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Aufgeräumte Vielfalt

Neubau der Reblandhalle für Kultur und Sport in Neckarwestheim
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Wenn ein Ort mit nur knapp 3 500 Einwohnern eine große, neue Kulturhalle baut, dann wirkt dies auf den ersten Blick etwas überzogen oder gar abwegig. Betrachtet man jedoch den Neubau der Reblandhalle und das entsprechende Umfeld von Neckarwestheim genauer, erhält die Investition von über 16 Millionen Euro eine gewisse Logik und Berechtigung. Das große Einzugsgebiet, die Kombination aus Vereinsräumlichkeiten und Veranstaltungshalle sowie die Bedeutung des Ortes in der Nähe von Heilbronn sind Erklärung für den Entwurf von BKT Architekten.

Dipl. Ing. Marc Nagel | jo

Nähert man sich Neckarwestheim, dann fällt das auf, was den Ort bekannter gemacht hat als die vielen anderen Dinge, für die man hier eigentlich eher gerne stehen würde. Östlich der Gemeinde erhebt sich ein großer Kühlturm und weist auf das hin, was kein Ort gerne vor der eigenen Haustüre hat: Ein Kernkraftwerk. Doch würde man das alleine stehen lassen, so würde man Neckarwestheim nicht gerecht werden. Denn ebenfalls in der direkten Umgebung befindet sich auch das Schloss Liebenstein im Süden der Gemeinde. Es ist ein mittelalterliches Ensemble, das heute als Hotel und Golf-Club genutzt wird – ein durchaus spannendes Umfeld, in dem sich die Ortschaft befindet.
Am östlichen Ortsrand, an der ebenfalls direkt am Kernkraftwerk vorbei führenden K2081, steht seit ein weiteres, markantes Gebäude. Mit der Reblandhalle wurde eine große Kulturhalle an den Ortsrand platziert und markiert hier den Eingang in die Gemeinde. Über die vorgelagerten Sportplätze hinweg betrachtet bildet sich ein Gebäude aus, dessen steinerner Aufsatz ebenso ins Auge sticht wie die lange Glasfassade. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man auch das Sockelgeschoss des Gebäudes. Überhaupt: Näheres Hinsehen ist bei diesem Bau wichtig, zu komplex ist die Kubatur, als dass man sie mit einem flüchtigen Blick erfassen könnte.
Stein, Glas und Putz
Beginnen wir mit dem Hauptkörper. Bei ihm handelt es sich um einen großen Quader mit einer markanten Natursteinfassade. Er beherbergt die Kulturhalle, die von der Gemeinde genutzt und verwaltet wird. Hier finden Konzerte statt, werden Theaterabende veranstaltet oder können Vereine ihre Veranstaltungen durchführen. Ein Ort für das Kulturleben der Gemeinde und der vielen Menschen, die um Neckarwestheim herum leben. Denn das Einzugsgebiet reicht bis Heilbronn im Norden und umfasst viele der umgebenden Dörfer. Daneben ist die Reblandhalle auch Heimat von einigen örtlichen Vereinen. So ist der Hallenneubau auch unter der Woche ein lebendiger Ort. Die verschiedenen Funktionsbereiche sind auch baulich voneinander zu unterscheiden und führen zu der komplexen Kubatur. Der Kultursaal befindet sich hinter einer Natursteinfassade. Die Fassade aus Crailsheimer Muschelkalk in Calcitgelb von den schön+hippelein GmbH & Co. KG Natursteinwerken wirkt heiter und warm. Der gelblich-beige Farbton nimmt der Fassade die Härte, und der Verzicht auf ein uniformes und strenges Verlegemuster verleiht ihr Lebendigkeit. Das Raster ist so aufgebaut, dass alle vertikalen Fugen zueinander parallel von der unteren bis zur oberen Kante des Baukörpers in einer Linie verlaufen, während die horizontalen Fugen variieren. Sie verspringen in der Höhe, was durch unterschiedliche Plattenformate erreicht wird. Verwendung fanden Platten mit einer Breite von 133 cm und den Höhen 25 cm, 50 cm, 75 cm sowie 100 cm.
Dem großen Steinquader angeschlossen ist ein langer Riegel, der mit einer großen Glasfassade einen klaren Kontrast zum Saalbau bildet. Hier befindet sich das Foyer sowie die Vereinsgastronomie der Sportfreunde Neckarwestheim. Ergänzt wird dieser Baukörper von weiteren, meist eingeschossigen Bauten, die um den Steinquader gruppiert wurden und die Nutzräume für Verein und den Saal beherbergen. Sie sind mit Putzfassaden von den übrigen Bereichen optisch getrennt.
Zeitgemäße Erscheinung
Dert Riegel bildet zusammen mit dem Quader ein deutliches L und flankiert den angrenzenden Sportplatz. Von hier aus wird seine Dimension sehr gut einsehbar. Der lange Baukörper erhebt sich über zwei Geschosse und besteht aus einer Glasfassade, die von einem Flachdach sowie einem Zuschauerbalkon zum Sportplatz hin begrenzt wird. Dieses „Sandwich“ liegt auf einem eingeschossigen Sockel auf, der den Zugang zum Sportplatz ermöglicht und die wichtigsten Funktionsräume für die Sportler beherbergt.
