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Germanisches Nationalmuseum wird saniert

David Chipperfield mit Drees & Sommer
Germanisches Nationalmuseum wird saniert

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg ist ein Gesamtkomplex mit Gebäudeteilen aus unterschiedlichen Epochen. Damit das Museum seine Strahlkraft noch für viele weitere Generationen erhält, werden zwei der denkmalgeschützten Gebäudeteile nun saniert. Neben David Chipperfield Architects begleitet auch das Beratungsunternehmen Drees & Sommer das anspruchsvolle Projekt.

Herausragende Bildwerke, historische Waffen, Himmelsgloben und Puppenhäuser – im Germanischen Nationalmuseum finden sich bedeutende Zeugnisse der Geschichte Europas von der Altsteinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Besucherinnen und Besucher können hier in die vielschichtige Kulturgeschichte Europas eintauchen – und das bereits seit rund 170 Jahren: Gegründet wurde das größte kulturhistorische Museum im deutschsprachigen Raum 1852 vom fränkischen Adligen Hans Freiherr von und zu Aufseß. Die Faszination für das Museum ist seitdem ungebrochen.

„Jedes Jahr besuchen mehrere hunderttausend Interessierte das Germanische Nationalmuseum“, so Generaldirektor Prof. Dr. Daniel Hess. „Erwartungen der Besucher ändern sich, ebenso die technischen Möglichkeiten, historisch einzigartige Objekte anschaulich und unter modernsten konservatorischen Bedingungen auszustellen. Museen stehen vor der Herausforderung, sich diesen Gegebenheiten immer wieder neu zu stellen.“

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Einzigartige Erlebnisse schaffen

Die geplanten Sanierungsmaßnahmen erfolgen am Süd- bzw. Südwestbau sowie einem dazwischenliegenden Treppenhaus. Der denkmalgeschützte Südbau wurde in den 1960er Jahren von Sep Ruf gestaltet. Der Münchner zählt zu den wichtigsten Vertretern der modernen Architektur in Deutschland und Europa. Auf vier Etagen finden sich hier die Musikinstrumenten-Sammlung, historische Kleidung sowie Exponate der Volkskunde. Die Ausstellungsstücke stellen hohe konservatorische Ansprüche: So bedürfen die empfindlichen Musikinstrumente beispielsweise einer besonderen Raumlufttechnik.

Der massive neugotische Südwestbau wurde um 1900 errichtet und beherbergt den Rittersaal, die Bauernstuben und die Sammlung zum 19. Jahrhundert. Der Backsteinbau wurde nach Kriegsschäden leicht modifiziert wiederaufgebaut. Seine historisierende Backsteinfassade steht in Kontrast zur Stahlbetonkonstruktion des Ruf-Baus. Verbunden sind beide Gebäudeteile durch ein transparentes Treppenhaus.

„Die Sanierung des Süd- und Südwestbaus ist die größte und ambitionierteste Baumaßnahme seit der 2010 abgeschlossenen Neueinrichtung des Galeriebaus“, so Generaldirektor Daniel Hess. „Ziel ist, auch im Süd- und Südwestbau Zeugnisse der Hoch- und Alltagskultur gattungsübergreifend und im historischen Kontext zu präsentieren und damit für Besucher einzigartige Erlebnisse zu schaffen.“

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Hochanspruchsvolle Aufgabe

„Sanierungsprojekte im Denkmalschutz mit spezieller Nutzung sind immer eine besondere Herausforderung“, sagt Projektleiter Christian Matschke von Drees & Sommer. „Mit der Sanierung sorgen alle Projektbeteiligten dafür, dass dieser historische Bau mitten in der Stadt und die Kunstobjekte darin noch vielen Generationen in der gleichen Qualität erhalten bleiben.“

Bei der bevorstehenden Grundlagenermittlung liegt das Augenmerk darauf, die Bausubstanz, das Tragwerk und den möglichen Schadstoffgehalt der Gebäude zu untersuchen. Weiter wird das Drees & Sommer-Projekt-Team ein nachhaltiges Energiekonzept erarbeiten und die speziellen Anforderungen an die Ausstellungsgestaltung wie etwa die klimatischen Bedingungen der Räume oder die Einbruchsicherheit überprüfen.

„Die Ausstellungsräume energetisch zu sanieren und den Erhalt der Exponate sicherzustellen, ist eine hochanspruchsvolle Aufgabe“, so Christian Matschke. Der Projektleiter ist auf denkmalgeschützte Sanierungen spezialisiert und war in Nürnberg u.a. an der Sanierung des Bibelmuseums Haus St. Lorenz und dem Nürnberger Zollhof beteiligt.

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Besondere Anforderungen

Das Germanische Nationalmuseum ist ein Gesamtkomplex mit Gebäudeteilen aus unterschiedlichen Jahrhunderten. „Der Campus um den Sanierungsabschnitt muss im Zuge einer übergeordneten Strukturplanung mitbedacht werden, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Wie lässt sich der Gesamtkomplex zum Beispiel über die zukünftige Wegeführung erschließen?“, so Matschke.

Mit der Sanierung des Süd- und Südwestbaus wird die Grundlage für die späteren Sanierungsmaßnahmen weiterer Bauabschnitte geschaffen. „Das macht das Vorhaben sehr komplex.“

Mit der dazugehörigen Neukonzipierung der Dauerausstellung schließen die Umbaumaßnahmen eine technische, energiewirtschaftliche und konservatorische Neuausrichtung der 5.500 Quadratmeter großen Fläche ein. Insgesamt belaufen sich die vorläufig geschätzten Kosten der Sanierung und Ausstellungseinrichtung auf 67 Millionen Euro brutto. Ende 2028 sollen Gebäudesanierung und Neueinrichtung der Ausstellungsräume abgeschlossen sein.


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