältigen innovativen Papierprodukten verursachen auch erhebliche Unsicherheiten auf dem Altpapiermarkt.

Das bringt neue Herausforderungen mit sich, wie die ganz praktische Frage: In welche Tonne soll ich meine Papierverpackung mit Barriereschichten werfen? Wie können die Energieinhalte der beim Recycling entstehenden Reststoffe genutzt werden. Der Vortrag wird Licht ins Dunkel werfen und aufzeigen, wo die »Modellfabrik Papier« zur Lösung der Fragen beitragen kann. 

Mit Prof. Dr. Samuel Schabel, Leiter des Fachgebiets Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik, TU Darmstadt.

Donnerstag, 2.6.2022, 19 Uhr

Museumsdialog zur Ausstellung »BAMP! Bauen mit Papier«

Eine Architektin und ein Architekt aus dem Forschungsprojekt »BAMP! Bauen mit Papier« geben Einblicke in ihre Forschung. Dabei wird Nina Christl über die Realisierung der Ausstellung auf der Architekturbiennale Venedig 2021 sprechen. Jannis Protzmann hingegen forscht nach einer Möglichkeit, Papier nachhaltig brandschutztechnisch zu ertüchtigen – eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz als Baumaterial. Er veranschaulicht dies am Versuch mit einem Lehm-Papier-Komposit. Beide Vorträge werden mit zahlreichen Fotos bebildert. 

Mit Nina Christl (Paper Exhibition) und Jannis Protzmann (Nachhaltiger Brandschutz für Papier), Wissenschaftliche Mitarbeiter, Fachgebiet Plastisches Gestalten, Fachbereich Architektur, TU Darmstadt.

Auf einen Blick

  • Ausstellung: BAMP! Bauen mit Papier
  • Termin: 6. März bis 9. Oktober 2022
  • Eröffnung: Sonntag, 6. März 2022, 12 Uhr
  • Ort: Papiermuseum Düren • Wallstraße 2–8 • 52349 Düren • www.papiermuseum-dueren.de

 


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