bba-Themenseite - Betonboden | Sichtestrich

Betonboden | Sichtestrich

Auf dieser Seite finden Sie umfangreiche Fachinformationen rund um das Thema Betonboden | Sichtestrich.

Die Nachfrage nach Bodenflächen in Betonoptik hat stark zugenommen. Kamen diese zunächst vor allem in Industrie- und Gewerbeobjekten oder auch in öffentlichen Räumen wie Museen, Messehallen, Hotelfoyers u.Ä. zum Einsatz, steigt heute mehr und mehr die Nachfrage auch für den privaten Bereich.

Bodenflächen in Betonoptik können beispielsweise als Betonboden oder auch als Sichtestrich ausgeführt werden. Man spricht in diesem Fall von „zementgebundenen Designböden“.

Beim Sichtestrich handelt es sich um einen oberflächenfertigen Estrich, der ohne weiteren Bodenbelag genutzt wird. Andere Bezeichnungen für den Sichtestrich sind z.B. „Designestrich“ oder auch „geschliffener Zementestrich“.

Ob ein Betonboden oder ein Sichtestrich zum Einsatz kommt, hängt von der Nutzung sowie der Art der (statischen) Beanspruchung ab. Für größere Belastungen, wie es sie beispielsweise in befahrenen Industriehallen gibt, eignen sich Betonböden besser, da sie mit einer größeren Aufbauhöhe und eingelegter Bewehrung eingebaut werden und auch größere Körnungen aufweisen können.

mehr über Betonboden | Sichtestrich erfahren

Vorteile von Betonboden | Sichtestrich

        • puristische Optik
        • (fast) fugenlose Flächen
        • vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten
        • hohe Stand-, Verschleiß- und Abriebfestigkeit
        • hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen und chemischen Belastungen sowie gegen eindringenden Schmutz
        • Langlebigkeit / Haltbarkeit über viele Jahrzehnte
        • einfache Reinigung
        • geringer Pflegeaufwand
        • erschwinglicher Preis
nach oben

Planung von Betonboden | Sichtestrich

Die Vorteile von Betonboden bzw. Sichtestrich kommen allerdings nur zum Tragen, wenn gute Planung und gewissenhafte handwerkliche Ausführung Hand in Hand gehen. Das Erscheinungsbild zementgebundener Designböden wird unmittelbar aus der Nutzschicht herausgearbeitet; nur selten sind optische Mängel im Nachhinein kaschierbar. Das erhöht den planerischen und handwerklichen Aufwand zunächst.

Wichtig ist, dass Planer und Bodenbauer frühzeitig intensiv zusammenarbeiten – und der Bodenbauer bereits Erfahrung mit der Ausführung zementgebundener Designböden hat.

Folgende Aspekte müssen bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden:

      • Anforderungen: Zunächst muss definiert werden, welche Nutzung vorliegt und welche Anforderungen an den Boden sich daraus ergeben. Der Boden für eine Industriehalle beispielsweise ist völlig anderen Beanspruchungen ausgesetzt als der Wohnzimmerboden für ein Privathaus. Aus diesen Anforderungen wiederum leiten sich die gewünschten Eigenschaften (z.B. Festigkeit des Bodens, Optik und Ausrüstung der Oberfläche u.Ä.) und die dafür notwendige Zusammensetzung des Bodens ab.
      • Zusammensetzung: Diese hängt von den Anforderungen und den sich daraus ergebenden Eigenschaften des Bodens ab (s.o.). Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass Zement und verwendete Gesteinskörnung über einen etwa gleich starken Schleifverschleiß verfügen. Nur das garantiert eine dauerhafte Funktion der mineralischen Oberfläche. Der Farbton des Bodens kann u.a. über die Zugabe von Pigmenten beeinflusst werden. Gängig sind rote, braune und schwarze Pigmente. Die Farbbrillanz der Matrix wiederum wird durch den Einsatz von Weißzement gesteigert.
      • Fugen: Zwar soll die Oberfläche von zementgebundenen Designböden möglichst monolithisch wirken; dennoch ist die Ausbildung von Bewegungsfugen i.d.R. unabdingbar, um Rissbildungen zu vermeiden. Für die Erstellung des Fugenplans ist der Architekt verantwortlich. Fugen können geschnitten (Achtung: Fußbodenheizung!) oder mit einem Fugenprofil ausgebildet werden. Diese müssen aus gut schleifbarem Material sein (z.B. Messing oder Aluminium).
      • Anschlüsse und Details: Einbauten wie Bodenlampen oder Elektranten können nachträglich per Kernbohrung installiert werden. So beeinträchtigen sie die Homogenität der Fläche beim Schleifen nicht. Für die Ausführung der Wandanschlüsse gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Meist wird der Estrich bis direkt an die Wand geführt, getrennt durch einen Wanddämmstreifen; die Anschlussfuge wird dauerelastisch ausgefüllt. Andere Möglichkeiten sind abgedeckte Installationskanäle, Sockelleisten oder Schattenfugen.
nach oben

Einbau von Betonboden | Sichtestrich

Während die Planung des Bodens eine gemeinsame Aufgabe für Planer und Bodenbauer ist, stellt der fachgerechte Einbau des Designbodens insbesondere eine Herausforderung für den Bodenbauer dar. Er ist für die Rezeptur sowie das Einbringen des Bodens verantwortlich.

