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Fassade mit abstrakten Büchern aus Keramik für Stadtbibliothek in Dornbirn

Neubau einer Stadtbibliothek in Dornbirn
Abstrakte Bücher aus Keramik

Das gedruckte Buch verliert an Wert, heißt es vielerorts. Doch in Dornbirn werden so viele Bücher entliehen wie nirgendwo sonst in Österreich. Die kürzlich fertiggestellte Stadtbibliothek von Christian Schmoelz und Dietrich Untertrifaller Architekten bildet an ihrer Fassade Bücher auf abstrakte Weise ab – nicht gedruckt, sondern in Form von langformatigen Keramik-Baguettes.

Dass Architektur im österreichischen Bundesland Vorarlberg einen wichtigen Stellenwert hat, ist unumstritten. Die Stadt Dornbirn gilt mit ihren knapp 50.000 Einwohnern als die architektonische Hochburg, nachdem sich hier in den 60er-Jahren die Bewegung der Vorarlberger Baukünstler formierte. Sozial, erschwinglich, ressourcenschonend und regional hieß das neue Ideal junger Architekten fernab der traditionellen Formensprache.

Ein neues, gelungenes Beispiel für anspruchsvolle Architektur in Vorarlberg ist die die kürzlich fertiggestellte Stadtbibliothek von Christian Schmoelz und Dietrich Untertrifaller Architekten im Park des Dornbirner Schulbezirks. Der aus einem gemeinsamen Wettbewerbserfolg hervorgegangene Neubau ersetzt die alte Bücherei in der benachbarten Stieger-Villa und bietet mit einer Gesamtnutzfläche von 1.170 Quadratmetern nun ausreichend Platz für die fast 50.000 Medien. Aufgeteilt auf drei Ebenen stehen sie den Besuchern zum Lesen, Hören und Anschauen zur Verfügung.

Weitspannend konstruiert

Spielerische Architektur als Kontrast

Zentraler Raum der neuen Bibliothek ist das zweistöckige, von oben belichtete  Foyer, über das das Untergeschoss und sämtliche Bereiche des Gebäudes auf kurzem Wege erschlossen werden. Hierzu zählen neben den Freihand-Regalen auch Kreativ- und Gamingräume, eine Bücherhöhle sowie die Sanitär- und Haustechnikanlagen.

Der Informations- und Ausleihbereich befindet sich im Erdgeschoss. Hier ist die Wegeführung so angelegt, dass über die beiden Zugänge der Verlauf des ursprünglichen Trampelpfads zwischen Jahngasse und Schulgasse nachempfunden wurde und das Gebäude auf diese Art als öffentlicher Raum erlebbar bleibt.

„Die Entwurfsidee war, nicht nur ein Behältnis für Bücher und Medien zu schaffen, sondern ein erweitertes Wohnzimmer für die ganze Stadt anbieten zu können“, so Peter Nußbaumer von Dietrich Untertrifaller Architekten.

Tiefe Ein- und weite Ausblicke

Auch über die Gebäudeform sollte ein Bezug zur näheren Umgebung hergestellt werden. Viele Schulen und Spielplätze charakterisieren den Bezirk. Daher wählte man eine spielerische, freundliche Architektur, die sich sowohl von den rechtwinklingen Baustrukturen der Innenstadt abhebt als auch einen Identifikationspunkt für die Kinder und Familien schafft.

Entstanden ist nach nur anderthalbjähriger Bauzeit ein freigeformter Pavillon aus vier verbundenen Parabeln in Stahlbetonbauweise mit einer zweischaligen Fassade. Während die Innenseite aus raumhohen, in Fächern angebrachten Holz-Alu-Fenstern besteht und diese viel Tageslicht in die Bibliothek fließen lassen, dient die äußere Fassade als optimaler Sonnenschutz. Die hierfür verwendeten Keramik-Baguettes der Firma Moeding sorgen für Lichtspiele im Gebäudeinnern und verleihen dem Baukörper außen das besondere Detail: eine abstrakte „Bücher-Fassade“.

Außergewöhnliche Lichtstimmung

Keramik-Baguettes: Mehr als nur Fassade

Realisiert wurde die semitransparente Gebäudehülle mithilfe von insgesamt 7.714 länglichen Keramik-Baguettes in der Größe 120 x 60 Zentimeter. Ihr rechteckiges Format, die vertikale und schräge Anordnung sowie das gebrochene Weiß und die pergamentartige Struktur rekonstruieren dabei das Format und die Schrift eines Buches.

Zur Befestigung dienen spezielle Tragprofile auf einer systemspezifisch gebogenen Stahlunterkonstruktion, die eine schnelle und einfache Montage und einen späteren Austausch rund um das Gebäude ermöglichen. Ein Kriterium für die Wahl der Keramik-Baguettes war – neben der Recycelbarkeit  – auch der Anspruch der Architekten, einen möglichst nachhaltigen und langlebigen Baustoff für die Fassade zu verwenden.

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Den Farbton und die Struktur definierten sie dabei in mehreren Bemusterungsdurchläufen, bevor die schadstofffreie Glasur im bayrischen Marklkofen hergestellt wurde. Weiterhin betont Christian Schmölz, dass „die Keramik-Elemente dank des Materials aus Ton und Lehm auch die hervorragende Eigenschaft mitbringen, natürlich zu verwittern und dadurch in einen wunderbaren Dialog mit der Natur treten.“

Mit der neuen Stadtbibliothek ist erstmalig in Dornbirn ein Gebäude entstanden,  dass die moderne Vorarlberger Architektur mit dem traditionellen Baustoff Keramik verbindet und dabei die gestalterische Rafinesse einer Keramik-Fassade hervorhebt. Durch ihre Gestaltung und Durchwegung verdeutlicht die Bibliothek ihren gesellschaftlichen Wert und schafft einen öffentlichen Ort der Begegnung.


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