Sanierung und Umbau einer ehemaligen Strickfabrik zu Büroetagen in Stuttgart

Transluzent getrennt

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Seit dem Einstellen der Produktion in den 70er Jahren finden kreative Firmen Büroräume im historischen Gebäudeensemble einer ehemaligen Strickwarenfabrik in Stuttgart. Insgesamt umfasst das Areal fünf Baukörper, die zwischen 1909 und 1938 entstanden sind. In dem im Bauhausstil geplanten Bauwerk von 1928 kommen transluzent Trennwände aus Wabenkunststoff zum Einsatz.

Anforderung:

Büros für Kreative im historischen Gebäude mit Industriecharme

Lösung:

Für lichte und geschützte Arbeitsplätze: Transluzente Trennwände aus Wabenkunststoff zur Zonierung der Lofts


Heike Blödorn | be

In dem Ensemble war einst die Strickwarenfabrik Paul Kübler ansässig, ein führender Hersteller für modische Damen-, Herren-, und Kinderbekleidung. Während der Blütezeit beschäftigte das Unternehmen hier weit über 1 500 Mitarbeiter. Mit dem Einstellen der Produktion wechselte das Familienunternehmen sein Geschäftsfeld vom produzierenden Betrieb hin zur Verwaltung und Vermietung von Immobilien.

Das Kübler-Areal erstreckt sich entlang einer boulevardähnlichen Straße und umschließt einen Hof, von dem aus die Gebäude erschlossen sind. Die prägnante Formensprache der Bauwerke behielt man bei den bisherigen Renovierungsarbeiten – wo immer möglich – bei. Auch sollen künftig die Gebäude in ihrer robusten Industrie-Ästhetik nicht verändert werden.

Unveränderte Industrie-Ästhetik

Da zur Produktion der Strickwaren eine ungestörte Fläche benötigt wurde, weisen die Gebäude eine Tiefe von bis zu 15 m auf und kommen weitgehend ohne Stützen aus. Das Ensemble zieht vor allem Unternehmen aus kreativen Berufen an wie Architekturbüros, IT-Firmen, Grafiker, Designer, aber auch Werbe- und PR-Agenturen. Eine Theaterakademie und ein alternativer Kulturbetrieb, der für die ansässigen Firmen als Kantine fungiert, ergänzt das Portfolio.

Variable Grundrisse

Das 1928 im Bauhausstil als Stahlbetonskelett-Konstruktion errichtete Gebäude mit einer Stützenreihe in der Mitte im Achsmaß von 6 m eignet sich für Firmen, die viel Fläche benötigen und Großzügigkeit schätzen. So kann der Grundriss entsprechend den Nutzerwünschen variabel und frei aufgeteilt werden. Große Fensterflächen und die bis zu 3,30 m hohen, hellen Räume sorgen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Ausgestattet sind die Räumlichkeiten überwiegend mit historischem Fischgrätparkett, was damals für Unternehmen in der Textilindustrie üblich war.

Der Geschäftsführer der Paul Kübler & Co GmbH, Rolf Krumm, ist Architekt und legt großen Wert auf eine ansprechende, durchgängige Architektursprache. Darüber hinaus sollen für die dort ansässigen Unternehmen, die oftmals Start-ups sind, die Mieten bezahlbar sein. 9,- Euro/m² berechnet das Unternehmen seinen Mietern.

Zusammen mit dem Mieter analysiert Architekt Krumm den Bedarf, plant die Raumnutzung und erstellt die Ausführungsplanung. Um genügend Licht in die Raummitte zu bekommen, aber dennoch Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, setzte Krumm ursprünglich zur Zonierung der Räume Profilbauglas ein. Allerdings wurden zum Einbau sowohl ein Schlosser, ein Schreiner und ein Glaser benötigt, letztendlich war die Lösung dem Architekten gestalterisch nicht ansprechend genug.

