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Klinkerriemchen für Neubau eines Wohnensembles mit Café in Hamburg

Klinkerriemchen für Neubau eines Wohnensembles mit Café in Hamburg
Humorvoller Dialog

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In Hamburg Altona entstand auf dem Areal einer ehemaligen Feuerwache eine generationengerechte Wohnanlage mit einem unverwechselbaren Merkmal: Das ehemalige Stadtteilcafé mit denkmalgeschützter Fassade, das in den Gebäudekomplex integriert wurde und ihm mit seiner Geschichte und seiner Erscheinung eine gewisse Einzigartigkeit verleiht. Zum Einsatz kamen hierbei u.a. besondere Klinkerriemchen.

Dipl.-Ing. Claudia Närdemann | jo

Mit seinem Entwurf eines Wohnensembles im Stadtteil Ottensen gelang dem Hamburger Büro Czerner Göttsch Architekten eine bauliche Synthese aus modernem, generationengerechtem Wohnungsbau und einem kulturell bedeutsamen Relikt mit öffentlicher Nutzung.
Das im Krieg zerstörte Gebäude der Feuerwache Ottensen in der Behringstraße wurde in den 1950er Jahren wieder errichtet. Nachdem die Feuerwehr ihren Standort in den 1980er Jahren verlegte, wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt. Die wohl ungewöhnlichste Nutzung war zuletzt das Stadtcafé Ottensen, das von der Hamburger Designerin Jule Beck in Anlehnung an den österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurde. Im Jahr 2009 musste das beliebte Café, im Volksmund „Hundertwasser“ genannt, wegen Baufälligkeit schließen.
Denkmalgeschützte Fassade eingebunden
Als neuer Eigentümer des Areals lobte die Wohnbau GmbH Bonn einen Wettbewerb für eine Neubebauung aus. Gefordert war eine generationenfreundliche Wohnanlage mit sensibler Einbindung des ehemaligen Stadtteilcafés, dessen denkmalgeschützte Fassade erhalten werden musste. Das Konzept der Hamburger Architekten überzeugte die Jury: Die Wettbewerbssieger erfüllten mit ihrem Entwurf sämtliche Anforderungen und entwickelten darüber hinaus eine ortstypische, und doch eigene Architektur, die in ihrer Komplexität sowohl individuellen Wohnraum für den Einzelnen als auch nachbarschaftsfördernde Bereiche bietet.
Städtebaulich stellte die Situation die Architekten vor eine Herausforderung. Zum einen durfte die Lage des Cafés nicht verändert werden und zum anderen sollte ein weitgehend vom Straßenlärm ungestörtes Wohnen ermöglicht werden sowie ein grüner Hof entstehen. Mit der Anordnung des Wohnkomplexes in U-Form längs der Behringstraße reagierten die Architekten auf die Anforderungen. Das Ensemble besteht aus sechs aneinander gebauten Häusern und bildet einen ruhigen, grünen Innenhof mit verschiedenen Bereichen, die als Kommunikations- und Erholungszentren dienen. Lediglich die straßenseitige Fassade ist direkt dem Verkehrslärm ausgesetzt. Mit einem entsprechenden Schallschutzkonzept wurde auch hier ein ruhiges Wohnen ermöglicht. Obwohl die Neubauten als einzelne Häuser mit eigener Formensprache entwickelt und erlebbar sind, bilden sie im Kontext einen einheitlichen Stadtbaustein.
In die straßenseitige Fassade des Gebäudeensembles ist die Original-„Hundertwasser-Fassade“ des Stadtteilcafés integriert, die im Erdgeschoss vorspringt und mit ihrer besonderen Form und den organischen Öffnungen und Verzierungen von weitem auf sich aufmerksam macht.
Individuelle Ansichten
Durch Vor- und Rücksprünge, unterschiedliche Höhen der Gebäude, eingezogene Loggien, Balkone und Dachterrassen entstehen lebendig strukturierte Fassaden, die den Häusern individuelle Ansichten verleihen. Die Materialwahl für die Fassaden ist eine Hommage an den traditionellen Altonaer Wohnungsbau, den Czerner Göttsch Architekten hier weiterentwickelten und zeitgemäß definieren.
