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Architects for Future fordert UMbauordnung für Deutschland

Architects for Future
UMbauordnung für Deutschland gefordert

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Die Initiative Architects for Future setzt sich für einen nachhaltigen Wandel in der Baubranche ein. Bild: Architects for Future

Damit Bauen klimaneutral werden kann, fordert die Initiative Architects for Future (A4F) eine Novellierung der Bauordnung durch die Bauministerkonferenz. Als Diskussionsgrundlage hat A4F bereits sieben Änderungsvorschläge ausgearbeitet. 

Die bisherigen Maßnahmen in Deutschland reichen nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5°-Grenze einzuhalten – das hat nicht zuletzt der Entscheid des Bundesverfassungsgerichts gezeigt. „Dabei liegt im Bausektor der größte Hebel, denn rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen und über die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland entstehen hier. Darüber hinaus verbraucht der Bausektor in Deutschland etwa 90 Prozent aller nicht nachwachsenden mineralischen Ressourcen unwiederbringlich”, erklärt Michael Wicke, Co-Koordinator für Bauen im Bestand bei A4F.

Aktuell viele Hemmnisse

Architektin Christina Patz, Koordinatorin für Bauen im Bestand bei A4F: „Ein klimaneutraler Gebäudesektor ist nur realisierbar, wenn neben Energieeffizienz im Betrieb folgende Punkte umgesetzt werden: 1. Revitalisierung des Gebäudebestandes, 2. wertschätzender Umgang mit den Ressourcen Fläche und Material, 3. kreislauffähiges Bauen.”

Laut der Expertin stehen dem aktuell aber viele Hemmnisse entgegen – das konnte Architects for Future in einer Umfrage unter erfahrenen Architekt:innen herausfinden. Ein wesentlicher Teil dieser Hemmnisse sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Architects for Future hat die Ergebnisse der Umfrage zum Anlass genommen und als ersten Schritt Vorschläge erarbeitet, um die Musterbauordnung (MBO) zu einer MusterUMbauordnung zu entwickeln. Das Ziel einer MusterUMbauordnung: Der gesamten Immobilienbranche soll eine zukunftsorientierte Entwicklung und ein nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht werden.

Sieben Stellschrauben für die MusterUMbauordnung

Bereits geringfügige Änderungen im Wortlaut zur bisherigen MBO könnten laut Architects for Future bereits große Verbesserungen bringen. Dabei hat A4F sieben „Stellschrauben“ identifiziert:

  1. Einführung von flexibleren Regelungen für das Bauen im Bestand,
  2. Einführung einer generellen Genehmigungspflicht für Abrissmaßnahmen mit Verpflichtung zur Prüfung auf Sanierungsfähigkeit sowie für alle Bauvorhaben die Vorlage eines Rückbaukonzeptes,
  3. das Streichen der Kfz-Stellplatzforderung zugunsten ganzheitlich ausgerichteter kommunaler Mobilitätskonzepte,
  4. Ergänzung der Regelungen für gesunde Belichtung und Belüftung um die Schaffung von qualitativen Stadt-und Freiräumen anstelle von reinen Regeln für Abstandsflächen,
  5. Änderung der Zulassungsbedingungen für Bauprodukte zugunsten sekundärer Bauteile und Baustoffe,
  6. Einführung eines Materialausweises für Gebäude, um verbaute Ressourcen für eine spätere Wiederverwendung zu dokumentieren,
  7. erhöhte Anforderungen an Typengenehmigungen – für Serienfertigung von Gebäuden – , um auch hier ökologische und energetische Standards zu verankern, die einem klimaneutralen Gebäudebestand gerecht werden.

Ziel all dieser Maßnahmen ist es, die Revitalisierung des Gebäudebestandes als „Standard”-Bauaufgabe anzuerkennen, die Zwänge beim Bauen im Bestand zu berücksichtigen sowie wertschätzender mit den Ressourcen Fläche und Material umzugehen.

Offener Brief an die Bauministerkonferenz

Anfang Juli hat Architects for Future die Vorschläge mit bis dato über 20 mitunterzeichnenden Verbänden aus der Baubranche und Unterstützung von Professor:innen aus Architektur und Ingenieurswesen als offenen Brief an die Bauministerkonferenz verschickt – mit der Aufforderung an den Vorsitzenden Herrn Minister Prof. Dr. Hoff sowie die Bauminister:innen der Länder, sich dieses Themas anzunehmen und eine Änderung der Bauordnung zu beschließen und zu erarbeiten.

Mit einer MusterUMbauordnung möchte A4F nicht nur wichtige Veränderungen einleiten, die unumgänglich für das Einhalten der 1,5°-Grenze sind, sondern auch die Planungssicherheit und das Image für das Bauen im Bestand generell verbessern.


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