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Neubau eines Verwaltungsgebäudes der Firma Eleq in Kerpen

Neubau eines Verwaltungsgebäudes der Firma Eleq in Kerpen
Spannungsreich transformiert

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Schon von weitem fällt das markante Verwaltungsgebäude in Kerpen auf. Wie ein überdimensionaler Kupferdraht umwickeln spezialeloxierte Metallbänder die Fassade und weisen auf den Produktionsschwerpunkt der Firma Eleq hin. Corporate Architecture par excellence entstand hier unter der Federführung der Architekten Andreas Michels und Stefan Badtke.

Dipl.-Ing. Claudia Närdemann

Der Spezialist für intelligente, elektrotechnische Anwendungen Eleq produziert Transformatoren, Messinstrumente und Anschlusstechnik. Da die räumlichen Kapazitäten des bereits in Kerpen ansässigen Unternehmens aufgrund des steigenden Auftragsvolumens nicht mehr ausreichten, sollte eine neue Produktionshalle mit Verwaltungsgebäude entstehen. Beauftragt wurde die Arbeitsgemeinschaft Michels Architekturbüro und Badtke Architektur.
Exponierte Lage
Bereits bei der Auswahl des Grundstückes waren die Architekten beteiligt. Dabei spielten mehrere Faktoren eine Rolle. Die zukünftigen Firmengebäude von Eleq sollten in der industriellen Gewerbelandschaft Kerpens einen prägnanten Punkt bilden und weithin sichtbar sein. Gewünscht waren außerdem die Nähe zum bestehenden Firmensitz im Sindorfer Gewerbegebiet sowie eine bestmögliche infrastrukturelle Anbindung. Auch eine nachhaltige Nutzbarkeit sollte gewährleistet sein, „damit das Grundstück auch in zehn Jahren noch ausreichend ist. Es muss mitwachsen können, etwa wenn die Ansprüche an Fläche oder Logistik in zehn Jahren steigen“, so Architekt Andreas Michels.
Die Entscheidung fiel schließlich für ein 10 000 m2 großes Grundstück im Gewerbegebiet Geilrather Feld, dessen exponierte Lage geradezu prädestiniert ist als neuer Standort von Eleq. Es erfüllt alle Bedingungen und bietet sowohl die Nähe zum bestehenden Betrieb als auch die gewünschte infrastrukturelle Anbindung mit nahegelegener Autobahnzufahrt.
Corporate Architecture
Auf der Basis einer Wirtschaftlichkeits- und Grundlagenanalyse entwickelte das Architekten-Team den Entwurf. Das rund 750 m2 umfassende Verwaltungsgebäude sollte sich gegenüber der 5 300 m2 großen Produktionshalle selbstbewusst behaupten können. Entstanden ist ein Gebäudekomplex, bei dem beide Baukörper Zusammengehörigkeit zeigen und dennoch über eine gestalterische Eigenständigkeit verfügen und einzeln wahrnehmbar sind.
Mit ihrer schlichten rechteckigen Kubatur präsentiert sich die Halle in klarem Industriedesign. Die Verwaltung wurde als vorgestelltes „Übereck“-Gebäude ausgeführt. Dabei ist der rechtwinklige Baukörper leicht verdreht angeordnet, was ihm zusätzliche Autonomie verleiht und die Halle mehr in den Hintergrund rücken lässt.
Absolutes Highlight des Entwurfes ist freilich die Gestaltung der Fassaden. Sie spiegeln das Herzstück der Produktion wider: Den Transformator. Ein Transformator besteht aus zwei oder mehreren Spulen, die mit Kupferdraht umwickelt sind. Dieses Bild wollten die Architekten auf die Fassaden des Verwaltungsgebäudes projizierten und damit den Kern des Unternehmens visualisieren. Mit viel Fingerspitzengefühl und 1 500 m Aluminiumstrang-Profilen gelang es ihnen, eine abstrahierte, dreidimensionale Version eines Transformators zu schaffen und damit ein Gebäude mit einzigartiger Signalwirkung.
