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DAM-Preis 2020: Die fünf Finalisten stehen nun fest

Fünf Bauten in der Endrunde
DAM-Preis 2020: Die Finalisten stehen fest

Die Finalisten des DAM Preises 2020 stehen fest. Die Jury wählte fünf Projekte aus den Bereichen Wohnen, Kultur und Bildung aus – jedes von ihnen mit einer sehr spezifischen Bauaufgabe, Komplexität sowie städtebaulichen Bedeutung.

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung

Die Finalisten werden mit der Veröffentlichung des Architekturführers Deutschland 2020 und mit allen nominierten Bauten in einer handlichen gedruckten Version vorgestellt. Das bei DOM publishers, Berlin, verlegte Buch ist nun erschienen.

Die öffentliche Bekanntgabe des Preisträgers und Verleihung des DAM Preis 2020 sowie die Eröffnung der Ausstellung mit dem Preisträgerprojekt und allen Bauten der Shortlist finden am 31. Januar 2020 im DAM statt.

Zu diesem Anlass erscheint auch das Deutsche Architektur Jahrbuch 2020 mit ausführlichen Besprechungen der Bauten aus der Shortlist und des Preisträgers.

Der DAM-Preis

Seit 2007 werden mit dem DAM Preis für Architektur in Deutschland jährlich herausragende Bauten in Deutschland ausgezeichnet. 2020 wird der Preis vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) bereits zum vierten Mal in enger Zusammenarbeit mit JUNG als Kooperationspartner in einem gestaffelten Juryverfahren vergeben.

Eine Expertenjury unter Vorsitz von Stephan Schütz (gmp Architekten von Gerkan Marg und Partner, Gewinner des DAM Preis 2019) bestimmte nun aus dem Feld der Shortlist fünf Projekte für die engere Wahl der Finalisten zum DAM Preis 2020.

Die Internetpräsenz zum DAM Preis dam-preis.de ist nun um die Finalisten 2020 ergänzt. Die Datenbank bietet einen profunden Überblick zum Baugeschehen in und aus Deutschland.

Die Finalisten im Detail

James-Simon-Galerie, Berlin, Deutschland | David Chipperfield Architects
DAVID CHIPPERFIELD ARCHITECTS | James-Simon-Galerie. Bild: Simon Menges
DAVID CHIPPERFIELD ARCHITECTS | James-Simon-Galerie. Bild: Simon Menges

Zwischen Kupfergraben und Neuem Museum gelegen, übernimmt die James-Simon-Galerie als neues Eingangsgebäude der Berliner Museumsinsel zentrale Servicefunktionen und leitet die Museumsbesucher über die Archäologische Promenade in die einzelnen Häuser. Die Architektursprache bedient sich vorgefundener Elemente wie gebauter Topografie, Kolonnade und Freitreppe.

Durch die Staffelung der Gebäudemasse bleibt der Blick von der Schlossbrücke in die Tiefe der Museumsinsel und auf die Westfassade des Neuen Museums erhalten. Die Uferkante zum Kupfergraben wird durch einen steinernen Sockel ausgebildet, über dem sich die Hochkolonnade mit schlanken Stützen erhebt.

Eine breite Freitreppe empfängt die Besucher. Auf der oberen Ebene gelangen sie in das großzügige Foyer mit direktem Anschluss an das Pergamonmuseum. Das Foyer, in dem auch das Café gelegen ist, öffnet sich zu einer Terrasse, die sich über die gesamte Länge des Gebäudes erstreckt und auch außerhalb der Öffnungszeiten frei zugänglich ist. Im Mezzaningeschoss unter dem Haupteingangsfoyer befinden sich der Museumsshop, eine große Garderobe und Schließfächer, im Sockelgeschoss liegen Ausstellungsbereiche und das Auditorium.


taz Neubau, Redaktions- und Verlagsgebäude, Berlin, Deutschland | E2A
E2A | taz Redaktions- und Verlagsgebäude. Bild: Yasu Kojima
E2A | taz Redaktions- und Verlagsgebäude. Bild: Yasu Kojima

Der Neubau der taz vermittelt in seiner besonderen Ecklage an der Friedrichstrasse zwischen dem traditionellen Berliner Block und den Solitärbauten aus der Zeit der IBA von 1984. Aus der Kombination von Ecke und Block wurde eine einfache Lösung vorgeschlagen: Entlang der Friedrichstrasse werden die Berliner Traufhöhen übernommen und der Block weitergeführt. Ein Rücksprung in der Fassade entlang der Friedrichstrasse bildet ein klar akzentuierter Eingang.

Das strukturelle System des neuen Hauses ist als Netz ausgebildet. Mit möglichst wenigen Elementen wird eine größtmögliche Belastbarkeit erreicht. Es ist eine Struktur, in der alle Teile gleichviel leisten müssen und nur zusammen Stabilität erreichen. Es ist ein System ohne Hierarchie. Die architektonische Anmutung des neuen Hauses für die taz wird so Struktur und Sinnbild der Organisation zugleich. Die Hauptstruktur besteht aus diagonalen Verstrebungen entlang der Gebäudehülle und erfordert keine zusätzliche Unterstützung auf der Innenseite. Die dreizehn Meter tiefen Büroflächen schaffen eine Werkstattatmosphäre und ermöglichen eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsformen. Die Treppenskulptur im Zentrum des Neubaus bildet aufgrund ihrer Dimension und Plastizität eine vertikale Fussgängerzone über die ganze Höhe des neuen Hauses. Sie ist ein Ort der Begegnung und des informellen Austauschs. Hier atmet das Gebäude und fördert die spontane Kommunikation.


