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Eindeckung der Dachflächen mit Aluminiumfalz

Sanierung einer Kirche in Köln
Leicht mit Aluminiumfalz

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Zeller Kölmel Architekten, fokussiert auf Energieeffizienz und Nachhaltigkei, haben die in den 1960ern erbaute Stephanuskirche saniert – und dafür eine Anerkennung durch den Architekturpreis des Bundes Deutscher Architekten-Köln erhalten. Dazu gehörte auch die neue Eindeckung der Kirchendächer mit leichtem Aluminiumfalz, dessen ruhige Farbgebung in Dunkelgrau mit den anderen Materialien im Ensemble harmoniert.

Anforderung:

Energetisch verbesserte Kirche mit neuer Außenwirkung als Ensemble

Lösung:

Einheitliche Dach-Eindeckung mit Aluminium-Stehfalz, leicht und biegsam für besondere Dachgeometrie


So fanden die Architekten in Köln-Riehl das Grundstück vor: zugewachsen mit einer in die Jahre gekommenen Kirche und zwei dreieckige, vom First spitz nach unten verlaufende Dachflächen. Große Überstände befinden sich an den gläsernen Südwest- und Südostfassaden, unter ihnen ein großflächiges Glaskunstwerk hinter blindgewordenen Plexiglastafeln.

Daran angrenzend ein Gemeindezentrum, das nicht mehr mit der Entwicklung der Gemeinde mithalten konnte. „Das Gebäude war nicht sanierungsfähig, da es sehr niedrig und in einem schlechten Zustand war. Man vernichtet dadurch zwar graue Energie, aber in diesem Fall haben wir gesagt, wir entscheiden uns für einen Neubau, der eine skulpturale, grafische Kraft erhält und mit zusätzlichen Flächen, Jugendräumen, Mehrzweckräumen sowie drei rollstuhlgerechten Wohnungen einen Mehrwert für Quartier und Nutzer bringt“, erzählt Projektleiter Klaus Zeller.

Die Kirche durfte bleiben. „Es ist ein starkes Gebäude. Die Architekten Ingeborg Winter-Bracher und Fritz Winter schufen einen wirklich tollen Entwurf, wie auch der Glaskünstler Lothar Quinte, dessen 14 m hohe Bleiverglasung erhalten geblieben ist und während der gesamten Sanierungsarbeiten im eingebauten Zustand verblieb“, so Zeller. Da kein Denkmalschutz vorlag, war ein etwas freierer, kreativerer Umgang mit dem Baukörper möglich: „So konnten wir das, was wir am Gebäude schätzten, forcieren und dabei trotzdem auch unseren eigenen Gestaltungsansatz verwirklichen. Zum Beispiel wird der spektakuläre Raum durch das Herausnehmen der Empore erst jetzt richtig erlebbar.“

Möglichst leichte Eindeckung

Zu diesem Gestaltungsansatz gehörte auch die Eindeckung der Dächer der Kirche und des Zentrums mit Prefalz in P.10 Dunkelgrau, dessen ruhige Farbgebung mit den anderen Materialien im Ensemble gut harmoniert. Klaus Zeller ist der Ansicht, dass durch die Verwendung derselben Stehfalzdeckung auch eine formale Verwandtschaft zwischen den Baukörpern gegeben sei: „So funktioniert der Abschluss der beiden Gebäude oben und unten analog zueinander.“ Rinnen, Rohre und Lüftungen sind in Wunschfarben einheitlich erhältlich. Auch die Materialeigenschaften des Aluminiums waren ausschlaggebend, weil man aufgrund der Statik der großen Stahlkonstruktion möglichst leicht konstruieren musste.

Energiekonzept

Da vor der Sanierung die Nutzung des Kirchengebäudes wegen kaum vorhandener Dämmung stark eingeschränkt war, entwickelten Zeller Kölmel Architekten über Gebäudesimulationen ein energetisches Konzept. Es verhindert bisherige Temperaturschwankungen zwischen 5 °C und 40 °C und erzeugt stattdessen ein angenehmes Raumklima.

