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70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland

Ausstellung
70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland

Vom 7. Mai bis 27. Juni 2021 ist in Gelsenkirchen die Wanderausstellung »70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland« zu sehen. Sie zeigt 59 Kunstwerke, die im Zusammenhang mit öffentlichen Bauaufgaben entstanden sind.


AKTUELLER HINWEIS: Die Wanderausstellung kann nicht wie geplant vom 7. Mai bis zum 27. Juni 2021 im MIR in Gelsenkirchen gezeigt werden. Grund sind die aktuell sehr hohen Inzidenzwerte durch COVID-19 in Gelsenkirchen. Die Ausstellung wird deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben.


»Kunst am Bau«-Projekte sind Teil der Baukultur in Deutschland – und das bereits seit mehr als 70 Jahren. 1950 beschloss der Bundestag, bei allen Bauaufträgen des Bundes einen prozentualen Anteil der Baukosten für Werke bildender KünstlerInnen vorzusehen. Etwa zur gleichen Zeit wurden auch in der DDR sowie in vielen westdeutschen Bundesländern vergleichbare Richtlinien und Selbstverpflichtungen zur Förderung der Kunst am Bau erlassen.

Manche baubezogenen Kunstwerke sind zu deutlich sichtbaren Markenzeichen geworden, wie Eduardo Chillidas Skulptur vor dem Berliner Kanzleramt. Andere sind nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich, weil sie sich im Inneren von Regierungsbauten, den Deutschen Botschaften und Residenzen im Ausland oder Militärliegenschaften befinden. In der Ausstellung zeigen sie sich nun auch einer größeren Öffentlichkeit.

Wanderausstellung »70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland«
Die Ausstellung zeichnet u.a. nach, wie Kunst und Bau bis 1989 zur Repräsentation der beiden deutschen Staaten BRD und DDR beitrugen. Bild: Ludger Paffrath

Reflexion gesellschaftlicher und politischer Fragen

Die in der Ausstellung gezeigten »Kunst am Bau«-Projekte stehen an zum Teil sehr prominenten Orten und spannen einen weiten Bogen: Aus der Anfangszeit der beiden deutschen Staaten sind z.B. Max Lingners Wandbild für das Haus der Ministerien der DDR in Berlin zu sehen sowie Hannes Schulz-Tattenpachs »Phoenix« am Bonner Bundeshaus.

Aus späteren Zeiten stammt u.a. das riesige Raumbild am Stasimuseum, mit dem die Gruppe Raumlabor Berlin einen kritischen Blick auf das Ende der DDR wirft, oder auch die Wandarbeit von Janne Schäfer und Kristine Agergaard für das Goethe-Institut in Kairo, die den unbekannten Helden der ägyptischen Geschichte ein Denkmal setzt von der Pyramidenzeit bis zum Arabischen Frühling.

Die Ausstellung zeichnet nach, wie Kunst und Bau bis 1989 zur Repräsentation der beiden deutschen Staaten BRD und DDR  beitrugen und welche Rolle sie nach der Wiedervereinigung bei der Suche nach einer neuen nationalen Identität spielten. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Hauptstädten Berlin und Bonn; sie führt aber auch an unerwartete Orte wie die Löberfeld-Kaserne in Erfurt oder die Deutsche Schule in Valencia.

Wanderausstellung »70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland«
Die Wanderausstellung ist vom 7. Mai bis 27. Juni 2021 im MIR in Gelsenkirchen zu sehen. Bild: Ludger Paffrath

Kunst am Bau direkt erleben

Mit dem 1959 eröffneten Musiktheater im Revier (MIR) hat das Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen einen Ausstellungsort gewählt, an dem das Zusammenspiel von Kunst und Bau direkt erfahrbar wird. Schon früh im Entstehungsprozess bezog der leitende Architekt Werner Ruhnau Künstler wie Jean Tinguely, Norbert Kricke und Paul Dierkes in die Planung ein.

Ruhnau war zutiefst von der über Jahrhunderte selbstverständlichen Haltung einer Einheit von Kunst und Architektur im Sinne eines Gesamtkunstwerkes überzeugt. Ohne das Betonrelief von Robert Adams vor dem Großen Haus und die leuchtend blauen Schwammbilder von Yves Klein im Foyer ist die Architektur heute nicht mehr vorstellbar. Neben den Fotografien und Texten der Ausstellung lassen sich im MIR Kunst und Bau im Original erleben.

Nordrhein-Westfalen kann wie der Bund auf eine lange Tradition von Kunst-und-Bau-Projekten zurückblicken. Mit der wachsenden Online-Sammlung www.kunstundbau.nrw mit rund 50 Projekten lädt Baukultur Nordrhein-Westfalen ein, auch außerhalb der Ausstellung viele interessante Projekte zu entdecken, die von der Qualität und Vielfalt der künstlerischen Auseinandersetzung mit der jeweiligen Architektur zeugen.

Auf einen Blick

  • Ausstellung: 70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland
  • Laufzeit: 7. Mai bis 27. Juni 2021
  • Ausstellungsort: Musiktheater im Revier, Kennedyplatz, 40221 Gelsenkirchen
  • Öffnungszeiten: Do bis So, 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Zur Ausstellung ist eine umfangreiche Publikation im Deutschen Kunstverlag erschienen, die unter der ISBN 978-3-422-98617-6 über den Verlag oder im Buchhandel erhältlich ist.

»70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland« ist eine Ausstellung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung in Partnerschaft mit dem Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen.


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