Wabenstruktur ist transluzent mit Tiefenwirkung

In einer Materialbibliothek für Architekten stieß der Geschäftsführer auf die Wabenpaneele von Wacosystems und forderte Materialproben beim Hersteller an. Als ein Mieter kündigte und ein Softwareunternehmen gleichzeitig mehr Fläche benötigte, entschied sich der Architekt, die transluzenten Paneele zur Abtrennung der Räume einzusetzen. Nicht nur die interessanten optischen Effekte je nach Betrachtungswinkel variiert die Optik zwischen klarer Durchsicht und diffuser Lichtstreuung und die dreidimensionale Tiefenwirkung der Wabenstruktur überzeugte den Geschäftsführer. Auch sind die Gesamtsystemkosten aufgrund der kurzen Einbauzeiten deutlich günstiger als die Lösung mit Profilbaugläsern.

Bei der ersten Erweiterung der Fläche für das Softwareunternehmen entschied sich der Architekt für das Material ViewPan PMMA mit einem Schalldämmwert von 28 dB. Da hier die Deckenhöhe bei knapp 3 m lag, plante der Architekt aus ästhetischen Gründen raumhohe Türen mit Alublockzargen. Diese lassen sich aufgrund des geringen Gewichtes leicht öffnen und schließen.

Als Kernmaterial der Paneele dient eine WaveCore Wabe aus glasklarem PET-Kunststoff mit 18 mm Waben-Zellweite. Diese wird beidseitig mit transparenten oder satinierten Deckschichten aus PMMA verklebt. Es entsteht so ein leichtes und biegesteifes Wabenpaneel, das transluzent erscheint.

Für die zweite Erweiterung wählte Krumm das Material ViewPan PET, da hier ein Schallschutz von 24 dB ausreichend war. Außerdem ist das Material kostengünstiger als ViewPan PMMA.

Da das Unternehmen für Besprechungen Rückzugsmöglichkeiten benötigte, plante der Architekt eine Flucht von Besprechungsräumen entlang der Fassade. Diese sind seitlich durch Gipskartonwände abgegrenzt und zum Open Space hin mit den Trennwänden von Wacosystems abgetrennt. Da bei der zweiten Erweiterung die Raumhöhe 3 230 mm betrug – eine Höhe der Wände und Türen aber aus produktionstechnischen Gründen nur von maximal 3 m möglich ist –, sind die Trennwände auf einer Höhe von 200 mm gestoßen und die Alublockzargen für die Türen in die Wände integriert.

Vorteilhaft für Krumm war, dass sein Trockenbauer die Wände nach einer kurzen Schulung durch Wacosystems problemlos einbauen konnte. Der Hersteller lieferte die von Krumm ausgemessenen Wände und Türen vorkonfektioniert auf der Baustelle an.

Vorkonfektioniert

Der Trockenbauer musste nur noch die Aluminium-Randprofile auf dem Boden verschrauben und die Wände einsetzen. In nur zwei Tagen war dieses von drei Monteuren erledigt und das Softwareunternehmen konnte von den neuen Räumen Besitz nehmen.

Die Zonierung durch die Trennwände aus Wabenkunststoff – schön transluzent – ist im Kübler-Areal auf große Begeisterung gestoßen. So haben sich die anderen Mieter nach und nach die Räumlichkeiten des Softwareunternehmens angesehen und ihr Interesse an den Trennwänden bekundet. Sollte es zu baulichen Veränderungen kommen, wird Rolf Krumm auch die neuen Büros mit den Wabenpaneelen zonieren. Denn die Trennwände sind nicht nur eine wirtschaftliche Lösung und leicht zu verarbeiten, sondern auch architektonisch anspruchsvoll und passen gut in das kreative Ambiente.


Bauherr: Paul Kübler & Co. GmbH, Stuttgart

Architekt:   Dipl.-Ing. Architekt Rolf Krumm, Stuttgart

Trockenbauer: IVO Raumausstatter, Stuttgart


Architekt Rolf Krumm: „Die großzügigen und hellen ehemaligen Fabriketagen im Loft-Stil der Zwanzigerjahre werden aufgrund ihrer anregenden Arbeitsatmosphäre gerne von kreativen Büros und Unternehmen genutzt.“


Mehr zum Thema

  • bba-Fachbeitrag zu Trennwänden im Büro

hier.pro/bba1118Ganzglas-fuer-buerowelt



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