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Sanierung eines Wohn-/Geschäftsgebäudes in Düsseldorf
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Wer heute saniert, modernisiert oder anbaut, wird zwangsläufig mit der Energieeinsparverordnung des Bundes konfrontiert. Maßgeblich sind Aufbau und Konstruktion der Außenbauteile von den gesetzlichen Vorgaben zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes betroffen. Dass ein Dämmstoff auch den Stil eines Gebäudes betonen kann, zeigt ein Beispiel aus Düsseldorf.

Dipl.-Ing. Nikolai Ziegler

Beim Gang durch den Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk, der in den vergangen Jahren durch hochwertige Städtebau- und Immobilienentwicklungen angrenzender Bezirke eine spürbare Aufwertung erfahren hat, bleibt der Blick an einem markanten Eckgebäude in der Friedenstraße hängen: In den spitzen Winkel der beiden flankierenden Straßen schiebt sich das Eckhaus, um dann in einer schmalen, hoch aufragenden Frontfassade den Blockrand zu beschließen. Neben seiner exponierten Lage könnte auch der Stil des Gebäudes die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, fühlt man sich durch die abgerundeten Balkone doch an die Moderne und das Neue Bauen erinnert. Tatsächlich handelt es sich bei dem Bau jedoch um ein im Jahr 1955 wiederaufgebautes Wohngebäude, das kürzlich eine grundlegende Sanierung erfahren hat.
Vorschriften bei Sanierungen
Dass Sanierungen heute in solch umfangreicher Weise ausfallen, wie es das Düsseldorfer Wohnhaus repräsentiert, steht in direkter Korrelation zur Politik und deren Bauvorschriften. Im Jahr 2010 verabschiedete die EU eine neue Gebäuderichtlinie, die ihren Niederschlag in der aktuell gültigen Energiesparverordnung 2014 findet. Die dort definierten Bedingungen und Anforderungen zu Reduzierung von Schadstoffausstoß sind bei Sanierungen und Neubauten zwingend einzuhalten. Für den Sanierungsfall schreibt die EnEV 2014 vor, dass für jedes Bauteil, das saniert werden soll, die gesetzlichen Mindestwerte eingehalten werden müssen. Hierbei ist detailliert angegeben, welchen U-Wert das Bauteil nach der Sanierung zu erreichen hat. Entsprechend stark muss das Dämmmaterial gewählt werden.
Mit dem 1. Januar 2016 trat die Anhebung einiger Grenzwerte der EnEV 2014 in Kraft. Die aktuell gültigen Vorschriften werden daher umgangssprachlich, aber faktisch falsch als „EnEV 2016“ bezeichnet. Für gegenwärtige Bauvorhaben ist nach wie vor die EnEV 2014, jedoch mit erhöhten Grenzwerten einzuhalten.
Erhöhter Wohnkomfort
Jene ambitionierten Rahmenbedingungen liegen auch dem sechsstöckigen Wohngebäude in der Düsseldorfer Friedenstraße zugrunde. Insgesamt beinhaltet das Gebäude 25 Wohnungen zwischen 60 bis 120 m², die alle über Balkon oder Terrasse verfügen. Mit einer Deckenhöhe von 2,8 m orientiert sich der Bau noch an den großzügigen Bemessungen der Gründerzeitbauten.
Obwohl die Bauweise des Eckgebäudes in massivem Mauerwerk und Betondecken durch seine hohe Massenträgheit einem Mehrparteienobjekt grundlegend entspricht, birgt diese Konstruktionsweise für Anforderungen an das Wohnklima erhebliche Nachteile. Die massiven Bauteile charakterisiert ein hoher Wärme-durchgang, der im Winter nur durch großen Heizaufwand kompensiert werden kann. Folglich führte die 2014 erfolgte Komplettrenovierung bei geringeren Heizkosten nicht nur zu verbessertem Wohnkomfort, sondern auch zu einem erneuerten Erscheinungsbild. Im Rahmen der Sanierung wurde das Gebäude durch ein Dachgeschoss mit großzügiger Penthousewohnung ergänzt, darüber hinaus konnte durch eine Garagenumnutzung zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. Die maßgeblichen Arbeiten betrafen jedoch die Gebäudehülle. Um die Vorgaben gemäß EnEV einzuhalten, war neben einer neuen Haustür mit Briefkastenanlage sowie neuen Fenstern ein Vollwärmeschutz auszuführen.