Frisch nach dem Einbringen wird der Boden zunächst geglättet. Dann sollte die Fläche i.d.R. für mindestens eine Woche nicht betreten werden. Fenster und Türen müssen geschlossen bleiben, um Zugluft im Anfangsstadium der Trocknung zu vermeiden. Die gesamte Fläche sollte abgedeckt werden, um den Boden vor Verunreinigungen und mechanischen Einwirkungen zu schützen.

nach oben

Bearbeitung von Betonboden | Sichtestrich

Abhängig von Dicke und Austrocknung kann der Betonboden bzw. Sichtestrich drei bis vier Wochen nach dem Verlegen auf das gewünschte Bild bzw. die gewollte Oberflächenstruktur geschliffen werden. In den ersten Stufen des Schleifens, dem sogenannten Anschliff, tritt das Feinkorngefüge hervor; es entsteht eine kleinteilige Pfeffer-und-Salz-Optik. Im weiteren Feinschliff können die Zuschläge bis zu ihrem größten Querschnitt freigelegt werden. Dies erzeugt ein terrazzo-ähnliches Aussehen. Mit zunehmender Anzahl und Feinheit der Schleifstufen verändert sich die bearbeitete Oberfläche von seidenmatt zu hochglänzend.

nach oben

Vergütung, Schutz und Pflege von Betonboden | Sichtestrich

Die Vergütung ist wichtiger Bestandteil des Schleifprozesses. Dabei wird ein Natriumsilikat mit hohem Feststoffanteil auf die Oberfläche aufgetragen. Weitere Schutzsysteme wie Imprägnierungen oder Beschichtungen sorgen für die langfristige Beständigkeit des Designbodens.

Zu beachten ist, dass Versiegelungen das Porensystem vollständig verfüllen und in einem dünnen Film auf der Oberfläche aufliegen. Dies führt i.d.R. zu einer Vertiefung des Farbtons und zu einer Veränderung der Lichtreflexion. Allerdings bieten sie einen höheren Schutz gegen mechanische, chemische oder biologische Beanspruchungen als Imprägnierungen. Diese sind dünnschichtig und bauen eine diffusionsoffene Schutzfunktion auf.

Die Reinigung und Pflege von zementgebundenen Designböden ist einfach. Der Schleifbetrieb ist verpflichtet, eine verbindliche Reinigungs- und Pflegeanleitung zu übergeben, die auf das Schutzkonzept abgestimmt ist und den Erhalt des Bodens sicherstellt.

nach oben

Jeder Betonboden | Sichtestrich ein Unikat

Designböden aus Fließestrich oder Beton sind Unikate und lassen sich niemals exakt reproduzieren. Ihre endgültige Optik hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab: Dazu gehören beispielsweise die Gesteinskörnung, eventuell verwendete Farbpigmente oder auch die Bearbeitung der Oberfläche. Selbst Lichteinfall oder Grundriss eines Raumes können das optische Ergebnis bestimmen. Nicht zuletzt hängen die Gestaltungsmöglichkeiten dieser Böden von der Qualität, Erfahrung und Kreativität des Verarbeiters ab.

Empfehlenswert ist es, vorab Probeflächen anzulegen. Auch der Besuch eines Referenzprojektes sollte in Erwägung gezogen werden.

nach oben

Kosten von Betonboden | Sichtestrich

Der Preis für einen Betonboden bzw. Sichtestrich hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab und ist deshalb schwierig zu bestimmen. Je nach gewünschter Fläche, Farbgebung, Zusammensetzung oder auch Endbehandlung können die Preise sehr unterschiedlich ausfallen. Neben den ständig schwankenden Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt gibt es zudem auch regionale Unterschiede. In den meisten Fällen kann man den Preis aber auf die Kosten eines Parketts begrenzen.

nach oben

Regelwerke und Planungshilfen

        • DIN 18560 Estriche im Bauwesen
        • Zur Herstellung von zementgebundenen Böden: z.B. Merkblatt B19 Zementestrich vom InformationsZentrum Beton; Merkblatt T1 Industrieböden aus Beton des Vereins Deutscher Zementwerke
        • Zu speziellen Aspekten der Designböden mit ihrer Optik und Gestaltung: z.B. Merkblatt Farbige Fließestriche vom Industrieverband WerkMörtel; Merkblatt Geschliffene zementgebundene Bodensysteme (ohne Estrich) in Herausgeberschaft mehrerer Verbände
        • 32-seitiger Leitfaden Zementgebundene Designböden von HeidelbergCement
nach oben

Weitergehende Informationen zum Thema Betonboden | Sichtestrich erhalten Sie in den folgenden Fachbeiträgen, und in unserem Downloadbereich zum Thema Beton »

Projekte & Technik


Anzeige

Produkte

Sichtestrich

Zementgebundene Designböden

Fließestrich nach DIN EN 13813: In modernen Architekturkonzepten übernehmen Sichtestrich-Böden heute zunehmend auch gestalterische Funktionen. Zementfließestriche......

mehr
Terrazzoähnlicher Betonboden

Bodenflächen aus geschliffenem Beton

Terrazzoartiger Betonboden, der durch seine geschliffene Oberfläche die unterschiedlichen Korngrößen der im Beton gebundenen Steine sehen lässt, hat......

mehr

Anzeige

Anzeige

MeistgelesenNeueste Artikel

Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum bba-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des bba-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de