Wichtig war den Architekten, die Besonnung des Kunstwerkes zu erhalten – „weil es sonst stirbt“ –, doch sie wollten auch eine technische Kühlung vermeiden: „Aus einem energetischen Ansatz wollten wir das Gebäude keinesfalls klimatisieren. Wir haben schlussendlich am Dachüberstand entlang eine zweite Hülle herumgebaut, um den Zwischenraum thermisch zu nutzen. So kann die dort entstehende Wärme nach außen weggelüftet werden, bevor sie den Innenraum erreicht.“

Frühzeitige Beratung zu Dachdetails der neuen Eindeckung

Die Architekten zogen das Spenglerteam von Hoffmann Bedachungen bereits während der Vorplanung hinzu. „Wir waren hier besonders gefordert, da aufgrund der Dachgeometrie ein nicht normal zum First verlaufender Wasserlauf gegeben war, sodass das Wasser schräg zu den Stehfälzen verläuft. Zudem wurden vertiefte Entwässerungsrinnen ausgeführt, die 2 bis 3 m³ Wasser aufnehmen können. Durch diese Umstände sind einige Eindeckmaterialien von vornherein ausgeschieden, mit Prefa war das aber kein Problem“, betont der Handwerker Sebastian Hoffmann. Die Verlegearbeiten erfolgten innerhalb von zwei Wochen mit durchgehend sechs und zu Spitzenzeiten sogar zwölf Spenglern am Dach. „Prefa Objektberater Carsten Friedt hat uns hier wirklich sehr gut beraten, insbesondere in Bezug auf die thermische Ausdehnung auf der Stahlkonstruktion. Es war gut, dass wir hier einen Klempnermeister als Berater gehabt haben“, resümiert Hoffmann.

Glas ohne Spiegelung wie ein Kristall

Es wurde bewusst kein Floatglas an der Außenseite der Dreifachverglasung verwendet, um so einen spiegelnden, entmaterialisierten Bau zu verhindern. Klaus Zeller: „Genau, wir wollten hier absolut keine Spiegelung. Da die Kirche früher schwer wahrnehmbar war, wollten wir etwas Körperhaftes erzeugen, sodass sie an Präsenz in der Stadt gewinnt. Durch das strukturierte Glas mit der Besenstrichstruktur, das für die äußerste der drei Glasschichten verwendet wurde, entsteht nur ein Schimmern, kein klares Spiegeln. Wir haben das zunächst mit kleinen Musterscheiben, danach mit sechs bis acht großen Scheiben ausprobiert. Zum einen wollten wir, dass die künstlerische Verglasung wie ein Einschluss in einem Kristall durchschimmert. Es war aber auch wichtig, dass die Sonne noch einen Direktanteil hat, damit sich das farbige Licht der Verglasung fleckig am Boden sowie im Innenraum abzeichnet und nicht komplett gestreut wird.“

Hält man sich den Zustand der Stephanuskirche vor den Sanierungsarbeiten vor Augen, glich sie vielmehr einem Faltwerk, dessen Wirkung über die Zeit verblasst war. Nun wird sie von einem einladenden Kirchenplatz umgeben, der dem Gebäude eine größere Präsenz verleiht und die architektonische Beziehung zwischen Kirche und Gemeindezentrum im Ensemble erkennen lässt. In Zellers Worten: „Es ist ein starker Körper, die Außenwirkung hat sich fundamental geändert. Wie ein Kristall, in dem man am Abend einen farbigen Einschluss schimmern sieht.“


Projekt: Kernsanierung Stephanuskirche

Standort: Brehmstraße 6, 50735 Köln

Bauherrin: Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl

Architektur: Zeller Kölmel-Architekten, Köln
www.zeller-koelmel.eu


Zeller Kölmel Architekten: „Durch Bauen stellen wir ein Stück unserer Umwelt her. […] Es umgibt uns wie die Natur, aus der wir kommen.“


Die sanierte Kirche erhielt den Kölner Architekturpreis 2021 (Anerkennung) durch den Bund Deutscher Architekten-Köln.

www.bda-koeln.de/auslobungen/165432


Lesen Sie hier mehr:

  • Metall für Fassade und Dach auf bba-online

www.bba-online.de/bba-dossiers



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