Neubau einer Mensa in Nordkirchen

Ruhige Mahlzeit

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Der transparente Speisesaal der neuen Mensa der Fachhochschule für Finanzen in Nordkirchen erlaubt bereits von weitem Einblicke ins Innere. Für die Innenräume war eine wirtschaftliche Lösung gefragt, die Gestaltung mit Funktionalität vereint. Durch maßgeschneiderte Trockenbau-Lösungen entstanden helle Räume mit guter Akustik und optimalem Brand-, Feuchte- und Wärmeschutz.

Anforderung:

Effektive Schallabsorption in stark frequentierten, unterschiedlichen Funktionsräumen

Lösung:

Zielgerichtete, ästhetische Akustikdecken-Systeme inklusive Brand- und Feuchteschutz


Dipl.-Ing. Claudia Närdemann

Im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld liegt die Kleinstadt Nordkirchen. Hier ist seit 1949 der Standort der Fachhochschule für Finanzen im Schloss Nordkirchen. Das barocke Schloss und seine Parkanlage stehen unter Denkmalschutz. In den 1970er Jahren wurden neue Gebäudekomplexe errichtet. Östlich des Schlosses entstand eine mittlerweile denkmalgeschützte Mensa, nordwestlich der Sundernkomplex, bestehend aus Lehr- und Wohnräumen für Studenten.

Transparenter Speisesaal

Aufgrund steigender Studentenzahlen war ein größerer, hochfunktionaler Mensabau erforderlich, der städtebaulich den Abschluss der Studentenwohnheime Sundern bilden, aber auch den Auftakt zum Areal der Fachhochschule darstellen sollte. Bearbeitet und betreut wurde das Projekt am Münsteraner Standort von RKW Architektur +. Am Rande des Fachhochschulgeländes entstand der prägnante Neubau mit der schlichten Kubatur in exponierter Lage.

Alle Funktionsbereiche wie Küche, Lager- und Sanitärräume, Technik und Büros liegen hinter geschlossenen Fassaden. Der zweigeschossige Speisesaal hingegen wird zu drei Seiten von einer gebäudehohen Verglasung eingerahmt und öffnet sich in Richtung der Grünfläche, die zwischen den Bestandsgebäuden liegt. Hier kragt das Dach über die gesamte Längsseite aus und liegt auf runden Stützen auf. So wird die Mensa um eine überdachte Terrasse erweitert.

Die Gestaltung erfolgte in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde des Kreises Coesfeld. Um die Materialität der bestehenden Gebäude aufzunehmen, wurde eine Klinkerfassade gewählt. Klinkerriemchen der Sortierung „Lübeck“ von Hagemeister fügen sich optisch in das Gesamtbild ein und dienen als Abschluss für das Wärmedämm-Verbundsystem. Die Riemchen mit schlanken Abmessungen überzeugen auch durch ihre Robustheit. Sie halten Umwelteinflüssen sowie mechanischen Schlägen stand.

Trockenbau-Akustik-Lösungen

Über 600 Sitzplätze verfügt der zweigeschossige, lichtdurchflutete Speisesaal, der im Obergeschoss galerieartig ausgebildet ist. Der Luftraum verbindet beide Ebenen und lässt vielseitige Blickbeziehungen zu. Angrenzend an den erdgeschossigen Speisesaal befindet sich die Speisenausgabe. Die rückseitig angeordneten Räumlichkeiten wie Produktionsküche, Lagerräume und Anlieferung sowie die Büro-, Sanitär- und Technikräume im Obergeschoss orientieren sich zum Parkplatz hin.

Den kompletten Trockenbau erstellte die J.R. Trocken- und Akustikbau GmbH aus Coesfeld. Wie bei allen stark frequentierten Gebäuden lag auch beim Innenausbau der Mensa ein besonderes Augenmerk auf der Akustik. Für die Decke im Speisesaal wurde die Lochgipsplatte „Rigitone 8/18 Q“ gewählt. Gerade im Frequenzbereich der menschlichen Stimme verfügt die mit einem Akustikvlies ausgestattete Platte über effektive schallabsorbierende Eigenschaften. Mit ihrer regelmäßigen Quadratlochung bietet sie die passende Optik. Gemäß EN 14190 ist die Platte als A2-s1, d0 nicht brennbar, klassifiziert.

Im Küchenflurbereich kam die abgehängte „Owatecta Metalldecke S22“ mit Klemm-/Klappsystem zum Einsatz. Die ungelochten Metallkassetten aus verzinktem Stahlblech verbinden Design mit optimalen Akustik-, Klima- und Hygieneeigenschaften. Aufgrund der speziellen Kantenausbildungen und der Verwendung von Klemmprofilen verdecken die Metallkassetten die gesamte Unterkonstruktion.

