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Ausstellung »Material Loops«: Kreislaufwirtschaft in der Architektur

HDA Graz
Ausstellung »Material Loops«: Gelungene Materialkreisläufe in der Architektur

Die Entwicklung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft hat laut Ursula von der Leyen oberste Priorität in der EU – denn anders sind die Klimaziele bis 2050 nicht zu erreichen. Die Ausstellung »Material Loops« im Haus der Architektur in Graz zeigt ab 15. April gelungene Projekte aus der Baupraxis, die mit wiederverwendbaren Materialressourcen experimentieren.

Aktuelle Studien zeigen, dass allein die Bauindustrie für 40 Prozent unserer Abfallproduktion, 40 Prozent des Primärenergie-Ressourcenverbrauchs sowie 40 Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich ist. Insbesondere das schnelle Wachstum der Städte trägt zu diesem Phänomen bei.

Nach Berechnungen der Vereinten Nationen leben heute etwa 55 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Bis 2050 werden es etwa 68 Prozent sein – das sind ca. 6,34 Milliarden Menschen. Man kann sich vorstellen, welch enorme Herausforderung das für den Ressourcenverbrauch im Bauwesen für neue Gebäude und die benötigte Infrastruktur bedeutet.

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Hoher Ressourcenverbrauch durch „lineare“ Funktionsweise

Momentan funktioniert unser Wirtschaftssystem vorwiegend „linear“ – Rohstoffe werden abgebaut, verwendet und zu Bestand oder – am Ende der Verbrauchskette – zu Abfall.

Doch schon seit langem fordern Wissenschaftler, Forscher und Experten ein Umdenken hin zur „Circular Economy“ – also einem Kreislauf der Rohstoffe, die nach Verbrauch wiederverwendet werden können. Gerade in Städten kann durch die gegebene Dichte von vorhandenen Ressourcen mit dem sogenannten „Urban Mining“ oder „Harvesting“ ein wertvoller Wertschöpfungskreislauf entstehen, der sowohl neue Geschäftsmodelle fördert als auch eine nachhaltige und klimaschonende Wirtschaft ermöglicht.

Zur aktiven Umsetzung sind dafür zunächst neue gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich, die die Kreislaufwirtschaft fördern und z.B. die wichtigen Gewährleistungsfragen regeln.

Bauen ohne Bauschutt – ist das möglich?

Baumaterialen gestern und heute

Materialkreisläufe von Baumaterialien waren in der Baugeschichte eine weit verbreitete Praxis. Das liegt insbesondere an der Robustheit der damals verwendeten Materialien, die bis vor 200 Jahren vor allem aus Stein, Holz, Kalk und Lehm sowie Pflanzenfasern erstellt wurden. Die natürlichen Baustoffe wurden entweder erneut verwendet oder gingen durch Verfall wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurück.

Heutige Baumaterialien sind komplex, oft durch mehrschichtige Komponenten aufgebaut und mit unterschiedlichen Bestandteilen und Beschichtungen, z.B. aus Kunststoffen, versehen, die häufig schwierig wiederzuverwenden sind und nach Abbruch oft als Abfall auf einer Sondermülldeponie enden.

Kreislauffähig bauen mit wiederverwertbaren Modulen

Kreislaufwirtschaft hat hohe politische Priorität

Die Vereinten Nationen haben bereits im Jahr 2016 die „Sustainable Development Goals“ beschlossen, die u.a. den Einstieg in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und eine nachhaltige Stadtentwicklung fordern.

Am 16. September 2020 räumte die Kommissionspräsidentin der Europäischen Union Ursula von der Leyen der „Circular Economy“ daher oberste Priorität ein, um die Klimaziele bis 2050 erreichen zu können: „Die Kreislaufwirtschaft, einschließlich neuer Abfall- und Recyclinggesetze, wird die Hälfte der Bemühungen der EU ausmachen, bis 2050 Netto-Null-Kohlenstoffemissionen zu erreichen.“

Experimenteller Wohnbau mit recycelten Faserzementplatten

»Material Loops«: Gelungene Beispiele aus der Praxis

Die Ausstellung im HDA stellt Studien und Praxisbeispiele vor, die durch ihre hohe gestalterische Qualität sowie durch ihre Genese aus wiederverwendeten Materialressourcen überzeugen.

Zu sehen sind Bauten und Projekte von …

  • baubüro in situ (Schweiz): K118 (Winterthur), ELYS Lysbüchel Areal (Basel), Werkhof Binz (Zürich),
  • de Architekten Cie. (Amsterdam): Circl Pavillon (Amsterdam),
  • Superuse Studios (Rotterdam): Villa Welpeloo (Rotterdam), Wikado Playground (Rotterdam),
  • materialnomaden und ATP architekten ingenieure (Wien): magdas (Wien),
  • Cityförster (Hannover): Lune Delta° (Bremerhaven), Recycling Haus (Hannover),
  • Bundesimmobiliengesellschaft (Wien) mit BauKarussell (Wien): MedUni Campus Mariannengasse (Wien),
  • Architekturbüro forschen planen bauen – DI Thomas Romm (Wien) und Österreichisches Siedlungswerk: Urban Mining, Baufeld Q5 (ÖSW) (Graz) sowie
  • Institut für Architekturtechnologie (TU Graz): Workshop „house remixed“.

Auf einen Blick

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.


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