In diesem Glasbau ist die hochwertig ausgestattete Gastronomie des Sportvereins sowie das Foyer untergebracht. Die Glasfassade des Riegels wurde mit einer Pfosten-Riegel-Fassade des Systems Woschko Exact 50 Al (Aluminium) von der Woschko Winlite GmbH realisiert. Durch die Verwendung der schlanken Konstruktion in Kombination mit Scheibenformaten von 4,30 m x 1,30 m konnte ein filigranes und sehr transparentes Erscheinungsbild realisiert werden. Alle Gläser führte man mit Isolar Solarlux-Gläsern aus. Diese verhindern einen zu hohen Wärmeeintrag bei Sonneneinstrahlung und erlauben zudem eine ausreichende Lichttransmission in die Innenräume. Sie verfügen mit einem Ug-Wert von 0,8 W/m2K auch über einen guten Wärmeschutz. Die Zugänge setzten die Planer mit 70 mm tiefen Türelementen von Schüco um. Die Schüco ADS 70HD.HI Türen sind für die Verwendung in stark frequentierten Bereichen ausgelegt. Enorme Robustheit und eine Frequentierung von bis zu einer Million sind für Dauerbelastungen, wie sie hier vorkommen, ausgelegt.
Innenräume
Um ins Gebäude zu gelangen, hat man die Möglichkeit, die Eingänge über den Besucherbalkon oder den Haupteingang zu nutzen. Er wird durch ein frei über dem Eingang gespanntes Vordach definiert, das als Dach des gläsernen Riegels weitergeführt wird. Es liegt im Eingangsbereich auf dünnen, filigranen Pfosten auf und fasst Foyer-Vorbau und Riegel zu einer Einheit.
Innen angelangt, fällt ein weiteres Detail positiv ins Auge. Der Steinboden im Foyer wurde ebenfalls mit Crailsheimer Muschelkalk in Calcitgelb realisiert. Zudem nahmen die Architekten von BKT auch das Fugenbild der Fassade auf. Die parallel zur langen Fassade des Glasriegels verlaufenden Fugen wurden durchgehend gestaltet, während die Querfugen erneut wechseln. Dies wurde wieder durch die in der Höhe unterschiedlichen Plattenformate erreicht. Platten mit einer Breite von 133 cm und den Höhen 25 cm, 50 cm, 75 cm sowie 100 cm kamen zum Einsatz. Neben Foyer, Restaurant, Übungsräumen, einer Kegelbahn, Schießstand sowie weiteren Nebenräumen dominiert natürlich der große Saal den Neubau. Hier findet sich eine große Bühne sowie eine helle und dennoch warme Holzverkleidung. Diese von der Firma Weibrecht Consult aus Bad Endorf ausgeführte Wandverkleidung wurde aus MDF B1 Resopal HPL 445760 Platten mit Buche-Dekor erstellt. Die strapazierfähigen Wandplatten sind für den Objekteinsatz prädestiniert. Versehen wurden sie mit einer Akustiklochung Mikropor 1,2/8/8, um die Akustik im Saal positiv zu beeinflussen. Hierzu dient auch das Deckensegel aus Sto Silent Paneelen mit einer Sto Silent Superfein-Beschichtung. Die Paneele aus Blähglasgranulat sorgen in Kombination mit der schalldurchlässigen Silikat-Akustikbeschichtung Superfein für eine gute Schallabsorption sowie eine gute Schalldiffusion. Befestigt wurden die Paneele mit der Unterkonstruktion Knauf System D112.
Licht und Raum
Doch nicht nur dank der hellen Decke und der Wandverkleidung wirkt der Saal einladend und offen. Auch die gelungene Proportionalität des Raums sowie die Öffnung nach außen machen ihn zu einem positiven Beispiel für Veranstaltungsräume. Die Öffnung erfolgt durch eine Glasfassade, die Licht in den Saal lässt und Blickbeziehung nach außen möglich macht. Die Structural-Glazing-Fassade wurde dabei auch mit Profilen von Woschko realisiert. Das System Woschko Exact 50 Stahl/Alu leistet auch hier gute Dienste, da erneut eine transparente und filigrane Fläche entstand.
Transparenz ist eines der Haupt-Merkmale der Halle in Neckarwestheim. Immer wieder ist es in dem komplexen Bau mit seinen einzelnen Elementen möglich, nach außen zu blicken und sich so zu verorten.
Überhaupt entspricht dieser Neubau sehr viel mehr dem Selbstverständnis dieser Ortschaft als der ungeliebte Nachbar. Eine elegante Mischung aus Steinfassade und Glaselementen, eine spannende und abwechslungsreiche Kubatur und die Einbindung in die vorhandene Geländekante machen aus dem Projekt ein gelungenes Beispiel. Die vielen bisherigen Veranstaltungen zeigen deutlich, dass hier tatsächlich Bedarf für einer Halle für Sportaktivitäten und das Kulturleben der Gemeinde Neckarwestheim und der vielen umgebenden Ortschaften besteht.
Markus Happold, BKT Architekten: „Das Gebäude soll am Ortseingang von Neckarwestheim ein Zeichen setzen, einen städtebaulichen Akzent bilden. Die sorgfältig zueinander angeordneten inneren Funktionsbereiche nehmen intensiven Bezug zur Landschaft auf und berücksichtigen wichtige Sichtachsen wie zum Schloss oder zum vorgelagerten Spielfeld.“
Architekten: BKT – Bechler Krummlauf Teske Architekten BDA, Architektengesellschaft mbH, Heilbronn


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