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Dachkonstruktion aus Aluminiumprofiltafeln

Neubau Besucherpavillon in Otterlo
Landhaus modern interpretiert

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Der niederländische Nationalpark „De Hoge Veluwe“ hat einen neuen Besucherpavillon erhalten. Die beiden Architekturbüros Monadnock/De Zwarte Hond gestalteten das Gebäude mit einer expressiven Dachkonstruktion aus hellen Aluminiumprofiltafeln.

Anforderung:

Für Besucher einen entspannenden Ort schaffen, Topografie der umgebenden Hügellandschaft aufgreifen

Lösung:

Dachkonstruktion mit champagnerfarbenen Aluminiumprofiltafeln und Klinkerfassade mit Aluminiumprofilen


Robert Uhde

Der nordwestlich von Arnheim gelegene, rund 5 400 ha große Nationalpark De Hoge Veluwe zählt nicht nur zu den bekanntesten Naturgebieten in den Niederlanden, er beherbergt auch wichtige Kulturorte wie das 1920 nach Plänen von Hendrik Petrus Berlage fertiggestellte Jagdschloss Sint-Hubertus oder das von Henry van de Velde entworfene Kröller-Müller-Museum mit seiner bedeutenden Kunstsammlung.

In unmittelbarer Nähe zu dem weltberühmten Museum, auf einer offenen Lichtung inmitten von Wald, Düne und Heide, wurde zuletzt der neue Besucherpavillon des Nationalparks eröffnet. Der Neubau fungiert als zentraler Anlaufpunkt vor Ort, auf einer Fläche von 3 360 m² integriert er ein Restaurant, eine Information, einen großen Aufenthaltsraum und einen Souvenirladen. Rückseitig schließen sich außerdem ein privat vermietbarer Veranstaltungsraum sowie Pädagogikräume und Büros an.

Pavillon-Konzept mit charakteristischer Dachkonstruktion

Mit der Planung des Projekts war nach einem bereits 2012 ausgeschriebenen Wettbewerb das Team der beiden Architekturbüros Monadnock (Rotterdam) und De Zwarte Hond (Groningen/Rotterdam/Köln) beauftragt worden. Ausgehend von dem beschriebenen Anforderungsprofil entwickelten die Planer einen sichelförmig geschwungenen Bau mit charakteristischer Dachkonstruktion aus Aluminium, der ganz explizit als moderne Interpretation eines pittoresken Landhauses ausgearbeitet wurde: „Der Parkpavillon ist ein einladender, gemütlicher Ort, an dem sich die Besucher nach einem langen Spaziergang im Restaurant entspannen, sich in der Sonne ausruhen und die umgebende Natur genießen können“, beschreiben die Architekten vom Büro De Zwarte Hond das grundlegende Konzept.

Architektonischer Blickfang des Entwurfs ist die expressiv in Längsrichtung gefaltete und vorderseitig durch regelmäßig angeordnete Gauben geöffnete Dachkonstruktion, die einen markanten Orientierungspunkt mit unterschiedlichsten Ansichten bietet und dabei die Topografie der umgebenden Hügellandschaft aufgreift. Die langgestreckte Sichtfront in Richtung Südosten haben die Architekten unterhalb der niedrigen Traufe als durchgehende, zickzackförmig wie ein Akkordeon aufgefächerte Glasfassade ausgeführt, um so in sämtlichen Bereichen gemütliche Nischen und eine attraktive Aussicht auf die Außenterrasse und den dahinter angrenzenden Wald zu ermöglichen.

Die deutlich geschlossenere Rückseite des Ensembles wurde im Kontrast als helle Klinkerfassade mit wenigen Öffnungen und vertikal durchlaufenden Aluminiumrahmen von Reynaers umgesetzt. Der oberhalb des Erdgeschosses beinahe durchlaufende Balkon sorgt jedoch auch hier für einen schönen Ausblick auf die nahen Bäume.

Luftig-offener Innenraum

Ähnlich überraschend präsentiert sich auch der langgestreckte Innenraum des Pavillons, der anders, als es die Dachform vermuten lässt, durch eine 8 m hohe tonnenförmig gewölbte Decke geprägt wird. Auf einer Länge von 100 m liegen hier rechts und links vom Eingang wie an einer Perlenschnur aneinander gereiht der Souvenirladen, die Information, der große Aufenthaltsraum sowie das Restaurant.

