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Stahlprofile für Glasfassade mit "Wow"-Effekt

Neubau eines Mischnutzungs-Gebäudes in München
DAM Preis 2021 für „Wow“-Effekt

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„Werk 12“ wurde mit dem DAM Preis 2021 ausgezeichnet. Die Jury würdigte das fünfstöckige Gebäude im Münchner Werksviertel unter anderem wegen seiner einfachen Form, der transparenten Fassaden und der Verwendung ehrlicher Materialien. Die niederländischen Architekten MVRDV haben ein spektakuläres Gebäude mit „Wow“-Effekt geschaffen. Bei Dunkelheit zeigt die Fassade – Stahlprofile und Glas – lautmalerische Ausrufe in allen Neonfarben.

Anforderung:

Außergewöhnliche Architektur mit feingliedriger Glasfassade

Lösung:

Stahlprofile für Fassade mit Ansichtsbreite von nur 50 mm, aber zwei unterschiedlichen Bautiefen


Anne Marie Ring, BAUtext Mediendienst München | be

Knödelgasse, Kartoffelgleis oder Zündappbogen: Die Straßennamen im Münchner Werksviertel zeugen von der Zeit, als Traditionsunternehmen wie Pfanni, Zündapp und Optimol das Gelände hinter dem Ostbahnhof prägten. In den 1970er-Jahren gaben diese und viele andere Betriebe den innerstädtischen Standort auf und in den verlassenen Industrie- und Gewerbehallen entwickelte sich der Kunstpark Ost. Ein vielfältiges Miteinander von Kunst, Kultur und Kneipen entstand.

Den Auftakt zur Transformation des ca. 8 ha großen Areals zu einem modernen urbanen Quartier setzte ein städtebaulicher Wettbewerb, der 2002 ausgelobt wurde. Rund zehn Jahre später wurde der Bebauungsplan aufgestellt: Mit einer Mischnutzung von 7 000 Arbeitsplätzen, 1 100 Wohnungen und Raum für ein breit gefächertes Kultur- und Freizeitangebot soll hier Münchens Zukunftsviertel entstehen. Jüngster Blickfang ist Deutschlands größtes mobiles Riesenrad, das vorübergehend den Platz für Münchens künftige Konzerthalle markiert.

Maximale Funktionsdauer vor maximaler Rendite

Inmitten dieses heterogenen baulichen Umfelds haben die Rotterdamer Architekten MVRDV das Werk 12 errichtet. Mit seiner einfachen Form, sparsamen Materialsprache und den transparenten Fassaden würde das fünfstöckige Gebäude an der Plaza kaum weiter auffallen – wären da nicht die breiten Terrassen, die jedes Stockwerk umgeben, und die Kaskadentreppen, die diese Terrassen miteinander verbinden. Auffälligstes Merkmal des Neubaus aber ist das lautmalerische Kunstwerk aus fetten Lettern, die vor der Fassade leuchten: AAHHH, OH und PUH steht da zu lesen, oder aber schlicht und einfach: WOW.

Den „Wow“-Effekt hat das Gebäude zweifelsfrei auf seiner Seite. „Mir ist wichtig, dass hier etwas Besonderes entsteht“, erläutert Bauherr Werner Eckart, Geschäftsführer der OTEC, in einem Videoclip zur Entwicklung des Werksviertels. Hinter dem Kürzel OTEC verbirgt sich die Stiftung Otto Eckart, die 1996 vom langjährigen Inhaber der Pfanni-Werke Konsul a.h. Otto Eckart ins Leben gerufen wurde. Die Stiftung betreibt auf dem Werksgelände das Kartoffelmuseum und Pfanni-Museum, fördert Kinder und Jugendliche und engagiert sich für Kunst, Kultur sowie den Umweltschutz.

Vor diesem Hintergrund ist kaum verwunderlich, dass der Bauherr beim Neubau von „Werk 12“ maximale Funktionsdauer vor maximale Rendite stellte – und sich ganz bewusst für den Einsatz von Stahlprofilen als Fassadenkonstruktion entschied, obwohl MVRDV Architekten die Gebäudehülle bereits in Aluminium geplant hatten.

