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Erdig verblendet

Sanierung eines Wohn-Bungalows in der Nähe von Augsburg
Erdig verblendet

Naturstein und ein imposanter Kolonnadengang prägen diese Bungalowsanierung. Das Gebäude wurde in den 70er Jahren errichtet und war einst mit weißem Sichtmauerwerk eine kleine Revolution an diesem Ort. Daran hat sich nichts geändert: Naturstein und eine Cortenstahl-Attika setzen heute die Akzente und damit die avantgardistische Tradition fort.

Dipl. Ing. Gerard Halama | jo

Die Güte und Dynamik des Bestandes hat das Architekturbüro E. Wunderle aus Neusäß/Steppach überrascht. Zum einen erwies sich der ursprüngliche Entwurf des Architekten Luis Endres aus dem Jahr 1969 rundum als vorbildlich und die Bauausführung hochwertig und innovativ. Zum anderen brachten die engagierten Bauherren, selbst Baustoffhändler mit Visionen, viele neue Baustoffideen in den Umbau ein.
Architekt Christian Essler: „Ich hatte noch nie einen solchen Umbau. Wir mussten keine Wand verändern und keinen Durchbruch erstellen. Das Haus war von der Planung und vom Bestand her in meinen Augen grandios. Selbst der Wärmeschutz war für diese Zeit innovativ.“
Demnach konnten sich die Architekten weitgehend den gestalterischen Aufgaben widmen.
Verblendung mit Naturstein
Eine zentrale Idee der Bauherrin war die Verblendung des weißen Sichtmauerwerks mit der Natursteinbekleidung Stonepanel von Rathscheck Schiefer. Nach Bemusterung der Natursteinpaneele der Sorte Multicolor, einer Steinsortierung aus rötlichem, rustikalem Schiefer, kam die Idee auf, die Beton-Attikablenden farblich passend mit Cortenstahl zu bekleiden. Das Ergebnis überzeugt heute rundum und wirkt wie ein aktuell neu gestaltetes Bauwerk.
Hinter dem KS-Sichtmauerwerk liegen 6 cm Mineralwolle und das tragende Mauerwerk aus 20 cm dickem Porenbeton. Die neue Fassade wurde direkt auf die intakte KS-Verblendschale geklebt. Zusammen mit der neuen Dreischeibenverglasung entstand auf diese Weise eine solide Wand. Das 400 m² große Flachdach besteht aus 20 cm dicken Porenbetondielen und war ursprünglich mit 5 cm EPS gedämmt. Im Zuge der Sanierung erhielt es eine zusätzliche Gefälledämmung mit minimal 8 cm maximal 20 cm Dämmung (mittlerer U-Wert ca. 0,14 W/m²K). Die zum Dachrand hin ansteigende Dämmung erforderte eine Erhöhung der Attika, die mit den neuen Cortenstahl-Blenden elegant gelöst wurde.
Für die Fassadenbekleidung projizierten die Handwerker mit einem Laser am Fuß der Fassade eine Grundlinie, die sie mit Holzlatten fixierten. Darauf wurden die Stonepanel-Elemente von den Ecken ausgehend auf das Verblendmauerwerk geklebt. Im Fensterbereich sind die Eckpaneele planeben mit der Fensterlaibung zugeschnitten. Die neu gestalteten Fensterlaibungen wurden glatt geputzt, gefilzt und grau gestrichen.
Natürliche erdige Töne integrieren heute den 400 m² großen Bungalow in die imposante Landschaft. Der breite südliche Kolonnadengang und der Patio schaffen eine überaus reizvolle Verbindung zwischen Bauwerk und dem 34 000 m² großen Naturgrundstück mit kleinem Wald. Das besondere Naturerlebnis wird von den Natursteinpaneelen Stonepanel und Cortenstahl zeitgemäß interpretiert.
Frostbeständiges System
Stonepanel ist ein frostbeständiges Naturstein-Fassadensystem. Bei einer Dicke von 4 bis 6 cm sind die Z-förmigen Paneele je nach Material 61 x 15,2 cm oder 60 x 20 cm groß. Die Natursteine sind in einem Zementmörtel-Bett eingelassen und so gekonnt von Hand zusammengestellt, dass ein ästhetisches und professionelles Natursteinmauerbild entsteht.
Vier Steinarten sind im Angebot: Orientgold, Multicolor, Blaugrau und Nordicgrau. Zur Verklebung der Stonepanel wird sowohl auf dem Verlegeuntergrund als auch auf der Rückseite der Paneele, ca. 6 bis 8 mm dick ein kunststoffvergüteter Flexkleber im sogenannten Buttering-Floating-Verfahren aufgetragen. Die Paneele werden vollflächig in das so entstehende Klebemörtelbett eingebettet. Zur Ergänzung des Sortiments liefert der Hersteller unter anderem Mauerabdeckungen und Zubehörsteine.
Architekten: Architekturbüro E. Wunderle, Neusäß/Steppach
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