Neubau eines Bürohochhauses in Frankfurt am Main

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Ein zeichenhaftes Gebäude sollte entstehen, das komplexe nutzungsspezifische Anforderungen bewältigt und in kurzer Bauzeit zu realisieren war. Zudem stellte die Nähe zum Frankfurter Flughafen aus gebäudetechnischer Sicht eine planerische Herausforderung dar. Lärmschutz und erhöhte Sicherheit stecken in innovativen Fassadenlösungen des Bürogebäudes.

Dipl.-Ing. Nikolai Ziegler | be

Für das Gebiet des Frankfurter Flughafens gilt das Bürohochhaus Alpha Rotex als Orientierungszeichen. Mit einer Höhe von 67,60 m überragt der Bau selbst den Tower des Flughafens. Seinen Standort hat Alpha Rotex im neu gegründeten Stadtgebiet Gateway Gardens. Dieses befindet sich nordwestlich des Frankfurter Kreuzes und wird von den Bundesautobahnen A3 und A5 sowie der B43 umgrenzt. Mit Aufgabe der US-amerikanischen Nutzung dieser Fläche setzte die Planung eines neuen Stadtteils ein, der bis 2021 fertig gestellt sein soll. Aufgrund der Lage erscheint die Erschließung des Areals besonders günstig. Neben dem naheliegenden Autobahnkreuz, dem Flughafen sowie der Nähe zur ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Köln und einem S-Bahnhof eignet sich der Standort besonders für Unternehmen.
Nach Typologie und Funktion getrennt, besteht das neue Stadtareal aus verschiedenen Quartieren. Im westlich angeordneten Quartier setzt Alpha Rotex einen ausdrucksvollen Akzent. Erste Überlegungen zur Bebauung leitete das Büro Jo. Franzke Architekten 2006 ein. Ab 2011 wurde mit dem Hauptmieter DB Schenker die Planung aufgenommen. Nach der Grundsteinlegung im März 2012 konnte das Gebäude in einer Bauzeit von 18 Monaten realisiert werden.
Konzept und Entwurf
Alpha Rotex bildet den Auftakt zum Quartier Alpha und markiert das Ende einer städtebaulichen Achse, die sich aus dem Gesamtareal entwickelt. Die dominante Solitärlage des Grundstücks zeigte sich geeignet für einen hoch aufragenden Bau.
„Alpha Rotex erhielt seinen Namen aufgrund seiner spezifischen Grundrissgeometrie. Von oben betrachtet sieht das Hochhaus wie ein Rotor aus. Drei in einem Winkel von 120 Grad angeordnete Gebäudeflügel scheinen sich um einen zentralen Kern zu drehen“, erklären die Architekten.
Im ausgearbeiteten Grundriss stellen sich neben den drei eigenständigen Flügeln drei Zwischensegmente für Freiflächen dar. Auf Höhe des achten Obergeschosses spiegelt sich die Grundrissfigur, was eine Verlagerung der Flügel- und Freiflächen bewirkt. Im Aufriss erscheinen diese insgesamt sechs Zwischensegmente neben einer Eingangshalle als Freiluft- und Wintergärten. Sowohl die Halle als auch die Wintergärten erstrecken sich jeweils auf eine Höhe von je 30 m und lassen sich von jeder der acht angrenzenden Etagen aus über Balkone betreten.
Die jeweiligen Gebäudeflügel sind als autarke Einheiten nutzbar. Jede dieser Baugruppen enthält eine separate Kernzone mit Sicherheitstreppenraum, Nebenräumen und Technikzone. Gegenüber konventionellen, rechteckig geplanten Hochhausgrundrissen bietet der Grundriss von Alpha Rotex den Vorteil, aufgrund eines zentralen Gebäudekerns die freistehenden Gebäuderiegel auf kurzen Wegen anzubinden. Dadurch ließen sich Arbeitsbereiche so anordnen, dass nicht nur angenehme Lichtverhältnisse herrschen, sondern von den Büroflächen aus direkte Ausblicke auf die Umgebung möglich sind. Je nach Standort in den Bürobereichen sieht man den benachbarten Höhenzug des Taunus, die Skyline der Stadt Frankfurt oder den Flughafen. Die Büroeinheiten sind flexibel als Großraum- oder Zellenbüro einzurichten.