Ein charakteristisches Element in sämtlichen Bereichen ist neben der ungewöhnlichen Deckenstruktur und dem matt-grünlichen Epoxidharzboden vor allem die zickzackförmige Fassadenstruktur mit ihren vielfältig nutzbaren Nischen und den massiven Holzstützen. Im Zusammenspiel mit der abwechslungsreich umgesetzten Inneneinrichtung von Vos Interieur und dem Designer Piet Hein Eek ist ein warmes, betont wohnliches Ambiente in augenzwinkernd-modernem Retro-Stil mit ausgewählten natürlichen Materialien entstanden; holzvertäfelte Wände und zwei ausgestopfte Hirsch-Trophäen verbinden sich dabei mit Eichenholzmöbeln und mit entspannten Ledersesseln und Sitzbänken im 50er-Jahre-Look.

Stirnseitig haben die Architekten außerdem einen offenen Kamin integriert, an dem sich die Besucher in der kalten Jahreszeit nach einem Waldspaziergang wieder aufwärmen können. Komplettiert wird die Gestaltung durch außergewöhnliche Leuchten, die ein magisches Muster auf die Decke projizieren: „Die durch die beiden Lichtdesigner Beersnielsen umgesetzte Installation beruht auf einem Algorithmus von Sonnenstrahlen, die durch die Blätter scheinen“, erklärt Architekt Bart van Kampen vom Büro De Zwarte Hond. „Die Schattenmuster bringen die Natur in den Raum und stellen eine Verbindung zwischen der virtuellen und der wirklichen Welt her.“

Ein weiteres Element im Raum ist die skulptural gestaltete Wendeltreppe aus Holz, die die Besucher über einen langgestreckten Gang in den multifunktional nutzbaren rückseitigen Teil des Obergeschosses führt, der unter anderem auch für private Familienfeiern zur Verfügung steht. Direkt darunter vervollständigt ein Pädagogik-Bereich mit Büros das Raumprogramm des Neubaus.

Dachkonstruktion aus Aluminium

Große Herausforderungen bei der Umsetzung des Gebäudes stellte insbesondere die großflächige Dachkonstruktion. Kalzip-Aluminiumprofiltafeln sorgen dabei für einen bewussten Kontrast zu den ansonsten verwendeten Naturmaterialien: „Um diesen Kontrast aber nicht zu groß werden zu lassen, haben wir ganz gezielt einen champagnerartigen Farbton gewählt, der sich farblich an die natürlichen Sandböden in der Umgebung anpasst“, erklärt Architekt Job Floris vom Rotterdamer Büro Monadnock.

„Auf der Baustelle wurden die zwischen 4 und 7 m langen und 44 cm breiten Aluminiumprofiltafeln vom Typ 55/444 durch den Fassadenbauer Kempen Cladding aus Bergeijk mit Schrauben und Abstandshaltern aus Edelstahl auf 315 mm dicken vorgefertigten Holzrahmenelementen montiert“, berichtet Job Floris. „Dazwischen sorgt eine 80 mm dicke Schicht aus Glaswolle für eine optimierte Isolierung.“

Abschließend konnte dann eine 80 m² große Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert werden. In Kombination mit einem Geothermiespeicher ist ein wartungsarmes Gebäude entstanden, das sich nicht nur optisch in die umgebende Landschaft einfügt, sondern das auch in punkto Nachhaltigkeit überzeugt.


Projekt: Parkpavillon Nationalpark De Hoge Veluwe

Standort: Otterlo, Niederlande

Planung: DeZwarteHond (Groningen/Rotterdam/Köln) und Monadnock (Rotterdam)

Fertigstellung: Juni 2019

Bruttogeschossfläche: 3 360 m²


Architekt Job Floris, Monadnock: „An einem sonnigen Frühlingstag wirkt die Fläche (des Aluminiumdachs) frisch grün, fast funkelnd, an einem nieseligen Herbsttag erscheint sie dagegen eher matt und beige, je nach Tageslicht entweder weichgrün oder sandig.“



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