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DAM: Neuer Mensch, Neue Wohnung – Die Bauten des Neuen Frankfurt

Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Ausstellung: Neuer Mensch, Neue Wohnung – Die Bauten des Neuen Frankfurt

Frankfurt am Main avancierte in den 1920er Jahren zur archetypischen Metropole der Moderne. Die im städtischen Auftrag tätigen Architekten leisteten auf vielen Gebieten Pionierarbeit. Nun präsentiert die Ausstellung »Neuer Mensch, Neue Wohnung« im Deutschen Architekturmuseum (DAM) zahlreiche Siedlungen und Sonderbauten des Neuen Frankfurt von 1925 bis 1933. Ausstellungseröffnung ist am heutigen Freitag um 19 Uhr.

2019 feiert das Bauhaus seinen 100. Geburtstag. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1933 war es 14 Jahre lang eine herausragende Schule der Avantgarde, von der Kunst, Design und Architektur zentrale Impulse empfingen. Die internationale Nachwirkung vor allem der Dessauer Periode ist bis heute zu spüren.

Die Ausstellung »Neuer Mensch, Neue Wohnung« widmet sich nun dem parallel stattfindenden Geschehen in Frankfurt am Main, das zwischen 1925 und 1933 ein nicht minder bedeutendes Zentrum des Aufbruchs darstellte. Unter der Regie des damaligen Oberbürgermeisters Ludwig Landmann und des Architekten Ernst May konstituierte sich hier das Neue Frankfurt, das unter diesem Namen in die Architektur- und Kulturgeschichte einging. Die Stadt erhielt einen beispiellosen Schub in die kulturelle Moderne. Für eine kurze Zeitspanne wurde sie zur Hochburg der Avantgarde in der Architektur.

In Frankfurt plante man die Umgestaltung zur exemplarischen Großstadt der Moderne – sozial, baulich und kulturell. Das Entscheidende war: Theorie wurde schnell zur Praxis, man fing sofort mit der Umsetzung an. Den wichtigsten Impuls gab das im Oktober 1925 publizierte Programm für 10 000 neu zu errichtenden Wohnungen.

Ein Leitbild der Architekten des Neuen Frankfurt war der Neue Mensch der Moderne, „der entschlossen ist, das Alte, Erstarrte hinter sich zu lassen“ (Ernst May), um im Alltag der naturnahen neuen Siedlungen eine befreite Existenz zu führen. Der neuen Wohnung war in diesem Prozess eine beherrschende Rolle zugedacht. Die Architekten verstanden sich als legitime Erzieher zum richtigen Leben in der Moderne.

Über die Ausstellung

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Auswahl aus zehn Siedlungen des Neuen Frankfurt, in denen das Wohnen in „Licht, Luft und Sonne“ Gestalt annahm. Die chronologische Abfolge der Siedlungen markiert nicht nur die Entwicklung der auf unterschiedliche Familienkonstellationen zugeschnittenen Haustypen, sondern auch die Variationen in der städtebaulichen Anlage und die Herausbildung der funktionellen Planungsdoktrin um 1930. Zudem verdeutlicht sie die zunehmenden Schwierigkeiten der Finanzierung, die zuletzt stark verkleinerte Wohnungsgrundrisse erzwangen und nach 1930 dem gesamten Projekt ein Ende setzten.

Neben den Siedlungen werden im DAM einige wichtige für das „Neue Bauen“ im Neuen Frankfurt charakteristische Bauten der großstädtischen Infrastruktur präsentiert – Bildungsstätten, Kirchen, Krankenhäuser, ein Altenheim, die Großmarkthalle und das Gesellschaftshaus am Palmengarten. Dazu kommen die als Vorbilder konzipierten Wohnhäuser der leitenden Architekten Ernst May und Martin Elsaesser.

Der sozio-kulturelle Hintergrund des Neuen Frankfurt wird an mehreren Beispielen thematisiert: Das Phantasma des „Neuen Menschen“, die Elektrifizierung der Siedlungen, der Versuch einer flächendeckenden Einführung des Radios in den Neubausiedlungen sowie die für das Neue Frankfurt typische Einrichtung von Zentralwäschereien werden dargestellt. Die Industrialisierung des Bauens und die Frankfurter Küche werden in eigenen Stationen behandelt.

Die Station „Das neue Neue Frankfurt“ schlägt schlussendlich den Bogen zur prekären Situation des Wohnungsmarktes heute.

Auf einen Blick

  • Titel der Ausstellung: Neuer Mensch, Neue Wohnung – Die Bauten des Neuen Frankfurt 1925 – 1933
  • Dauer der Ausstellung: 23. März – 18. August 2019
  • Ausstellungseröffnung: Freitag, 22. März 2019, 19 Uhr
  • Ausstellungsort: Deutsches Architekturmuseum (DAM), Schaumainkai 43, Frankfurt am Main

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