Fassade
Nicht nur seine Kubatur, auch dessen Fassadenarchitektur charakterisieren das Bürohochhaus.
„Wer sich Alpha Rotex nähert, wird von der auffälligen Gestaltung der Fassade in den Bann gezogen. Sie wirkt durch ihre großzügige Verglasung einladend und offen, ihre strenge, klare Gliederung gibt dem Gebäude zugleich einen sachlichen und pragmatischen Charakter, wie er einem modernen und zukunftsfähigen Bürogebäude gut ansteht“, verdeutlichen die Architekten.
Bandartig gegliedert entspricht die in Skelettbauweise errichtete Fassade einem Raster von 1,25 m. Dabei setzt sich die Hülle aus Brüstungskassetten in Aluminiumblech, schmalen Lüftungslamellen und darauf aufbauenden Verglasungen zusammen. Durch die direkte Nachbarschaft zu den Start- und Landebahnen des Flughafens und den Bundesautobahnen sind die Anforderungen an den Lärmschutz sehr hoch.
In den Bürobereichen wurden daher sämtliche zu öffnenden Fenster in Kastenbauweise ausgeführt. Während die innere Verglasung zur thermischen Trennung dient, hält die äußere Scheibe Lärm ab, dient den Verschattungselementen als Wetterschutz und wirkt darüber hinaus als Absturzsicherung. Als Grundlage der Elemente fungiert das Aluminiumsystem Schüco AWS. Sonderprofile des Herstellers erlauben die Aufwertung zur Kastenbauweise.
Ein im Fassadenzwischenraum integrierter Raffstore, Typ E80AF von Warema, ermöglicht die individuelle Verschattung der einzelnen Elemente. Die aus Aluminium gefertigten Lamellen sind 80 mm breit und 0,5 mm stark. In ihrer konkav-konvexen Geometrie sind die Lamellen bereits steif, während der Federstahl-Effekt des Materials dazu beiträgt, bleibende Verformungen zu vermeiden.
Im oberen und unteren Bereich der Kastenfenster bewirken außenliegende Lamellen den Luftaustausch im Zwischenraum. Hierzu kamen die Lamellenkästen Linius L.050HF von Renson zum Einsatz. Diese als Strangpressprofil in Aluminium produzierten, Z-förmigen Lüftungslamellen halten, im Abstand von 50 mm angebracht, selbst hohen Belastungen stand. Im Inneren des Gebäudes herrschen aufgrund dieser Fassadenkonstruktion angenehme akustische Bedingungen, die auch bei zahlreichen Start- und Landeanflügen in nächster Nähe konzentriertes Arbeiten zulassen.
Als Fassade der Wintergärten kam die leistungsfähige Konstruktion Multitherm des Herstellers Sommer zur Anwendung – mit sogenannter sprenghemmender Wirkung.
Diese nach Werksnorm DIN EN 13 123–2 sowie DIN EN 13 124–2 geprüfte Glasfassade hält selbst stärksten Lufterschütterungen stand, wie sie in der Nähe eines Flughafens durch den Luftverkehr auftreten.
Selbst bei den weitreichenden Dimensionen der Wintergartenfassade findet die ästhetische Ausformung unter den funktionellen Herausforderungen keine Beeinträchtigung. Die Anforderungen an Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen wurden erfüllt, was mit einer Zertifizierung des Gebäudes mit LEED Gold ausgezeichnet worden ist.
Architekturbüro: Jo. Franzke Architekten, Frankfurt am Main


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