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Brettsperrholz für Decke, Dach und Wände im Klimaholzhaus

Neubau eines Mehrfamilienhauses in Nürtingen
Dörfliche Nachverdichtung

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Neuen Wohnraum schaffen für Familien: Das gewünschte Mehrfamilienhaus sollte sich in die ländliche Umgebung von Nürtingen-Reudern einfügen und doch großzügiges, designorientiertes Wohnen ermöglichen. Architektin Ann-Kathrin Stolz entwarf zwei Baukörper statt eines großen Volumens, konstruiert mit konfigurierbaren Brettsperrholz-Elementen für Wände, Decken und Dach.

Anforderung:

Nachverdichtung in dörflicher Kleinstruktur mit wohngesundem Mehrfamilienhaus

Lösung:

Zwei „Klimaholzhäuser“ mit konfigurierbaren Brettsperrholzelementen für Decke, Dach und Wände


Iris Darstein-Ebner, architekturkontext, | be

Nicht nur für sich, sondern auch für andere Familien Wohnraum schaffen wollten zwei Brüder in Nürtingen-Reudern. Doch wie fügt sich ein zukunftsfähiges Mehrfamilienhaus im geeigneten Maßstab harmonisch in die ländliche Umgebung ein und ermöglicht dabei großzügiges, designorientiertes Wohnen? Die Entscheidung fiel auf zwei Klimaholzhäuser, die keinen neuen Baugrund benötigten, sondern auf einem innerörtlichen, seit Jahren unbewohnten Grundstück gebaut wurden.

Der Entwurf des Mehrfamilien-Wohnensembles aus zwei Baukörpern stammt von Ann-Kathrin Stolz vom Neidlinger Architekturbüro Gerhard Stolz. Mit den wohngesunden Häusern aus konfigurierbaren Brettsperrholz-Elementen für Wände, Decken und Dach setzen Planer und Bauherren ein Statement für den modernen Holzbau.

Schneller Baufortschritt mit Brettsperrholz-Elementen

Nach der Baueingabe übernahm der ausführende Zimmereibetrieb Krämer die detaillierte CAD-Planung des Klimaholzhauses. Die passgenau konfigurierten Brettsperrholz-Rippen- und Kastenelemente wurden anschließend im Lignotrend-Werk vorgefertigt, die Vormontage der Bauteile fand dann wieder in der Zimmerei selbst statt: Geschosshohe Einzelelemente wurden zusammen mit Schwellen und Rähm zu kompletten Wandbauteilen vormontiert und auch die Deckenbauteile erhielten bereits im Brettsperrholz-Werk alle Öffnungen und Details. Nur fünf Tage dauerte das Aufrichten der Holzgebäude.

Innerörtlich gebautes Holzhaus

Auf das rund 900 m² große, bereits erschlossene, aber bislang ungenutzte Gelände setzte Architektin Ann-Kathrin Stolz zwei zueinander versetzte Klimaholzhäuser. Ein einteiliges Bauvolumen für fünf großzügige Wohnungen hätte die dörflich kleinteilige Baustruktur gestört. Entlang der Straße wurde auf dem konventionell betonierten Kellergeschoss mit Tiefgarage ein langgestrecktes Holzhaus mit durchgehendem Satteldach errichtet. Dahinter folgt ein dreigeschossiges Flachdachgebäude. Mit diesen beiden gegensätzlichen Haustypen vermittelt die Architektin geschickt zwischen der ortstypischen Bauart nördlich des Grundstücks und einem in den 1990er-Jahren entstandenen, eher städtisch anmutenden Mehrfamilienwohnhaus im Süden.

Das 18 m lange Satteldachgebäude bekam ein homogenes Kleid aus anthrazitfarbenen Faserzementplatten. Flächenbündig gestaltete Fassaden und Dachflächen geben dem Bauwerk ein monolithisches, modernes Gesicht. Der Flachdachbau hält sich mit weiß verputzten Außenwänden gestalterisch zurück. Wenige Fensteröffnungen sind an den Gebäudelängsseiten platziert, an den Giebelseiten in Richtung Süden hingegen öffnen sich die eingerückten Fassaden nahezu vollständig verglast. Zwischen beiden Gebäuden bildet eine nach Norden und Süden verglaste Erschließungsspange mit Treppenhaus und gläsernem Aufzug die Verbindung. Dieser Mittelteil wurde als massiver Sichtbetonkern errichtet.