Mit den unterschiedlichen Farben der Klinkerfassaden werden die einzelnen Häuser und deren Individualität betont. Hier kamen Hagemeister Klinkerriemchen („Meissen“ + „Lübeck“) in roten und gelben Tönen zum Einsatz. Die Farbigkeit der Klinker beruht auf der unterschiedlichen mineralischen Zusammensetzung der Tonerden sowie der Brenntemperatur. Ausgeführt wurden die widerstandsfähigen Klinkerfassaden auf dem WDV-System „edition Klinker“ von Alsecco aus der „Design-Line“, bei dem die Klinkerriemchen auf dem Fassadendämmsystem verklebt werden. Das wärmedämmende WDV-System besteht aus Klebemasse, Fassadendämmplatten, Armierungsmasse, Gewebe und dem Oberflächenmaterial Klinkerriemchen.
Rahmenlose Verglasung
Mit vielen Öffnungen schaffen die Hamburger Architekten lebendige Fassaden und im Inneren großzügige, lichtdurchflutete Wohnräume. Hier wurden Kunststoffprofile von Gealan eingesetzt: Das „S 8000 IQ plus“ System bietet mit seiner Sechs-Kammer-Ausbildung optimalen Schutz vor Kälte und Lärm. Außerdem sorgt die Bautiefe von 83 mm für eine erhöhte Eckfestigkeit und damit für mehr Stabilität im Fenster.
Für die Loggien und Balkone wählten die Architekten die Balkonverglasung „Solarlux SL 25“. Das rahmenlose Verglasungssystem schützt vor Wind, Regen und Lärm. Mit dem Ganzglas Schiebe-Dreh-System können die Loggien komplett geschlossen werden. Nicht nur funktional, sondern auch gestalterisch bietet diese Balkonverglasung entscheidende Vorteile. Mit seiner rahmenlosen Verglasung fügt sich das filigrane System in die Architektur der Wohnanlage ein, ohne dabei die Ansichten zu dominieren.
„Hundertwasser-Café“
Das ehemalige „Hundertwasser-Café“ galt bis zu seiner Schließung 2009 als beliebter Treffpunkt in Altona. Ende 2010 engagierte sich eine Initiative für den Erhalt des Stadtcafés und erwirkte einen Bürgerentscheid. Nach Überprüfung des Denkmalwertes wurde das Verfahren zur Unterschutzstellung für das erst 1998 erstellte Café eingeleitet.
Für die Architekten bedeutete das, sämtliche Planungen bezüglich der Fassade des Cafés, aber auch des Innenausbaus in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz vorzunehmen. Mit aufwendigen Gründungsmaßnahmen wurde die Originalfassade erhalten. 3D-Laserscanner erfassten die exakten Abmessungen des Cafés, außen wie innen. Dennoch mussten aufgrund der Sicherheitsanforderungen und der Barrierefreiheit Änderungen in der Grundrissplanung vorgenommen werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Für die typische „Hundertwasser-Atmosphäre“ im Innenraum sorgen neben den überarbeiteten Grundrissen mit den organischen Formen die vollhandgeformten „Cotto-Fliesen“ von Matthiessen & Noesselt. Die handgefärbten und -glasierten Dekorfliesen stammen aus der Provence und sind allesamt Unikate.
Fazit
Eine generationengerechte Wohnanlage im urbanen Raum, die mit ihrer Architektur der Anonymität der Großstadt entgegenwirkt und eine freundliche Atmosphäre schafft, in der Nachbarschaft groß geschrieben wird, das war das Ziel von Czerner Göttsch Architekten. Das Konzept geht auf: Die 74 modernen und hellen Wohnungen wurden von den neuen Mietern sehr gut angenommen.
Architektin Alexandra Czerner: „Wir haben den besonderen Ort für das Leben der Menschen im `Wohnbau´-Quartier in dieser gewachsenen Stadtlandschaft als eigenständigen, humorvollen Dialog mit der so stark umkämpften ´Hundertwasser´-Fassade entworfen.“
Architekten:
czerner göttsch architekten, architektur + stadtplanung, Hamburg


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