Filigrane Stahlprofile-Glas-Fassade

Über das Münchner Partnerbüro von MVRDV, N-V-O Nuyken von Oefele Architekten BDA, kam das Bauvorhaben deshalb in Stahl zur Ausführung. Anspruch der Architekten war es, die Stahl-Glas-Konstruktion so reduziert wie möglich zu gestalten. Realisiert wurde sie mit dem Stahlprofilsystem VISS von Schüco Stahlsysteme Jansen, und zwar in einer Ansichtsbreite von nur 50 mm und zwei unterschiedlichen Bautiefen: In einem umlaufendem Rahmen von 120 mm Tiefe sitzen zwei Pfosten und, auf der Höhe von 3 m, ein Riegel, die nur 95 mm tief sind.

Als wäre es nicht schon schwierig genug, die unterschiedlichen Bautiefen zu einem Fassadenelement zu verbinden, musste in bestimmten Bereichen die zusätzliche Belastung der Betonkonstruktion durch die Kaskadentreppe berücksichtigt werden. In diesen Bereichen werden die auf die Stahl-Glasfassade auftreffenden Lasten über den Querriegel seitlich in die Betonkonstruktion abgetragen – ein statischer Ansatz, wie er nur mit  einem System aus Stahlprofilen möglich ist, weil die derart belasteten Riegel mit einem innen liegenden Stahlflach ertüchtigt werden können, ohne dass man außen etwas davon sieht.

Die auf allen Ebenen erforderlichen Fluchttüren, die auf die umlaufenden Terrassen münden und den Fluchtweg über die Kaskadentreppen sichern, sind gemäß dem Fassadenraster knapp 3 m hoch – also weitaus höher, als die DIN formuliert. Sie konnten mit dem Stahlprofil-System Janisol von Schüco Stahlsysteme Jansen unauffällig in die VISS Fassade integriert werden. Janisol ist für diese Höhe geprüft und zugelassen und wurde im Erdgeschoss zudem in der Widerstandsklasse RC2 ausgeführt. Eine Zulassung im Einzelfall war lediglich für die F30-Brandschutzverglasung aus Janisol 2 im ersten Obergeschoss des kalten Treppenhauses an der Nordostseite des Bauwerks erforderlich, da der Einbau vor Inkrafttreten der DIN EN 16034 (Produktnorm Feuerschutzabschlüsse) erfolgte.

Seither, das heißt seit dem 1.11.2019, gelten für Produkte im Bereich „Feuerschutz“ neue Anforderungen und neue Klassifizierungen, die Jansen in allen Bereichen seiner Feuerschutzabschlüsse erfüllt.

Multifunktionale Nutzung

Hauptmieter des Werk 12 ist das Fitnessstudio body + soul. In loftartiger Atmosphäre bietet das „Premium-Center in München“ auf drei Etagen Workout und Wellness einschließlich Höhentrainingskammern, High Tech Intervalltraining und ein 25 m langes Sportschwimmbecken. Im Poolbereich wurden die Stahlprofile vorbehandelt, um sie bestmöglich vor Korrosion zu schützen (Korrosivitätskategorie C4; in allen anderen Bereichen C3).

Im Erdgeschoss befinden sich gastronomische Betriebe; in die oberste Etage sind Audi-Experten für Design, E-Commerce und Mobilitätsdienste eingezogen. Übergroße Janisol Hebe-/Schiebetüren sowie ein Faltschiebetür-Stahlprofile-Element ermöglichen hier den nahtlosen Übergang von innen nach außen, sodass bei jedem Wetter inspirierende Perspektiven über die Stadt auf die nahen Alpen gegeben sind.


Stadterneuerungsprojekt auf ehemaligem Industriestandort: Werk 12, München

Bauherr: Werner Eckart, Geschäftsführer der OTEC

Architektur: MVRDV, Rotterdam, mit N-V-O Nuyken von Oefele Architekten BDA, München
http://www.mvrdv.nl/themes/11/germany
www.n-v-o.com/intro
Fassadenbau: Pazdera AG, Coburg

Brand- und Rauchschutzelemente: Werthie Michael Werner GmbH, Lutherstadt Eisleben


Bauherr Werner Eckart, Geschäftsführer der OTEC: „Mir ist wichtig, dass hier etwas Besonderes entsteht.“


Seit 1.11.2019 gelten für Produkte im Bereich „Feuerschutz“ neue Anforderungen und neue Klassifizierungen, die Jansen in allen Bereichen seiner Feuerschutzabschlüsse erfüllt.


Lesen Sie mehr zu

  • Brandschutz mit Stahlprofilsystemen in bba

www.hier.pro/bba0221_F90-Fassade-Antikglas

http://www.bba-online.de/fassaden

  • OTEC-Stiftung

www.ottoeckart.de


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