Grüner Hingucker

Ein echter Hingucker im Speisesaal sind die großflächigen Moosbilder, die sich in beiden Geschossen an den Innenwänden befinden. Durch die gebäudehohe Verglasung hindurch bieten sie schon von weitem einen Blickfang. Die Bilder bestehen aus gereinigtem und konserviertem Islandmoos im Farbton „Apfelgrün“, das an flexiblen Paneelen befestigt ist. „Evergreen Flex“ heißt das Begrünungssystem von Freund Moosmanufaktur, das ohne Licht, Bewässerung und Düngung auskommt. Es reguliert das Raumklima und absorbiert Schall.

Auch in den Büros waren gute Akustik und Design gefragt. Hier kam die vlieskaschierte Steinwolleplatte „Knauf AMF Topiq Prime“ mit allseitiger Veredelung zum Einsatz. Sichtseite und Kantenbereich sind mit einer hochwertigen Farbbeschichtung versehen. Die Platte der Schallabsorptionsklasse A verfügt über eine Längsschalldämmung von Dn,f,w = 25 dB.

Besondere Anforderungen mussten die Wände der Nassräume erfüllen. Die hier verbaute vliesarmierte „Rigips Glasroc X“–Platte weist eine hohe Feuchtigkeits- und Schimmelresistenz auf. Sie zeichnet sich durch ein besonderes, UV-Licht-beständiges Glasvlies aus, das den stark hydrophobierten Gipskern ummantelt. Da sich die Platte laut Hersteller für Trockenbaukonstruktionen im Bereich von geschützten Außendecken eignet, wurde sie auch für die auskragende Außendecke eingesetzt.

Mit ihrem Entwurf für die neue Mensa gelang es den Architekten von RKW Architektur +, ein zeitgemäßes Gebäude mit eigener Architektursprache zu realisieren, das den Bestand optisch und funktional im Sinne des Denkmalschutzes ergänzt.

Mehr zum Themenspektrum Schallschutz | Akustik finden Sie hier


Bauherr: Fachhochschule für Finanzen NRW vertreten durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW

Generalplanung: RKW Architektur +, Büro Münster (LPH 1-9)
www.rkw.plus

Trockenbau: J.R. Trocken- und Akustikbau GmbH, Coesfeld
www.jr-trocken-akustikbau.de

BGF: 2 500 m2
NGF: 2 336 m2


Stimmen

Hendrik Pohl, RKW Architektur +: „Ziel des Entwurfes war es, eine Fassade zu entwickeln, welche sowohl den historischen Kontext des barocken Schlossparks widerspiegelt als auch den gestalterischen Ansprüchen eines Neubaus gerecht wird. Die vollflächige Verglasung der Speisesäle ermöglicht eine direkte Verbindung von Innen- und Außenraum, ohne dabei auf zusätzliche Sonnenschutzelemente zurückgreifen zu müssen.“

Sven Schneider, RKW Architektur +: „Die Küchen- sowie die Haustechnik veranschlagen bei diesem Projekt fast die Hälfte der Gesamtkosten. Dies bedingte einen über das übliche Maß hinaus gehenden Koordinations- und Prüfungsaufwand, vor und insbesondere auch während der Bauphase, mit einem zu großen Teilen auf einzelne Tage hochdetaillierten Terminablaufplan.“

Jörg Ruhnau, Projektleiter und Geschäftsführer J.R. Trocken- und Akustikbau GmbH: „Unsere Herausforderung bestand darin, die abgehängte Lochgipsdecke in der Empore mit den Lichtkuppeln und den Gipskarton-Abtreppungen zu verbinden und die vielen bündigen Lampen und Lüftungseinbauten inklusive der erforderlichen Revisionsklappen in den Lochgipsdecken zu integrieren.“


Regelwerke

DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen. Die Norm beinhaltet die Grundregeln für die Einteilung der Baustoffe nach ihrem Brandverhalten sowie die eigentliche Eignung für Baumaßnahmen.

DIN 4103-1 – Nichttragende innere Trennwände – Teil 1: Anforderungen und Nachweise. Eine der grundlegenden Normen des Ausbaus. Sie gilt auch für Trockenbaukonstruktionen.

DIN EN 520 – Gipsplatten. Eigenschaften und Leistungsmerkmale für Gipsplatten zur Verwendung in Bauwerken werden in dieser Norm festgelegt.


Mehr zum Thema

  • bba-online-Dossier Schallschutz | Akustik

www.hier.pro/Dossier-Schallschutz-Akustik

  • Merkblatt „Schnittstellen im Trockenbau – Notwendige Vorleistungen des Auftraggebers“, Gütegemeinschaft Trockenbau e. V.

www.hier.pro/Schnittstellen-Trockenbau



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