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Jetzt mit aktuellen technischen Standards

Dachsanierung einer Feuerwehr-Übungshalle in Lappersdorf
Jetzt mit aktuellen technischen Standards

Das geschwungene Dach einer Feuerwehr-Übungshalle wurde nach mehreren Jahrzehnten in der alten Form mit Titanzink erneuert. Neben einer klaren Struktur der stark gegliederten Dachfläche waren Details wie der brandschutzgerechte Aufbau, die Notentwässerung oder die Beheizung der innenliegenden Rinnen zu beachten.

Frank Neumann, Rheinzink | be

Eine ungewöhnliche Architektur wurde in den siebziger Jahren für die Staatliche Feuerwehrschule Regensburg in Lappersdorf verwirklicht. Wie mehrere kleine Sprungschanzen stehen die einzelnen Dachsegmente nebeneinander und vollziehen mit ihren markanten Schwüngen die ansteigende Linie vom Tal zum dahinter liegenden Hügel nach.
Bei der Baustoffauswahl des Ensembles hatte man damals auf Langlebigkeit gesetzt: Die Klinkerfassaden und die prägende Dachdeckung aus Rheinzink-Titanzink erfüllten über Jahrzehnte ihre Funktion und wirkten auch optisch immer noch ansehnlich. Im Zuge umfangreicher Erweiterungen und Modernisierungen wurde 2012 die Dachdeckung erneuert, um den gesamten Komplex der Feuerwehrschule für weitere Jahrzehnte ohne Wartung und Reparaturen fit zu machen.
Zusätzliche Vorteile dabei waren, dass die konstruktiv wichtigen Funktionen der Notentwässerung und der Rinnenheizung nach aktuellen technischen Standards ersetzt werden konnten. Ansonsten entspricht das neue, rund 3 000 m² große Dach weitgehend dem alten Aufbau, vor allem natürlich in der Form, aber auch mit dem Deckwerkstoff Titanzink.
Strukturmatte für normgerechte harte Bedachung
Das geschwungene Dach wird von Leimholzbindern getragen, die in einem Stück von etwa 5 m Hallenhöhe an der Glasfassade bis auf etwa 19 m an der Rückseite ansteigen. Sie sind untereinander mit Stahlstreben quer versteift, jedoch auf ganzer Länge von rund 40 m ohne zusätzliche Stützen frei tragend. Dadurch entstehen in der Halle ausreichend zusammenhängende Flächen und genügend Höhe für die Feuerwehr-Übungen.
Auf den Bindern wurden die alten Sperrholzroste als innere Sichtschalung und die Wärmedämmung belassen, darüber jedoch alle Schichten komplett zurückgebaut. Der Neuaufbau begann mit 30 mm Konterlattung, die die Lüftungsebene des Kaltdachs ausbildet, und einer Holzschalung. Darauf liegt als Trennlage im flach geneigten vorderen Teil eine Glasvliesbitumenbahn V13, im steilen hinteren Bereich wurde eine diffusionsoffene Kunststoffbahn verwendet. Auf der Trennlage verlegte der Feuchtwangener Spenglerbetrieb Güther Sanitär die Rheinzink-Strukturmatte AIR-Z.
Auf die Strukturmatte hätte man allein unter dem Gesichtspunkt des Feuchteschutzes bei diesem belüfteten Dach verzichten können, was sich auch an den ausgebauten alten Scharen zeigte: Sie waren damals direkt auf einer Trennlage verlegt worden und in knapp vier Jahrzehnten ohne Korrosionsansätze auf der Rückseite geblieben. Für den Neuaufbau wurde jedoch mit strukturierter Trennlage geplant, womit auch dieser Dachaufbau die Ansprüche an eine harte Bedachung erfüllt, also beständig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme ist. Ein Aspekt, dem gerade einer Feuerwehrschule besondere Bedeutung zukommt.
Vorbewittert gegen Reflexionen
Der Brandschutz dürfte in den siebziger Jahren auch eine Rolle bei der Entscheidung für das nicht brennbare Titanzink als Dachdeckung gespielt haben. Zudem kann das Metall mit konischen Scharen die sanfte Wölbung des Dachs nachvollziehen und erlaubt die Herstellung aller Anschlüsse und Details aus demselben Material wie die Hauptdachflächen, was die große Dachfläche völlig homogen wirken lässt.
Für den Neuaufbau der Deckung verwendete der Spengler 0,7 mm dickes Rheinzink-Titanzink in der Oberflächenqualität vorbewittertpro blaugrau. Diese in Farbe und Struktur der natürlich bewitterten Oberfläche sehr ähnliche Qualität passt gut zum Gesamteindruck des bestehenden Ensembles und weist zudem keine irritierende Reflexionen des Sonnenlichts auf. Sie würden bei den einsehbaren Dachwölbungen nicht nur architektonisch stören, sondern sollten auch wegen der unweit vorbeiführenden Autobahn unbedingt vermieden werden. Die Spengler stellten alle Teile der Dachdeckung aus einem 600 mm breiten Band selbst her und verlegten sie in Doppelstehfalztechnik. Obwohl es sich um eine große Dachfläche handelt, hatte jedes einzelne Element mit mittleren Scharenlängen von 1,80 m zwischen Kehle und jeweiligem First ein einfach t zu handhabendes Format.
Fachgerechte Notentwässerung
Besonders sorgfältig war die Entwässerung des Dachs der Feuerwehrschule über die innenliegenden Rinnen zu planen und auszuführen. In jeder Kehle zwischen den „Sprungschanzen“ liegt eine kastenförmige Rinne aus Titanzink, die das Wasser aus den höher gelegenen Flächen sammelt und am tiefsten Punkt vorn an der Glasfassade in innenliegende Fallrohre führt. Unter der Titanzink-Rinne befindet sich die mit einer Kunststoffbahn ausgeklebte zusätzliche Sicherheitsrinne. Sie erhielt bei der Dacherneuerung eine zusätzliche Wärmedämmung und ist an Notüberläufe in der Fassade angeschlossen. Bei extremen Starkregenereignissen – dem sogenannten Jahrhundertregen r5/100 , der für 5 Minuten alle 100 Jahre einmal auftritt – oder bei Verstopfung der normalen Rinnen und Abläufe kann dieses zweite System auch größere Wassermassen sicher aufnehmen und ableiten. Damit werden Wasseransammlungen auf dem Dach verhindert, die zu einer Durchfeuchtung des Dachaufbaus und zu unplanmäßigen Gewichtsbelastungen der über 40 m frei tragenden Holzbinder führen würden.
Bauherr und Sanierungsplanung: Staatliches Bauamt Regensburg
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