Stilsichere Auswahl
Für die mit der Sanierung betrauten „baumodul architekten“ aus Köln lag die Herausforderung in der Neugestaltung der Fassadenflächen. Vorhandene Stilelemente, die das Gebäude bisher charakterisierten, sollten nicht von einem Dämmsystem verdeckt werden.
Wie die Architektin Dorothea Baum erklärt, war den Planern ein „würdevoller Umgang mit dem Bestand“, wozu auch die Behandlung der filigranen Fassadenvertiefungen zählt, sehr wichtig.
Folglich entschieden die Architekten, jene vorhandenen Vor- und Rücksprünge der Fassadenflächen mit den aufzubringenden Dämmstoffplatten nicht nur zu berücksichtigen, sondern zusätzlich zu betonen. Um am Gebäudesockel behauene Werksteine zu imitieren, setzten die Architekten WDVS Bossenplatten von Brillux ein. Für das Nachahmen historischer Bossenfassaden bietet der Hersteller spezielle Hartschaum-Dämmplatten an, die mit vorgefrästen Nutrillen versehen sind. An den darüber aufbauenden Geschossen wurden die verschiedenen Fassadenflächen je nach Art und Ausprägung durch Brillux Hartschaum-Dämmplatten der Wärmeleitgruppe 035 in vier unterschiedlichen Stärken von 6 bis 20 cm belegt.
Damit konnten die vorhandenen Stilelemente bewahrt und akzentuiert werden. Sämtliche so gewonnenen Nuancen bringen beispielsweise die horizontalen Balkonbänder auch nach der Dämmmaßnahme noch deutlich zur Geltung und unterstreichen die ursprüngliche Gesamtwirkung des Bauwerks. Auf diese Weise gelang es, den Charme des Gebäudes im Rahmen der Sanierung zu bewahren. Vor allem die spitzwinklige Ecksituation erfährt durch die Bossenplatten gegenüber der früheren Gestaltung eine optische Aufwertung und erscheint nun in einem differenzierteren Erscheinungsbild, als dies vor der Sanierung der Fall war.
Das Brillux WDV-System I aus Hartschaum-Dämmplatten eignet sich für Neu- und Altbauten. Voraussetzung ist, dass sich der Untergrund als tragfähig und klebergeeignet erweist. Vor Ausführung der Arbeiten muss sichergestellt sein, dass das Mauerwerk trocken und nicht durch beispielsweise Schlagregen stark durchfeuchtet ist. Die Fassaden-Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum werden mit stumpfer Kantenausbildung, Stufenfalz oder Nut und Feder angeboten. Je nach Untergrundbeschaffenheit können die Dämmplatten im Klebeverfahren angebracht werden, ggf. ist eine zusätzliche Sicherung mit Dübeln ratsam. Dämmwerte sind bis gemäß DIN V 4108–4 bis 0,032 W/(mK) möglich, Dämmschichtdicken bis 300 mm möglich.
Als neue Decksicht kam in der Düsseldorfer Friedenstraße der Oberputz Brillux Rausan zum Einsatz. Dieser organisch gebundener Kratzputz eignet sich besonders für dekorative sowie wetterbeständige Oberflächen und kann auf verschiedenen Untergründen verwendet werden. Die abschließende Farbfassung einzelner Fassadenfelder trägt dazu bei, die Flächen noch feingliedriger erscheinen zu lassen.
Auszeichnung
Die Neugestaltung des Düsseldorfer Wohn- und Geschäftsgebäudes wurde mit dem Brillux Fassadenpreis in der Kategorie WDVS-Fassaden ausgezeichnet. Die Fachjury urteilte: „Vorhandene Stilelemente, hervorgehoben durch Dämmplattenprofile und verfeinert durch Farbeinsatz: So lassen sich Energieeffizienz und Aussagekraft im Bestand geglückt steigern.“
Architekten:
baumodul architekten, Köln

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