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Mustergültig entwässert

Flachdachsanierung Bruhrainhalle in Philippsburg
Mustergültig entwässert

Nicht mehr dicht, nicht mehr DIN-gerecht: Dies waren gleich zwei zwingende Gründe für eine umfassende Flachdachsanierung. Heute ist das Dach der Bruhrainhalle in Philippsburg ein Vorzeigeobjekt – auch im Bereich der Notentwässerung.

2 000 Quadratmeter, die mit jedem Regen zu einem Wertminderungsrisiko wurden – das war die Ausgangssituation vor der Sanierung der Flachdachflächen, die bereits ein gewisses Alter aufwiesen. Trotz wiederholter Reparaturen gab es immer wieder Leckagestellen. Viele Bauteile waren defekt oder veraltet.
Hinzu kam, dass das Dach aus dem Jahr 1975 auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden sollte, da es zum Beispiel keine Notentwässerung gab. „Wir hatten jedes Jahr so zwei bis drei Undichtigkeiten, das hat sich dann gehäuft, und dann muss man natürlich handeln“, so Bauleiter Gerhard Seitz vom Bauamt der Stadt Philippsburg.
Also entschied sich der Halleneigner, die Stadt Philippsburg, zu einer Grundsanierung der kulturell und sportlich intensiv genutzten Halle. Circa 1 200 m² Dachfläche beim Hallendach und ca. 800 m² Dachfläche über den Nebenräumen sollten erneuert werden.
Energieverlust und Jahrhundertregen vorbeugen
Aufgrund eines schlüssigen Konzeptes, das das Optimum für die zur Verfügung stehenden Mittel bot, erhielt das Architekturbüro Huxhold aus Karlsruhe den Auftrag. Eine Steildachkonstruktion kam aus Kostengründen und aufgrund der Notwendigkeit, über 40 Lichtkuppeln zu integrieren, nicht in Frage.
Aber im Rahmen der Sanierung bot sich die ideale Möglichkeit, den Flachdachaufbau auf den neuesten Stand zu bringen. „Die frühere Wärmedämmung von nur ca. 6 cm entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Wenn schon saniert wurde, dann sollte auch die Wärmedämmung erhöht werden. Es wurde eine PS-Gefälledämmung geplant, die zusätzlich für einen besseren Wasserablauf sorgt“, erläuterte der Architekt Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Duy vom Architekturbüro Huxhold.
Für die Gullys der Sita Bauelemente GmbH entschied man sich, „da Sita viele Problemlöser im Programm hat, z. B. für die Notentwässerung, ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis und gutes Handling bietet.“
Jahrhundertregen kalkuliert
Ganz abgesehen von den Undichtigkeiten entsprach das alte Dach nicht mehr den aktuellen DIN- und Flachdachvorschriften, die heute eine Notentwässerung verbindlich vorschreiben. Hier wurde schon in der Planungsphase der Beratungsservice der Sita-Bauelemente GmbH genutzt, die anhand eines speziellen Berechnungsprogramms den Berechnungs- und Jahrhundertregen für den Standort Philippsburg und die entsprechenden Gullylösungen ermittelte.
Als Berechnungsregen r (5,2) gilt mindestens ein fünfminütiges Regenereignis, das statistisch je nach Gebäudestandort alle zwei Jahre einmal 200 bis 500 l/(s ha) bringt. Als Jahrhundertregen r (5,100) wird ein fünfminütiges Regenereignis bezeichnet, das einmal in hundert Jahren Werte bis zu 1.200 l/(s ha) erreichen kann.
Mit einem Berechnungsregen von 301,7 l/(s ha) und einem Jahrhundertregen von 614,9 l/(s ha) weist der Standort der Bruhrainhalle beachtliche Werte auf, die eine entsprechende Entwässerungsvorsorge erfordern. Ganz abgesehen davon, dass die frühere Faustregel, eine Entwässerungsanlage mit mindestens 300 Liter pro Sekunde und Hektar zu bemessen, nicht mehr zulässig ist, wäre die Entwässerungsanlage spätestens bei einem Extremregenereignis überlastet gewesen.
Problemlösung bei der Notentwässerung
Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wurden Art und Anzahl der einzubauenden Gullys ermittelt. Für die Flachdachentwässerung wurden insgesamt zehn SitaStandard errechnet (sechs für Hauptdachfläche, vier für Nebenfläche). Diese Gullys zeichnen sich durch eine hohe Entwässerungsleistung aus.
Für die regelkonforme Notentwässerung im Bereich der Attika konnte der Hersteller eine besondere Problemlösung bieten. Verplant wurde hier der Attikagully aus Edelstahl, der durch einen größeren freien Anströmungsanschnitt die Entwässerungsleistung multipliziert.
Bei Übergang auf ein mindestens 4,0 m langes Fallrohr DN 100/ 110 leistet dieser Attikagully mehr als das Doppelte, was die DIN EN 1253 fordert.
In der Praxis bedeutet dies: Mehr Entwässerung mit weniger Gullys, also auch eine geringere Anzahl zu montierender Produkte und weniger Durchdringungen der Attika – ein Aspekt, der auch der Gebäudeästhetik zu gute kommt.
Gleichzeitig stellt das 600 mm lange Ablaufrohr den in den Flachdachrichtlinien geforderten Abstand von 300 mm zur Attika, beziehungsweise aufgehenden Bauteilen sicher. Die Ablaufrohre wurden ca. 30 – 40 mm oberhalb der Dacheinläufe in die Gefälledämmung eingebaut, um die erforderlichen Anstauhöhen zu erhalten.
Dachaufbau
Dem Totalabriss der alten Dachflächen folgte ein mustergültiger Dachaufbau durch die Strippel Bedachungs GmbH aus Karlsruhe. Zuerst wurde eine Dampfsperre als Kaltselbstklebebahn aufgebracht. Ihr folgte eine 200 mm PS-Gefällewärmedämmung. Mit dem Aufbringen der Kaltselbstklebeunterlagsbahn und der abschließenden hochwertigen, Kunststoff vergüteten und beschieferten Oberlagebahn war der Aufbau bereit für den Einbau der Attikagullys aus Edelstahl.
Regelkonform
Für jeden Attikagully wurden im Bereich der Attika Kernbohrungen vorgenommen, um die Durchdringung für das Rechteckrohr aus Edelstahl zu schaffen. Im fachregelkonformen Abstand, also 300 mm von der Attika entfernt, folgte nun das Ausklinken der Wärmedämmung. Nach Einbau der Dampfsperrplatte wurde der Rechteckgully eingelassen und an die Wärmedämmung angearbeitet.
Dank der flachen Bauweise des Attikagullys wurde die Wärmedämmung dabei kaum beeinträchtigt. Nun folgte das Eindichten des Gullys. Schnell war die Abdeckung mit einer weiteren Lage der Oberbelagsbahn, die im Bereich des Gullytopfes ausgeschnitten wurde, in Klemmflanschtechnik mit dem Gully sicher verschraubt. Zuletzt wurden die Schutzkappen auf die Schrauben gestülpt und der Rost in den Gully gelegt.
Weitere Informationen
Attikagullys bba 524
Architekturbüro: Michael Huxhold, Karlsruhe
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