Eingangsgebäude Freilichtmuseum Glentleiten, Deutschland | Florian Nagler Architekten GmbH
FLORIAN NAGLER ARCHITEKTEN | Eingangsgebäude Freilichtmuseum. Bild: Schels/Jüttner/Pk. Odessa
FLORIAN NAGLER ARCHITEKTEN | Eingangsgebäude Freilichtmuseum. Bild: Schels/Jüttner/Pk. Odessa

Die Architekten begeistert an den Bauernhäusern des Oberlandes, dass einer einfachen äußeren Geometrie ein vielschichtiges Inneres, sowohl im Hinblick auf die Funktion als auch die Konstruktion, gegenübersteht. Dieses Prinzip hat sie auch beim neuen Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Glentleiten inspiriert.

Die Idee war, ein großes, einfaches Dach zu bauen und darunter eine robuste Struktur, die die gewünschten Funktionen aufnehmen kann und dabei auch flexibel und damit nachhaltig ist. Das Dachvolumen orientiert sich am Maßstab der umliegenden Gebäude und fügt sich dabei erstaunlich gut in den Kontext ein.

Die Gestaltung der Fassaden nimmt mit zwei großen Zugangstoren zum Museum und zur Gastwirtschaft Bezug auf die Tore des benachbarten Starkerer Stadels, ist dabei jedoch fast abstrakt gehalten. Die traditionelle Dachform und die einfachen Holzfassaden erinnern auf den ersten Blick an landwirtschaftliche Funktionsbauten, deren Anblick im bayerischen Voralpenland vertraut ist. Die Ausführung im Detail weicht dann jedoch von den vertrauten Bildern etwas ab.

Auf der unteren Zugangsebene liegen der Eingang zum Museum, die Sonderausstellung und alle dazu gehörigen Räume. Im Geschoss darüber ist das Wirtshaus untergebracht, das durch die geschickte Ausnutzung der Topografie einen barrierefreien externen Zugang und Austritt in den Biergarten erhält. Flächen, die kein Tageslicht benötigen, sind in den sanften Hang eingegraben, das Gebäudevolumen wird dadurch optisch reduziert.


Stylepark Neubau am Peterskirchhof, Frankfurt am Main, Deutschland | NKBAK
NKBAK | Stylepark Neubau am Peterskirchhof. Bild: Thomas Meyer
NKBAK | Stylepark Neubau am Peterskirchhof. Bild: Thomas Meyer

In Frankfurts Innenstadt sollte ein Wohn- und Geschäftshaus in einen Hinterhof erweitert werden. Das Besondere an dieser Bauaufgabe war– entgegen üblicher Hinterhofsituationen – die Sichtbarkeit der neuen Bebauung vom angrenzenden Peterskirchhof aus. Diese parkähnliche Anlage mit seiner umgrenzenden Friedhofsmauer ist denkmalgeschützt.

Im Konzeptgedanken steht nicht eine Abgrenzung, sondern das Weiterbauen und die Akzentuierung der Zeitschichten im Vordergrund. Der Neubau wurde daher mit einer Klinkerfassade auf die Friedhofsmauer aufgebaut. Das Sichtmauerwerk ist mit verschiedenen Steinformaten horizontal geschichtet, sodass sich das (Zeit-)Schichten auch in der Materialität manifestiert.

Die Bebaubarkeit war auf Grund der Abstandsregelungen begrenzt. Die Kubatur ist im Hinblick auf die Baumasse und die Belichtungssituationen präzise abgestimmt. Im Erdgeschoss wurde eine bereits vorhandene Gewerbeeinheit erweitert. In den Obergeschossen entstanden zwei Wohneinheiten. Sie sind ein Beitrag zur Verdichtung der Frankfurter Innenstadt mit der Schaffung von Wohnraum.


„einfach gebaut“, Berlin, Deutschland | orange architekten
ORANGE ARCHITEKTEN | "einfach gebaut", Wohnhaus. Bild: Jasmin Schuller
ORANGE ARCHITEKTEN | „einfach gebaut“, Wohnhaus. Bild: Jasmin Schuller

Die Architekten kauften das als unbebaubar geltende Grundstück selber und entwickelten und realisierten das Wohnensemble komplett in Eigenregie. Durch die Aufständerung der Baukörper blieben die Fußwege als auch die Durchlüftung des Quartiers gewahrt. Ebenso konnten die meisten Bäume erhalten werden, da das gesamte Gebäude zwischen den Wurzelbereichen positioniert wurde.

Das Gebäude besteht aus zwei voneinander unabhängigen Teilen. Im fünfgeschossigen, schmalen „Langhaus “ befinden sich großzügige Lofts. Die Wohnungen sind zur Südseite hin komplett verglast. Von den durchgehenden Balkons schauen die Bewohner direkt in die Baumwipfel. Auf der Nordseite befinden sich Laubengänge. Das „Atelierhaus“ besteht aus drei übereinander gestapelten Apartments von 40 Quadratmetern. Beide Gebäudeteile werden durch ein straßenseitiges, außen liegendes Treppenhaus erschlossen.

Als Alternative zum WDVS entwickelten die Architekten eine Netzfassade mit gesteckter Wärmedämmung, ohne jede Verbundmaterialien, die vollständig und sortenrein demontabel und rezyklierbar ist. Am Boden wurde statt mit Estrich und Klebeparkett mit einer lose liegenden, massiven Brettschichtholzplatte in einem einzigen Bauelement die Funktionen Estrich und Fußboden vereint.

Es gibt in allen Wohnungen Sichtbetondecken. Schiebeelemente ersetzen Wände aus Gipskarton und ermöglichen eine flexible Nutzung der Flächen. Zugunsten einer Deckenhöhen von drei Metern wurde auf ein mögliches weiteres Geschoss verzichtet.


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