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Historischer Breitwandblick

Neubau eines Museums in Hessen
Historischer Breitwandblick

2011 wurde das neue Keltenmuseum am hessischen Glauberg eröffnet. Es beherbergt archäologische Fundstücke der hier zuvor entdeckten keltischen Fürstengräber. Ein Panoramafenster setzt die Vergangenheit in Szene. Für die in Sonderformaten ausgeführte Verglasung wählten die Architekten ein spezielles Wärmedämmglas in Grau.

Der geschlossene, monolithische Baukörper wird den lichtempfindlichen Exponaten gerecht, der Besucher kann hier ganz in die Keltenwelt eintauchen. Höhepunkt der Ausstellung ist dabei das beeindruckend große, in dunklem Glas ausgeführte Panoramafenster: Es schützt die historischen Fundstücke und gibt zugleich den Blick frei auf den nahe gelegenen Grabhügel, der so zum eigentlichen Ausstellungsstück wird.

Die im Jahr 2000 entdeckten keltischen Fürstengräber auf dem Glauberg mit ihren vollständig erhaltenen Grabbeigaben, dem Kultbezirk und der zugehörigen Siedlung gehören heute zu den wichtigsten keltischen Fund- und Forschungsstätten Europas. Mit dem im letzten Mai eröffneten Museum haben die Architekten kadawittfeldarchitektur, Aachen, einen würdigen Rahmen für die Fundstücke geschaffen. Den unverwechselbaren Ort achtend, verzichtet die Architektur auf große Gesten und nimmt sich zugunsten der historisch geprägten Landschaft zurück. Als klar konturierter Baukörper fügt sich das Museum in die weite Landschaft ein. Halb im Hang verborgen richtet es sich zum Keltenhügel aus und lässt dabei bewusst den Grabhügel Hauptakteur sein.
Fassade mit Verglasung
Die kompakte Bauform und geringe Hüllfläche des Museums reduziert den Primärenergiebedarf . Die hinterlüftete Metallfassade aus großformatigen Cortenstahlplatten stellt energetisch einen optimalen Standard dar, schützt die Konstruktion dauerhaft und minimiert die Betriebskosten, da laufende Wartungskosten entfallen. Hochisolierende, recycelbare Baustoffe reduzieren den Aufwand zusätzlich, wobei auch die gewählte Wärmedämmverglasung Thermoplus S3 mit einem Ug-Wert von 1,1 W/m²K ein wichtiger Baustein des Energiekonzeptes ist.
Das Glas erfüllt über seine Wärmedämmung hinaus noch weitere wichtige Funktionen. Nach den Vorstellungen der Architekten sollte die große Glasfassade in der Ansicht Grauschwarz sein und den Ausstellungskörper farblich dezent betonen. Gleichzeitig sollte die Fassade den freien Blick auf den Kultbezirk zulassen. Zudem galt es, ein Glas zu finden, welches die Lichtdurchlässigkeit soweit reduziert, dass die hochempfindlichen keltischen Exponate im Innern des Museums zuverlässig geschützt werden. Und: Das Glas sollte einen guten sommerlichen Wärmeschutz bieten, absturzsichernd sein und den Einbruchschutz über eine Alarmgebung gewährleisten.
Die Lösung wurde in Abstimmung mit dem Objektberater der Flachglas MarkenKreis GmbH gefunden: die großformatigen Isoliergläser (2 150 mm x 4 676 mm) bestehen aus 8 mm ESG Grau (außen) und 12 mm VSG mit Wärmedämmbeschichtung. Die Anforderungen der Architekten konnten mit dieser Verglasung optimal realisiert werden: Das Grauglas erfüllt mit seinem geringen Reflexionsgrad die Wünsche der Architekten nach einer dunklen, fast schwarzen Optik. Die Großformate der Fassadengläser – ohne störende Rahmen- und Profilleisten – bieten ungetrübte Ausblicke in die Natur und erfüllen als Sicherheitsglas die nötigen Anforderungen an die Absturzsicherung. Die Kombination mit Delodur Alarm auf der Außenscheibe des Glasaufbaus gibt zusätzliche Sicherheit. Gefertigt wurden diese Spezialgläser durch die Flachglas Wernberg GmbH. Die Lichtdurchlässigkeit des Glases beträgt 34 % und der sommerliche Wärmeschutz konnte aufgrund der höheren Absorption des Glases mit einem g-Wert von 30 % erfüllt werden.
„Wir sind mit der Ausführung des Panoramafensters hoch zufrieden“, erläutert Oliver Venghaus Projektleiter bei kadawittfeldarchitektur. „Mit dem realisierten Glasaufbau konnten all unsere technischen und optischen Anforderungen gut erfüllt werden und letztendlich sogar auf die zuerst angedachte Sonnenschutzverglasung gänzlich verzichtet werden.“
Architekten: Projektleitung: Dipl.-Ing Architekt Oliver Venghaus (Gebäude), Dipl.- Ing. Architekt Benjamin Beckers (Ausstellungsarchitektur), kadawittfeldarchitektur, Aachen
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