Wie überdimensionale „Drähte“ umkreisen die kupferfarbenen Metallbänder den Verwaltungsbau vor der eigentlichen Fassade. Unregelmäßige Abstände, auch an den frei schwebenden Ecken, betonen den „Wickelcharakter“ und verstärken die plastische Wirkung. Auch im Inneren zeigen die Aluminium-Bänder Präsenz. Ihre Schatten zeichnen sich auf dem Fußboden ab und erinnern an Schnittmusterbögen. Dabei wurden die Bänder in Augenhöhe in größeren Abständen montiert, um eine ausreichende Belichtung nach innen und Weitblick nach außen zu gewähren.
Von weitem präsentiert sich das Verwaltungsgebäude äußerst spannungsvoll und vielschichtig. Je nach Blickwinkel und Sonnenstand erscheinen dem Betrachter immer wieder neue Glanzlichter auf den Aluminium-Bändern, was die Fassade zu einem lebendigen, unverwechselbaren Blickfang werden lässt. Mit Corporate Architecture gelang es den Architekten, den neuen Produktionsstandort zum architektonischen Aushängeschild für Eleq zu machen.
Wickelfassade
Die Ausführung der Fassade erfolgte durch die SSB System-Hallenbau, deren Schwerpunkt im Gewerbe- und Industriebau liegt. In Zusammenarbeit mit den Architekten Michels und Badtke brachte das Unternehmen seine handwerkliche Kompetenz ein. Und die war Voraussetzung für das Montieren der komplizierten „Umwickelung“.
Rund 1 500 m Aluminiumstrang-Rohrprofile von Mecu-Metallhalbzeuge wurden hier verbaut. Besonderen Wert legten Architekten und Bauherren auf den richtigen Kupferfarbton. Sie wählten schließlich die Spezialeloxierung „Eloxal Orange, Sandalor E6/S130–2“, die einen satten Farbton mit reichem Farbspektrum an Reflektionen ergibt. Die 6 m langen Rohrprofile, 40 x 120 mm, wurden im Werk eloxiert und anschließend auf die Baustelle geliefert. Auf eine Unterkonstruktion aus Rechteckprofilen erfolgte die Montage. Mit 600 mm Abstand ist die Unterkonstruktion vor der Glasfassade der Verwaltungsräume befestigt. Über zwei Winkel sind die Rechteckprofile an der Stahlbetondecke des Obergeschosses fixiert. In einem Achsmaß von 2,50 m verteilen sie sich um das Gebäude auf Einzelfundamten.
Für die gewünschte Plastizität sollten sich die Profile „kreuzen“ können, ohne geschnitten zu werden. Um das zu erreichen, wurden vier Ebenen vorgesehen: Die Profile laufen in ihrer Ebene an den anderen Profilen vorbei und in unterschiedlichen Winkeln um die Fassade, so als würde man Kupferdraht um eine Spule wickeln. Damit die Ecken frei „schweben“, wurde hier bewusst auf eine Unterkonstruktion verzichtet.
In den Bereichen der Eingangstür und der Außenterrasse durchbrechen Rahmen aus „Alucobond“ die Wickelfassade. „Alucobond“ von 3A Composites ist eine Verbundplatte, die aus zwei Aluminium-Deckblechen mit einem mineralischen Kern besteht. Die gute Verformbarkeit der Platte steht nicht im Widerspruch zur Stabilität, die durch die hohe Biegesteifigkeit gewährleistet wird.
Sonnenschutz bieten „Warema Raffstoren“ in der Ausführung „E 80 A2“ mit 80 mm randgebörtelten Lamellen. Die filigranen Raffstoren betonen zusammen mit den kupferfarbenen Metallbändern die Horizontale der Fassade und fügen sich gestalterisch in die Architektur des Gebäudes ein.
Mit ihrem Entwurf schafften es die Architekten, den in der Relation zur Halle kleinen Verwaltungsbau architektonisch ganz groß rauszubringen. Sie machten aus dem 750 m2 Gebäude optisch das, was es auch inhaltlich verkörpert: den Dreh- und Angelpunkt eines innovativen Unternehmens, das mit seinem neuen Firmensitz ein sichtbares Zeichen für die Kompetenz hinsichtlich seiner Produkte und seiner Philosophie setzen will.
Dipl.-Ing. Stefan Badtke: „Die Fassade kommuniziert nicht nur das Innere nach außen, sondern auch das Äußere nach innen“.
Architekten:
Michels Architekturbüro, Köln, Berlin
Badtke Architektur, Bergisch Gladbach


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