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Flexibel durch große Spannweiten

Neubau eines Werkstätten- und Fertigungszentrums in Töging am Inn
Flexibel durch große Spannweiten

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Moderne Produktionsstätten sind oft keine reinen Zweck-bauten mehr. Die Ansprüche an Qualität, Nachhaltigkeit, Architektur sowie Nutzungsflexibilität sind gestiegen. Neue Perspektiven bieten Holz-Leichtbauelemente nicht nur in optischer Hinsicht: Damit lassen sich auch Hallenbauten mit weniger Stützen realisieren wie das Beispiel aus Bayern zeigt.

Livia Takacs | be

Für ein neues Werkstätten- und Fertigungszentrum des international tätigen Innenausbauunternehmens Baierl + Demmelhuber aus Töging am Inn setzten die Architekten der Hinterschwepfinger Projekt GmbH insbesondere auf die enorme statische Leistungsfähigkeit der Holz-Leichtbauelemente. So konnten sie bei der Planung mehrere Aspekte vereinen und verschiedenen Anforderungen gleichermaßen gerecht werden.
Die Halle sollte eine frei bespielbare Grundrissfläche haben, damit diese maximalen Platz für Maschinen oder Produkte bietet und einen effizienten Materialfluss erlaubt. Weitere wesentliche Faktoren waren dabei ein flexibles Layout, um auf künftige Produktionsanforderung schnell reagieren zu können, und eine wirtschaftliche und in kurzer Zeit realisierbare Bauausführung. Nicht zuletzt sollte sie einen hohen Anspruch an die Ästhetik erfüllen.
Es entstand eine nahezu vollständig hölzerne Hallenkonstruktion, die mit lediglich drei Stützen auskommt und sonst auf einer Gesamtgröße von 66 x 46 m freitragend ist.
Das Bauwerk ist als zweischiffiges Gebäude in Holzbauweise konzipiert. Die eingespannten Stützen der Halle stehen im Achsmaß von 8,25 m und bestehen aus Brettschichtholz (BSH). Ein zweiteiliger BSH Unterzugträger entlang der Mittelachse ruht auf drei Stahlstützen und bildet ein durchgängiges Belichtungsband. Die Stützen sind in der oberen Hälfte umlaufend mit 95 mm dickem Brettsperrholz ausgesteift. Fast zur Gänze umläuft eine Verglasung die untere Hälfte des Gebäudes und sorgt für natürliche Belichtung. Die beiden Hallenschiffe mit jeweils 21,5 m Spannweite sind mit freitragenden und leicht überhöhten Kielsteg Elementen gedeckt.
Holzelement wie ein Bootskiel
Bei Kielsteg handelt es sich um ein hoch tragfähiges, einachsig gerichtetes Fertigbauteil aus Holz. Es besteht aus einem Ober- und Untergurt aus Schnittholz sowie Stegen aus Sperrholz oder OSB. Die charakteristische Krümmung der Stege in Form eines Bootskieles gibt dem Bauelement seinen Namen. Aufgrund der ausgeklügelten Konstruktion wird der wertvolle Rohstoff Holz nur dort eingesetzt, wo es tatsächlich notwendig ist. Daraus ergibt sich nicht nur ein ökologischer Vorteil, sondern auch ein hervorragendes Verhältnis von Eigengewicht zu statischer Leistungsfähigkeit.
Typischerweise werden die Holz-Fertigbauteile als Dach- und Deckenelemente in Bauwerken mit großer Spannweite eingesetzt. Bis zu 27 m lassen sich beispielsweise direkt als Einfeldsystem überbauen. Die üblichen Stützenraster im Hallenbau können so erheblich vergrößert und die Primärkonstruktion stark reduziert werden. Die Flächen lassen sich so flexibler nutzen.
Auskragende Dachkonstruktionen können – je nach Lastfall und Anforderung – mit bis zu 10 m realisiert werden.
Ihre hochwertige, glatte und naturbelassene Untersicht sowie die Nutzbarkeit der Hohlkammern als Installationsebene ermöglichen das Einsparen abgehängter Deckenkonstruktionen – diese sind weder aus optischen, noch aus brandschutztechnischen Gründen notwendig. Daraus ergeben sich wiederum geringere Konstruktionshöhen und reduzierte Fassadenflächen.
Nachhaltig
Das Gebäude drückt sowohl durch seine moderne, geradlinige Gestaltung als auch durch das verwendete Baumaterial Holz architektonisch-technische Innovation verbunden mit dem Anspruch der Nachhaltigkeit aus.
Neben der markanten Architektur und der hohen Nutzungsflexibilität besticht das Gebäude auch durch seine gute Energiebilanz. Die Halle unterschreitet den Primärenergieanforderungswert der EnEV um über 25% im Vergleich zum Referenzgebäude. Ebenso wird der Transmissionswärmeverlust im Mittel um 45% unterschritten. Möglich machen diese Werte vor allem die besonderen bauphysikalischen und energetischen Eigenschaften des Baustoffs Holz, denn in Holzbauweise lassen sich hoch wärmedämmende und -regulierende Gebäudehüllen auch mit geringen Wandstärken realisieren.
Ein weiterer Grund für die Unterschreitung der Anforderungswerte ist der sehr gute Wärmedurchgangskoeffizient des Kielsteg Holzdachs: Mithilfe der Leichtbauelemente 730 und der zusätzlichen Dämmung wird ein U-Wert von 0,17 W/m2K erreicht. Für die Nutzung niedriger Temperaturniveaus sorgt im gesamten Produktionsbereich eine energieeffiziente Industrieflächenheizung, wobei die Energieversorgung des Gebäudes extern, mit Nahwärmeleitung in die Technikzentrale erfolgt.
Planung:
Hinterschwepfinger Projekt GmbH, Mehring


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