Startseite » Fassaden »

Begrünung an Wartehäuschen in der Stadt

Vertikalbegrünung von Wartehäuschen in Frankfurt am Main
Bienenfreundliches Warten

Infoservice
Sie können folgende Produkt-Informationen der im Beitrag erwähnten Hersteller über den Infoservice kostenfrei anfordern:Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Möglichst viele Wartehäuschen des ÖPNV sollen in Frankfurt am Main mit Dach-Begrünung versehen werden. An der Haltestelle Börneplatz ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) noch einen Schritt weiter gegangen: In einem Modellprojekt erhielten die Wände des Wartehäuschens eine beidseitige Vertikal-Begrünung.

Anforderung:

Naturnahe Orte zur Verbesserung des Mikroklimas in der Stadt

Lösung:

Wartehäuschen von Bus und Bahn mit Vertikal-Begrünung bepflanzen


Als die niederländische Stadt Utrecht 2019 einen Großteil der Dächer von Wartehäuschen an Bus- und Bahnhaltestellen mit Sedum-Pflanzen begrünen ließ, war die Begeisterung nicht nur bei der dortigen Bevölkerung groß, europaweit wurde in den Medien ausführlich darüber berichtet. Das zeigt, wie groß die Sehnsucht der Menschen nach mehr lebendigem Grün in den Metropolen ist – seien die Flächen noch so klein und außergewöhnlich. Und tatsächlich zählt ja jeder Quadratmeter, wenn es darum geht, das Mikroklima zu verbessern, Feinstaubpartikel zu binden und Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge im urbanen Raum Nahrungsquellen zu bieten. Dem Beispiel von Utrecht folgten deshalb weitere Städte wie Graz, Wien und Leipzig.

Modellprojekt mit Vertikal-Begrünung

Auch in Frankfurt am Main plant man in den kommenden Jahren möglichst viele Wartehäuschen mit Dachbegrünung zu versehen. An der Haltestelle Börneplatz ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sogar noch einen Schritt weiter gegangen: In einem Modellprojekt erhielten die Wände des Wartehäuschens eine beidseitige Vertikal-Begrünung.

Die Gestaltung der Frankfurter Haltestelle Börneplatz hat nicht nur die zahlreichen positiven Effekte der Dach-Begrünungen – sie kann darüber hinaus einen weiteren entscheidenden Pluspunkt für sich verbuchen: Die Bepflanzung ist nicht irgendwo über den Köpfen der Menschen, sondern direkt im Blickfeld und damit tatsächlich hautnah erfahrbar.

Beim Warten auf die Straßenbahn wird den Fahrgästen ein Aufenthaltsort mit besonderer Atmosphäre und Qualität geboten. Und das wirkt sich sowohl positiv auf die Kundenzufriedenheit als auch auf das Image des ÖPNV einer Stadt aus, der mit solchen Projekten zeigen kann, wie wichtig er die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit nimmt. Nicht zuletzt hat sicherlich auch die Tatsache, dass Graffiti-Schmierereien und Scratching-Verunstaltungen auf den begrünten Flächen kaum möglich sind, die VGF zu diesem Modellversuch bewegt.

Dauerhaft, modular und flexibel

An der Haltestelle am Börneplatz kam das modulare Begrünungssystem „Helix Biomura“ zum Einsatz, welches in Deutschland exklusiv von der Helix Pflanzensysteme GmbH aus Baden-Württemberg vertrieben wird. Das System kann an jede bauliche Gegebenheit flexibel angepasst werden und hat sich seit Jahren für die dauerhafte Fassaden-Begrünung an den unterschiedlichsten Standorten bewährt.

Die Pflanzen stehen in Kassetten aus recyceltem Kunststoff und wurzeln in einer anorganischen Mineralwolle mit sehr niedrigem Trockengewicht. Die Arten und Sorten können im Vorfeld vom Auftraggeber ganz nach individuellen Vorlieben aus einem breiten Sortiment ausgewählt werden – sogar besondere Farb- und Pflanzkonzepte lassen sich erstellen. Die meisten der angebotenen Gewächse sind auch im Winter grün, so dass die Fläche selbst in der kalten Jahreszeit abwechslungsreich und interessant bleibt.

Konkret umgesetzt

In Frankfurt hat man sich für Gräser und den rosa blühenden Storchschnabel entschieden. Sie wurden in der Gärtnerei rund zwölf Wochen lang direkt in den Kassetten vorgezogen. So konnte sichergestellt werden, dass sich bei der Neugestaltung des Wartebereichs bereits ein ansehnliches, geschlossenes grünes Pflanzenbild zeigte. Um den festen Halt an der Wand des Häuschens zu gewährleisten, mussten vorhandene Glasscheiben entfernt und stattdessen Trägerplatten als Unterkonstruktion eingesetzt werden.

Für die bedarfsgerechte Nährstoff- und Wasserversorgung der Pflanzen sorgt beim Begrünungssystem Helix Biomura eine integrierte, smarte Technik. Daher sind sowohl ein Wasser- als auch ein Stromanschluss notwendige Voraussetzung bei der Anbringung. Besteht die Möglichkeit, Regenwasser in einem Reservoir zu sammeln, kann dies dem automatischen Versorgungssystem zusätzlich zugeführt werden. Damit das gepflegte Erscheinungsbild der grünen Wände auf Dauer garantiert ist, übernimmt der Systemanbieter auf Wunsch die regelmäßige Kontrolle der Pflanzenvitalität, den Schnitt sowie die Online-Fernüberwachung der Technik.


Unterschied zwischen boden- und wandgebundener Fassaden-Begrünung

Die traditionellen bodengebunden Begrünungen erfolgen an der fertigen Außenwand je nach Klettermodus mit oder ohne Kletterhilfe. Die verwendeten Pflanzen sind „Kletterpflanzen“ mit direkter Verbindung zum gewachsenen Boden. Die Wasser- und Nährstoffversorgung findet in der Regel über natürliche Einträge statt. Regelmäßige fachgerechte Pflege ist notwendig, jedoch in geringerem Maße als bei fassadengebundenen Begrünungssystemen.

Fassadengebundene Begrünungssysteme bilden i.d.R. die Fassade der Außenwand und ersetzen hier andere Materialien wie Glas, Faserzement, Metalle etc. Sie benötigen keinen Bodenanschluss und eignen sich daher besonders für innerstädtische Bereiche. Sie zeichnen sich durch sofortige Wirksamkeit, große Gestaltungsspielräume („vertikale Gärten“) sowie ein großes Spektrum verwendbarer Pflanzen aus.

Die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen erfolgt über eine automatische Anlage. Der Aufwand für Pflege und Wartung ist von der Art der Gestaltung und dem verwendeten System abhängig, insgesamt aber höher als bei bodengebundenen Begrünungen.

Die Beratung erfolgt durch Mitglieder der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V.



Mehr zum Thema Fassaden


Hersteller
Weitere bba-Artikel und Produkt-Informationen finden Sie in den Herstellerprofilen:
Infoservice
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
MeistgelesenNeueste Artikel
Software-Einsatz im Planungsbüro Hüllmann – Architekten & Ingenieure in Delbrück
Strategische Bedeutung

Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum bba-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des bba-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de