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Aufgestockt in zwei Tagen

Umbau eines Wohn- und Geschäftshauses in Karlsruhe
Aufgestockt in zwei Tagen

Ein Gebäude in der Karlsruher Innenstadt wurde durch ein zweigeschossiges Mansarddach mit 200 Quadratmetern Wohnfläche nachträglich aufgestockt. Dank wärmegedämmter Fertigbauteile in Holzständerbauweise inklusive Flachdachgauben konnte dies innerhalb von nur zwei Tagen erfolgen.

Das Gebäude wurde 1963 erbaut und grenzt direkt an die Nachbargebäude, typisch für die Bebauung von Innenstädten. Für die Aufstockung mit einem zweigeschossigen Mansarddach schlug die Zimmerei Berggötz aus Karlsruhe Fertigbauelemente vor. Aus der vorgefertigten Bauweise ergeben sich Zeit- und Qualitätsvorteile. Damit konnten sowohl der Bauherr als auch das Architekturbüro Schmidt und Schmidt aus Karlsruhe für diese Lösung gewonnen werden.

Durch die Innenstadtlage der Karlsruher Waldstraße musste die Straße halbseitig für die Aufstellung eines Krans gesperrt werden. Am Abend des nächsten Tages stand der Rohbau bereits mit rund 200 m² Wohnfläche.
Nach Maß mit Wärmedämmung
Die eingesetzten Fertigbauteile fußen auf bewährter Holzständerbauweise. Da das Mansarddach eine Blechverkleidung erhalten sollte, sah der Wandaufbau wie folgt aus: Eine 15 mm Holzwerkstoffplatte auf massiver Holzrahmenkonstruktion, Dämmkern mit 200 mm PUR/PIR-Hartschaum, beidseitig mit Mineralvlies kaschiert, und außen wiederum eine Holzwerkstoffplatte mit 22 mm Stärke.
Mit PUR/PIR-Hartschaum verfügen die Bauelemente über einen Hochleistungsdämmstoff, der auf Dauer formstabil ist, nicht zusammensackt und nicht verrottet. Zudem ist er feuchte- und schimmelresistent. Die hohen Dämmwerte (WLS 026) bleiben jahrzehntelang konstant. Aufgrund seiner guten Dämmwirkung ergibt sich ein schlanker Wandaufbau, da schon mit geringer Dicke die EnEV-Vorgaben erfüllt werden.
Konstruktion und Statik inklusive
Die Elemente wurden vom Hersteller millimetergenau konstruiert und in eigener Fertigung produziert – mit Öffnungen für die Gauben und den ausgefeilten Anschlüssen, die bei einer Mansarddach-Konstruktion mit verschiedenen Dachschrägen eine Herausforderung sind.
Die betreuende Architektin Hahn des Architekturbüros bestätigt: „Wir hatten bei der Gestaltung keinerlei Einschränkungen durch die Fertigelemente und konnten alles nach unseren Vorstellungen umsetzen.“
Wetterunabhängig
Am 5. und 6. Dezember 2012 war der Himmel bewölkt und es wehte ein kalter Wind. Die Giebelbalken standen, und die Zimmerleute erwarteten das erste Bauelement, das mit dem Kran ins oberste Stockwerk gehievt wurde. Beim Absenken auf die Traufkante genügten wenige Handgriffe, um das Element passgenau auf die Bohle aufzusetzen und an den oberen Dachbalken anzupassen. Die dafür notwendigen Stufenfalze der Elemente passten millimetergenau. Innerhalb kürzester Zeit standen die Wände des ersten Mansardgeschosses. Dann wurden die ebenfalls mit PUR/PIR-Hartschaum wärmegedämmten Litec GBS Flachdachgauben des gleichen Produktprogramms für die Gaubenfenster aufgeschraubt.
Am zweiten Tag folgte die Montage des zweiten Mansardgeschosses. Als erstes wurden die Dachbauelemente auf die Holzbalkenkonstruktion aufgesetzt – jedes einzelne mit einer Spannweite von 10,80 m. Dann erst erfolgte das passgenaue Ansetzen der Wandelemente, die Aussparungen für die Dachflächenfenster hatten. Zimmerer Dominik Merz: „Das Bausystem ist sehr durchdacht und hat für alle Details eine überzeugende Lösung. Nicht nur wir, sondern auch Bauherr und Architektin sind mit dem Produkt höchst zufrieden; wir werden es mit Sicherheit weiter beim Kunden anbieten und empfehlen.“ Nach Montieren der Fertigbauteile wurden alle Bohlen, auf denen die Schrägdach-Elemente aufsitzen mit Quellmörtel abgedichtet.
Gegenüberstellung: Konventionell oder vorgefertigt
Hätte die Zimmerei das Mansarddach konventionell erstellt, wäre die Holzständerbauweise wie üblich mit Mineralwolle gedämmt worden. Da für solch einen Dachausbau die strengen Richtlinien für Neubauten eingehalten werden müssen, wären mindestens 30 cm Dämmstoffdicke der WLS 035 erforderlich gewesen. Entsprechend dick hätten die Sparren ausfallen müssen. Dazu kommt noch eine gute Woche Arbeit, die das Bauen in schwindelnder Höhe bei einer Traufkante von 12 m erfordert hätte.
Damit spricht für diese vorgefertigten Bauelemente dreierlei: Individuelles Bauen lässt sich damit schnell und mit hoher Qualität realisieren. Zum zweiten ist der Raumgewinn aufgrund geringerer Aufbauhöhen ein weiteres, wichtiges Argument; auch im Gewerbebau stellt schlankes Bauen einen nicht unerheblichen Kostenvorteil dar, da weniger Raum umbaut werden muss. Drittens erlaubt das System das nahezu wetterunabhängige Bauen. Die Lösung ist langlebig, garantiert ein Gebäudeleben lang hohe Dämmwerte und dem Architekten größtmögliche Gestaltungsfreiheit.
Architekturbüro: Schmidt und Schmidt Architektur und Generalplanung, Karlsruhe
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