Die Energieversorgung des Wohnensembles im KfW-40-Standard übernimmt ein System aus Sole-Wärmepumpe auf dem Grundstück und Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Auch an die Zukunft denken

Die insgesamt fünf Wohneinheiten sind zwischen 99 und 167 m2 groß, drei davon vermietet. Während Bauherr 1 mit Familie eine großzügige Maisonette-Wohnung im Satteldachhaus bewohnt, hat der zweite das Dachgeschoss im Flachdachgebäude bezogen. Auch diese Wohnung ist auf zwei Etagen angelegt. Über eine Wendeltreppe gelangt man zum Arbeitszimmer und einem zweiten Bad im Geschoss darunter. Im Zentrum beider Wohnungen stehen die Wohn-/Essbereiche jeweils mit offener Küche und direktem Zugang zur großen Loggia bzw. Dachterrasse.

Um auf Veränderungen in der Zukunft flexibel reagieren zu können, hat Ann-Kathrin Stolz die obere Etage der Maisonette-Wohnung nicht nur über eine interne Treppe, sondern auch über das zentrale Treppenhaus erschlossen. So kann die Wohnfläche bei Bedarf später als autarke Einheit genutzt werden. Beide EG-Wohnungen wurden für späteres Mehrgenerationenwohnen bereits barrierefrei gestaltet.

Gute Akustik und Raumluft mit Brettsperrholz

Während alle Ligno Wände weiß verputzt sind, zeigen die Deckenbauteile durchgehend ihre endfertigen Echtholzoberflächen in heller, astfreier Weißtanne. Das edle Material vermittelt Wärme und Naturverbundenheit in den Innenräumen und ermöglichte eine moderne und besonders leicht wirkende Holzbau-Architektur – frei von Rustikalität.

Entschied sich Bauherr 1 in seiner Wohnung für glatte Deckenuntersichten, wählte Bauherr 2 die profilierte Variante Ligno Akustik mit regelmäßig breiten Leisten und dahinterliegenden Holzfaser-Schallabsorbern in allen Räumen – sogar in den Badezimmern. Er wollte die gute raumakustische Wirkung dieser Deckenoberfläche ausschöpfen und einen guten Ausgleich zu ansonsten schallharten Flächen wie den großen Fensterfronten und den mineralischen Böden schaffen.

Doch weil sich Ruhequalität im Mehrfamilienholzhaus nicht nur auf die eigenen vier Wände bezieht und niemand die Gehgeräusche im Geschoss darüber oder die Gespräche jenseits der eigenen Wohnung hören will, trennen die Geschossdecken die Wohneinheiten mit höchstem Schallschutzniveau. Dabei wird auch die Minimierung der tieffrequenten Geräuschübertragung berücksichtigt – das ist weit mehr, als die aktuelle DIN fordert.

Und auch was die Emissions-Grenzwerte in Bezug auf Formaldehyd und anderer organischer Verbindungen (VOC) betrifft, liegt das natureplus-zertifizierte, baubiologisch und ökologische Lignotrend Brettsperrholz über den gesetzlichen Anforderungen. Es gehört offiziell zu den umweltverträglichsten und gesundheitlich unbedenklichsten in Europa und unterstützt das wohngesunde Innenraumklima im Klimaholzhaus.


Neubau: Klimaholzhaus-Wohnensemble, Nürtingen
Bauherren: Bernhard Krämer, Hansjörg Krämer, Nürtingen
Architektur: Gerhard Stolz Architekten & Ingenieure, Neidlingen | www.ing-stolz.de
Projektarchitektin: Ann-Kathrin Stolz
Holzbauunternehmen: Zimmerei Krämer GmbH & Co KG, Nürtingen
Bauzeit: 18 Monate
Fertigstellung: 04|2019
Wohnfläche: fünf Wohneinheiten auf insgesamt 634 m²
Grundstücksgröße: 877 m2


Architektin Ann-Kathrin Stolz: „Wenn Architekten, Holzbaubetrieb und Bauteilhersteller von Anfang an in gutem Kontakt stehen, um Entwurfsideen und Bauherrenwünsche bestmöglich umzusetzen, erzielen wir im Holzbau das beste Ergebnis.“



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