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Keramisch geprägt

Konferenz- und Bildungszentrum des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle
Keramisch geprägt

Unter dem Namen „Leipziger Kubus“ ist das Konferenz- und Bildungszentrum des UFZ, Umweltforschungszentrums, Leipzig-Halle bekannt. Der in den Jahren 2002 bis 2004 errichtete Neubau ergänzt den Leipziger Forschungsstandort „Wissenschaftspark Permoserstraße“ um attraktive Räume für nationale und internationale Tagungen, Ausstellungen, Seminarräume, ein PC-Kabinett und ein Schülerlabor, die angemietet werden können.

Das Konferenz- und Bildungszentrum will mit seinem vielseitigen Programm den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken, denn nach Ansicht des UFZ sei nur eine informierte und wissende Öffentlichkeit in der Lage, sich über Wissenschaft, Forschung und Technologien eine Meinung zu bilden und auch der Politik den notwendigen Rückhalt für ihre Entscheidungen zu geben.
Historie
Das Gelände des UFZ in Leipzig, im Dreieck der Torgauer und Permoserstraße gelegen, dient seit mehr als 100 Jahren als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Seine Bauten lassen noch heute einen Blick in die Architekturentwicklung von den späten Dreißiger- bis zur Mitte der Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts zu und werden als Flächendenkmal durch die Denkmalpfleger der Stadt Leipzig betreut.
Bis 1945 befanden sich hier die Industrieanlagen der Hasag AG, die zunächst Petroleum- und Gasglühlampen herstellte und ab 1939 ausschließlich für die Wehrmacht produzierte. Sie wurde wegen der an KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern verübten Verbrechen liquidiert. Erhalten blieb das spätere Hauptgebäude des UFZ, ein Ziegelbau im neoklassizistischen Stil.
Für die Formensprache der Architektur in den Fünfziger- und Sechzigerjahren stehen die Gebäude der ehemaligen Institute für angewandte Radioaktivität (1956–1959, Architekten Berthold und Lothar Schneider) und für stabile Isotope mit seinem charakteristischen Turm (in zwei Bauabschnitten 1959–1964, Architekten Berthold Schneider und Lothar Mothes) sowie das Kultur- und Sozialgebäude (1954), die für die Akademie der Wissenschaften der DDR am Standort Leipzig errichtet worden waren. Die Institutsgebäude dienen heute dem Department Analytik des UFZ sowie den Departements Chemische Ökotoxikologie, Expositionsforschung, Epidemiologie und Umweltimmunologie des UFZ.
Die Fassaden beider Institutsgebäude und des Turms werden in unterschiedlicher Weise durch ziegelverblendete Wandflächen und Füllungen bzw. Fassadenkeramik geprägt.
Hülle aus Keramik
Die Fassaden des Leipziger Kubus sind rundum mit keramischen Platten bedeckt. Es handelt sich um Fassadenkeramik des Giessener Unternehmens Gail GmbH Architektur Keramik, welches für das Gebäude exklusiv eine cremefarbene und eine dunkelgraue Fliese im Format 29,0 x 11,5 cm sowie eine Schenkelfliese für die Fensterlaibungen herstellte. Unter der keramischen Hülle befinden sich Fassadenverbundelemente, die an ihrer äußeren Oberfläche mit einem 1,5 cm dicken, mit Glasfasergewebe armierten Zementputz beschichtet sind.
Der Kubus ist im Fliesenmaß geplant worden. Es sollte nach Möglichkeit keine Fliese geschnitten werden. Leider sei dieses planerische Konzept nicht vollständig aufgegangen, wie der ausführende Handwerksbetrieb Fliesen und Kaminbau V. Falck aus Zwickau berichtet. Rohbautoleranzen hätten die Verwirklichung dieser anspruchsvollen Idee ins Wanken gebracht. Und Dr. Bäse, der verantwortliche Leiter der Bauabteilung des UFZ ergänzt: „Die Planung der keramischen Fassade musste sehr früh erfolgen. Die Vorstellung eines Hauses im Fliesenmaß ließ sich unter realen Bedingungen nicht verwirklichen.“
Also habe man sich, wirksam unterstützt durch den technischen Service des Herstellers der Fassadenverbundelemente, etwas einfallen lassen: Dass es in der Fassade glücklichen Endes fast keine geschnittenen Fliesen gebe, verdanke man der Anpassung der Fugenanzahl und -breite innerhalb üblicher Toleranzen und einer gut versteckten Bewegungsfuge.
Systemprodukte
Zur Verlegung der keramischen Platten war ein Verlegemörtel mit ausgezeichnetem Haftspektrum, überdurchschnittlicher Standfestigkeit und langer Verarbeitungszeit gefordert. Man entschied sich für den Flexmörtel PCI Nanolight.
Nach der Grundierung des Unterputzes mit PCI Gisogrund wurden die keramischen Platten im Buttering-Floating-Verfahren angesetzt und ihre Fugen mit PCI Flexfug geschlossen. Für die Bewegungsfugen setzte man PCI Elritan 100 ein.
Die Haft- und Schutzgrundierung PCI Gisogrund eignet sich zum feuchtigkeitsbremsenden Verfestigen von Oberflächen und sorgt für einen sicheren Verbund zwischen Untergrund und Mörtel. Eine die Nanotechnologie nutzende Leicht-Füllstoffbindemittelkombination ist das Geheimnis hinter den im praktischen Alltag geschätzten Eigenschaften des variablen Flexmörtels PCI Nanolight.
Und der flexibilisierte Fugenmörtel PCI Flexfug ist als wasserundurchlässiger und frostbeständiger Fugenmörtel für die Anwendung im Fassadenbereich prädestiniert. Bereits nach einer Stunde Aushärtezeit sind die Fugen regenfest und nach etwa sieben Tagen wasserundurchlässig.
Zum elastischen Abdichten von Bewegungsfugen im Hochbau gibt es den Polyurethan-Dichtstoff PCI Elritan 100 im Fundus der PCI-Systemprodukte. Hier sichert die hohe Dehnfähigkeit des Materials – bis 25 Prozent der Fugenbreite – und seine sichere Haftung an den Fugenflanken auf praktisch allen Untergründen eine langlebige sichere Abdichtung.
Weitere Informationen
Fliesenmörtel bba 514
Planer: planteam West Köln Bauleitung: Architekten Martin & Partner
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