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Benthem Crouwel + West 8 gewinnen Wettbewerb für Brünner Hauptbahnhof

Benthem Crouwel + West 8
Internationaler Wettbewerb für den neuen Brünner Hauptbahnhof entschieden

Benthem Crouwel Architects und West 8 haben den bislang größten internationalen Wettbewerb in der Geschichte Tschechiens gewonnen: Gemeinsam werden die beiden niederländischen Büros den neuen Brünner Hauptbahnhof und das angrenzende Bahnhofsviertel neu gestalten.

Benthem Crouwel Architects und West 8 sind bereits  für den gefeierten Rotterdamer Hauptbahnhof bekannt. Benthem Crouwel hat zudem Verkehrsknotenpunkte wie den Amsterdamer Hauptbahnhof und die Metro, vier Metro-Stationen in Paris und den Masterplan für den Bahnhof »Silicon Valley Diridon« entworfen. Zu den Projekten von West 8 gehören »Madrid RIO«, der Flughafen Schiphol, »Governors Island« in New York und die »Toronto Waterfront«.

Betonung des »genius loci«

Das Team Benthem Crouwel Architects + West 8 wurde beim internationalen Wettbewerb für den Brünner Hauptbahnhof aus 46 Bewerbungen ausgewählt. Zwölf Entwurf-Teams kamen dabei zum Zuge, darunter renommierte Büros wie BIG, Diller Scofidio Renfro, OMA, Snøhetta und Ingenhoven. Es war der größte Architekturwettbewerb in der Geschichte der Tschechischen Republik.

Nach Meinung der Jury wird mit dem Siegerentwurf ein moderner, multimodaler Knotenpunkt geschaffen, der einen hochwertigen öffentlichen Raum kreiert und gleichzeitig eine Verbindung zu den historischen öffentlichen Gebäuden herstellt. Der Entwurf betone den »genius loci« von Brünn und zeige, dass die praktischen Anforderungen des neuen Bahnhofsgebäudes und seiner Umgebung sorgfältig in das Konzept miteinbezogen worden seien.

Lichte Transparenz für komplexe Strukturen

Multimodaler Knotenpunkt

Mit 14 Bahnsteigen für Hochgeschwindigkeits- und Nahverkehrszüge, Straßenbahnen und Stadtbusse, einem Regionalbusbahnhof mit 40 Haltestellen, einer Metro-Station, einem Fahrrad- und einem Autoparkplatz bietet der Siegerentwurf eine umfassende Lösung für einen multimodalen Verkehrsknotenpunkt.

Das Bahnhofsgebäude verfügt neben zahlreichen Service-Einrichtungen für Passagiere auch über großzügige Einzelhandels- und Gastronomie-Bereiche. Für das Stadtentwicklungsgebiet sieht der Entwurf außerdem Büros, Wohnungen, Hotels und hochwertigen öffentlichen Raum einschließlich eines Parks am Wasser und einer Stadtpromenade vor. Die voraussichtliche Fertigstellung des Bahnhofs ist für 2032 bis 2035 geplant. Das Baubudget liegt bei 1,8 Milliarden Euro.

„Der neue Brünner Hauptbahnhof ist sowohl großartig als auch menschlich, monumental und greifbar. Unser Entwurf kombiniert eine geradlinige, aber sehr komfortable Bahnsteigüberdachung mit einem sinnlichen Bahnhofsgebäude“, sagt Pascal Cornips, Partner von Benthem Crouwel Architects.

Natürliche Wegeführung

„Der Brünner Hauptbahnhof bietet sehr kurze und sichere Umsteigeverbindungen zwischen allen Verkehrsträgern. Wir haben uns stark darauf konzentriert, ein großartiges Fahrgasterlebnis mit funktionaler Exzellenz zu verbinden“, erklärt Daniel Jongtien, ebenfalls Partner von Benthem Crouwel Architects.

Die zentrale Bahnhofshalle mit ihrem Zugang zu den Bahnsteigen verbindet sich klar und intuitiv mit zwei Bahnhofshallen an beiden Enden der Passage. Konzipiert als zwei überdachte, öffentliche Plätze, beherbergen sie die Anschlüsse zu U-Bahn, Bus, Parkplätzen, Einzelhandel und Passagierdiensten. In diesen Hallen können sich die Fahrgäste auf einfache Art und Weise begegnen und sich innerhalb des Bahnhofs durch direkte Sichtachsen problemlos orientieren.

Seismisch sicher flanieren

Mit der Stadt verbunden

Vom Bahnsteig aus bietet sich durch die monumentalen Bögen des Bahnhofsgebäudes ein erster Blick auf die Brünner Kathedrale. Die Fahrgäste werden durch die zentrale Bahnhofshalle zu einer Fußgängerpromenade geführt, die den Bahnhof, den Park am Wasser und das neue Stadtentwicklungsgebiet mit dem Stadtgefüge verbindet. Ein großzügiger Boulevard folgt dem Bahnhof bis zum Fluss, wo sich unter der Eisenbahnbrücke der Uferpark Svratka fortsetzt.

„Der Bahnhof stellt eine wunderbare Gelegenheit dar, einen neuen und lebendigen Stadtteil in Brünn zu schaffen. Das einfache und elegante Design des neuen Brünner Bahnhofs wird der Katalysator und das neue Herz der Stadt sein. Von Bäumen gesäumte Boulevards verbinden den Bahnhof mit dem Stadtzentrum und die Kathedrale mit dem Park am Fluss Svratka“, erklärt Martin Biewinga, Partner von West 8.

Nachhaltigkeit mitgedacht

„Das bogenförmige Bahnhofsgebäude ist der Höhepunkt einer neuen Stadtfront und heißt den Reisenden willkommen“, sagt Penne Hangelbroek, Architekt, West 8.

Der Entwurf für das elegante, konvexe Glasvordach über den Bahnsteigen und dem Busbahnhof bietet den Fahrgästen nicht nur Schutz vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung, sondern sammelt gleichzeitig genug Sonnenenergie, um einen Netto-Positiv-Bahnhof zu schaffen. Biobasierte Materialien wie Brettsperrholz werden in den Dachkonstruktionen und als Verkleidung eingesetzt. Gleichzeitig wird durch die deutliche Reduzierung der Länge der Viadukte der Einsatz von Stahlbeton auf ein absolutes Minimum beschränkt, um die CO2-Bilanz des Bahnhofsgebäudes deutlich zu verbessern.

Der nachhaltige Entwurf integriert auch eine naturbasierte Regenwasserbewirtschaftung, die Nutzung von (gefiltertem) Tageslicht, eine natürliche Belüftung sowie eine Niedertemperatur-Fußbodenheizung und -kühlung, basierend auf Wärmepumpen und Geothermie.


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