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Notwendigkeiten gestalterisch übersetzt

Neubau eines Wohnhauses in München
Notwendigkeiten gestalterisch übersetzt

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Ein eleganter Neubau in München macht mit einer geradlinigen Fassade auf sich aufmerksam, kombiniert aus Beton, Glas und WDVS. Die Architektin spricht sich für einen durchdachten Umgang von Dämm-Maßnahmen aus, so dass auch gestalterische Ansprüche zu ihrem Recht kommen.

Ludger Egen-Gödde (FV WDVS) | be

Obermenzing im Münchner Westen steht für stilvolle Eleganz beim Wohnen, die Herzog Johann Straße bietet dafür viele attraktive Beispiele. Das jüngste trägt den schlichten Kurztitel H4, kombiniert aus Straßenname und Hausnummer. Architektin Stephanie Berk und ihr Team realisierten hier anspruchsvolle, kreative und moderne Ideen nach dem Gestaltungsprinzip gebauter Individualität. Das gilt auch und gerade für die Fassaden dieses Neubaus.
Die geradlinige Formensprache und die mit Rücksprüngen, Terrassen, versetzten Glas- und Putzflächen abwechslungsreich gestaltete Fassaden lassen H4 von allen Seiten lebhaft und spannend wirken. Das Büro von Stephanie Berk arbeitet nach dem Leitspruch von Alvar Aalto: ‚Es gibt nur zwei Dinge in der Architektur: Menschlichkeit oder keine‘.
„Daher berücksichtigen wir bei jeder Mauer, jeder Quadratmeterzahl und jeder Raumaufteilung die Auswirkung auf das tägliche Leben“, erläutert die Architektin.
Die H4-Räume kreieren ein besonderes Ambiente, das Wohlbefinden fördert und Privatsphäre schützt. Die Grundrisse der sechs Wohnungen (Wohnflächen von 67 m² bis 177 m²) greifen diese Gedanken auf, sind gegeneinander versetzt, teilweise zweistöckig und „spiegeln die Individualität der Bewohner“, so die Architekten. Die Gemeinschaftsbereiche wirken durch ihre unaufdringliche und warme Ausleuchtung einladend und harmonisch.
Planungsprinzipien
Stephanie Berk erklärt ein weiteres Grundprinzip ihrer Planung: „Wir legen Wert auf Funktionalität auf höchstem technischem Niveau und verwenden ausschließlich Materialien, die sich durch Langlebigkeit und beste Verarbeitungseigenschaften auszeichnen.“ Was so sachlich klingt, erfährt durch die eigenwillige Kombination von Baustoffen und Materialien jene gestalterische Aufwertung, die den besonderen Charakter von H4 ausmacht.
Schon beim ersten Hinsehen dominieren die hohen Glasanteile der Fassade das Erscheinungsbild des Gebäudes. Die Idee der Architekten kombiniert Beton als Wandbildner mit vorgehängten, hinterlüfteten Glaselementen und einem Wärme-dämm-Verbundsystem (WDVS) zu einer technisch anspruchsvollen Fassadenkonstruktion, die so wohl nur an eben diesem Neubau möglich ist. Stephanie Berk: „Die Auswahl der Baustoffe und die Architektur hängen für uns unmittelbar zusammen. Beim H4 kam für die Außenwände nur Beton in Frage. Die Konstruktion mit Tiefgarage, Zufahrt, der Positionierung der sechs Wohnungen im Gebäude versetzt zueinander, teilweise zweistöckig und mit ihren jeweiligen Privatbereichen benötigt eine spezielle Statik, die sich nur mit Beton zu vertretbaren Kosten realisieren lässt.“
Den Anspruch höchst möglicher Energieeffizienz erfüllen die Planer an der Fassade trotzdem – durch entsprechend hochwertige Dreifachverglasung, Hinterlüftung der Glaselemente und durch Einsatz eines WDVS mit WLG 032. Inklusive der Beheizung mittels einer Grundwasserwärmepumpe ergab diese Konstellation im Endeffekt den angestrebten KfW 70-Standard und damit die Möglichkeit für die Käufer, staatliche Förderprogramme zu nutzen.
Außenwandkonstruktion
Auf einer anteiligen Fassadenfläche von 286 m² kam das WDVS Aqua Royal von Keimfarben mit den zugehörigen Komponenten zum Einsatz.
Die 16 cm dicken EPS-Dämmplatten wurden von unten nach oben dicht gestoßen im Verband gesetzt und im Wulst-Punkt-Verfahren angeklebt. Auch Fugendichtbänder an Fenstern und Türen sowie Gewebe-Eckwinkel
an den Gebäudeecken, Vor- und Rücksprüngen gehören zu diesem System.
Die gesamte Fassade wurde danach planeben geschliffen. Anschließend erfolgte der Auftrag von Armierungsmörtel und –gewebe sowie einem mineralischen System-Oberputz. Für den Schlussanstrich verwendete der Malerfachbetrieb eine Kieselsol-Silikatfarbe, die sich durch Langlebigkeit, geringere Schmutzanziehung, sehr geringen Wasseraufnahmewert und ein reduziertes Algenrisiko auszeichnet.
Im Sockelbereich wurde bis 5 cm oberhalb des Geländes und darunter überlappend mit der Perimeterdämmung auf den Putz bzw. die armierten Flächen ein spezieller Feuchteschutz (Indulastic von Keimfarben) aufgebracht.
Um den Brandschutzvorschriften zu entsprechen, ist in den Fassadenaufbau ein umlaufender Brandriegel aus je nach Lage 16 bis 18 cm dicken Mineralfaserplatten integriert.
Weitere Fassadenteile sind als vorgehängte hinterlüftete Konstruktion mit emaillierten schwarzen Gläsern ausgeführt. Zum Einsatz kamen an diesen Teilflächen mit Glasvlies kaschierte Resolharz-Dämmplatten (WLG 022), die verdübelt und armiert wurden.
Fazit
Die Materialauswahl für die Fassade setzt letztlich die konzeptionellen, statischen und energieeffizienten Vorgaben aus der Planung mit einer Kombination aus Beton, Glas und WDVS konsequent um. Stephanie Berk sieht den Einsatz von WDVS bei einem Neubau wie H4 auch als ein Stück Notwendigkeit an, begründet vor allem durch die EnEV auf der einen und eine möglichst hohe Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite.
„Man kann mit solchen Systemen Fassaden gestalten“, erläutert die Architektin, „es kommt auf eine intelligente Umsetzung an.“
Ihr Büro realisiert seit vielen Jahren auch erfolgreich Sanierungsprojekte: „Wir verwenden bei solchen Objekten je nach Gebäudebeschaffenheit und Fassadenaufbau zum Beispiel unterschiedliche Dämmstärken, akzentuieren die Oberflächenbeschichtungen entsprechend abwechslungsreich oder kombinieren wie hier beim H4 mit anderen Materialien.“
Architektin: Stephanie Berk, Architekturbüro Berk, München


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