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Temperatursprung von 50º Celsius

Neubau einer Forschungsstation am Südpol
Temperatursprung von 50º Celsius

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Bis zu minus 70 Grad Celsius, 260 km/h schnelle Winde und 24 Stunden Tageslicht: Extreme Bedingungen für die neue Forschungsstation Bharati und eine außergewöhnliche Herausforderung für Mensch und Baumaterial. Beste Wärmedämmwerte sind hier unbedingtes Muss – auch für die Verglasung.

Evamaria Nickel | jo

Die indische Polarstation Bharati entstand nach den Plänen des deutschen Konsortiums bof architekten, IMS Ingenieurgesellschaft und m+p consulting im Princess-Elizabeth-Land auf den Larsemann Hills.
Mit ihrem Entwurf, das ein wenig an ein Raumschiff erinnert, gewann das Konsortium zusammen mit Heinrich Lamparter Stahlbau den European Steel Design Award 2013 – für das bemerkenswerte Design sowie die Ausführungsqualität unter extremen Witterungsbedingungen.
Seecontainer als innere Hülle und Tragwerk
Ein besonderes Problem musste bei der Planung für den Aufbau des Gebäudes gelöst werden: Das enge Zeitfenster – denn das Gebäude konnte nur in den antarktischen Sommermonaten von November bis März errichtet werden.
Die Lösung lautete: Genutzt werden die eigentlichen Transportmittel; Seecontainer dienen als innere Hülle und als Tragwerk und wurden in Deutschland vorgefertigt. Vor Ort erstellte man dann „nur noch“ die äußere Hülle – ein Haus-im-Haus-Prinzip.
Dreifach-Isolierglas mit beheizten Rahmen
Die Fassade stellte Architekten und Ingenieure ebenfalls vor große Herausforderungen, denn das Gebäude musste sehr gut gedämmt, windschnittig, vor Schneeverwehungen und hohem Sonneneintrag geschützt sein.
Ziel bei der Gebäudedämmung war es, in der Station eine Raumtemperatur von 23º Celsius zu erreichen. Hierfür entwickelte das Unternehmen Christophe Lenderoth GmbH eine Aluminium-Glas-Konstruktion in Pfosten-Riegel-Bauweise, versehen mit insgesamt 207 m² hoch wärmedämmendem Dreifach-Isolierglas und elektrisch beheizten Rahmen.
Die Außenhülle besteht aus 17 cm starken, modifizierten Kühlhauspaneelen, die die Container mit einem Abstand von rund 50 cm umläuft.
Ausgehend von einer Außentemperatur von -40º Celsius sollten Paneele und Dreifach-Isolierverglasung die Temperatur im Zwischenraum auf 10º Celsius erhöhen. Es musste also ein Temperatursprung von 50º Celsius erreicht werden.
Verglasung: U-Wert fast wie bei gemauerter Wand
Die Vorgaben an das Glas waren klar formuliert: Es musste beste Wärmedämmwerte aufweisen. Mit „Climatop Cool-Lite 174“ in der Ausführung Planitherm Ultra und Ultra N II von Saint-Gobain Glass kam ein Hochleistungsglas zum Einsatz, das mit 0,5 W/m²K nahezu den U-Wert einer gemauerten Wand erreicht. Zusammen mit der 10 cm starken Mineralwolldämmung an den inneren Containerwänden werden im Innern der Station 23º Celsius erreicht.
Selektiver Sonnenschutz
Da in der Antarktis bis zu 24 Stunden lang die Sonne scheint, bietet eine spezielle Glasbeschichtung einen selektiven Sonnenschutz: Sie lässt mit einem Transmissionswert TL von 68 % ein Maximum an Licht ins Innere und schützt gleichzeitig vor UV-Strahlen, die in der Antarktis besonders stark sind.
Architekten/Planung: bof architekten, Hamburg IMS Ingenieurgesellschaft, Hamburg m+p consulting, Braunschweig


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